Google+ PPQ: Schöner arm mit Apple

Montag, 28. Juni 2010

Schöner arm mit Apple

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist arm«, konnte die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit, kürzlich in einer Studie namens "Jugendarmut in Deutschland 2010« stolz feststellen. In Ostdeutschland sei sogar jeder dritte Jugendliche arm und könne seine Handyrechnung nicht mehr bezahlen. Viele junge Menschen müssten inzwischen auf Essen und Bekleidung verzichten (Bild oben), um sich die jeweils neuesten Handy-Modelle und schicken Freizeit-Apps leisten zu können. Gleichzeitig konnte eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nachweisen, dass es nicht nur immer mehr Arme gibt, sondern die Betroffenen gleichzeitig auch ärmer werden. Jugendarmut ist dabei weiter verbreitet ist als Kinderarmut, gleichzeitig nehmen die Einkommen der Wohlhabenden zu, während die Mittelschicht schrumpft. Armut ist in Deutschland kein Randphänomen mehr, sondern längst mitten in der Gesellschaft angekommen, so die Grundaussage des ersten Brandenburger Sozialgipfels, der von der Landesarmutskonferenz Brandenburg organisiert worden war, um auf das Problem aufmerksam zu machen..

Die Botschaft ist inzwischen angekommen: Immer mehr Europäer glauben, in ihrem Land habe die Armut in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen, ohne sagen zu können, weshalb sie das meinen. Wie EU-Sozialkommissar László Andor in Brüssel unter Berufung auf eine neue Eurobarometer-Umfrage mitteilte, sind bei Griechen, Franzosen und Bulgaren sogar mehr als vier Fünftel aller Befragten dieser Auffassung, in Deutschland gaben 57 Prozent der Befragten an, die Armut habe zugenommen, seit Apple begonnen habe, das völlig überteuerte Tablet iPad auch in Deutschland zu verkaufen.

Nach dem Verkaufsstart des iPhone 4 wenige Tage zuvor, das sich alle Deutschen bis spätestens Ende 2011 angeschafft haben müssen, hätten zahlreiche Familien einfach kein Geld mehr, Essen und Getränke zu kaufen. Rund zwei Millionen Betroffenen stotterten noch den vor der WM angeschafften neuen Flachbildfernseher ab, insgesamt hatte die zunehmend verarmte Gesellschaft es geschafft, von Januar bis Juni fast 400.000 Flachbildfernseher mehr zu kaufen als im Vergleichszeitraum 2009 als krisenbedingt nur 1,8 Millionen Flatscreens angeschafft werden konnten.

Einige Haushalte sähen sich, so Kritiker, von den Herstellern unter Druck gesetzt, weil die keine Rücksicht auf die seit Kriegsende steigende Armut nähmen und bereits wieder aufdringliche Werbung für neue 3D-Fernseher schalteten, die man, so ein betroffener Familienvater aus Apolda, "sich ja dann auch wieder anschaffen muss". Dabei, so heißt es bei Armenverbänden, machte gerade Jugendlichen und jungen Familien schon die vom Bundesverband Informationswirtschaft gestellte Aufgabe zu schaffen, in diesem Jahr einen neuen Höchstwert bei den Verkaufszahlen von Mobil-Rechnern zu schaffen. Als Armer habe man es schwer, neben der neuen Xbox, dem iPhone und dem iPad auch noch zu einem elfprozentigen Plus bei Notebook-Verkäufen beizutragen, hieß es. Um die anvisierten zehn Millionen verkaufte Rechner zu schaffen, müsse - Kinder und Alte herausgerechnet - jeder fünfte Erwachsene sich ohne Rücksicht auf seine finanzielle Situation ein Neugerät zulegen. In Ostdeutschland sei es dann wohl sogar jeder Dritte, so dass die Mittelschicht weiter schrumpfe, während die Einkommen von Kuponschneidern etwa beim Konzern Apple oder der staatlichen Deutschen Telekom, die das begehrte iPhone zu Preisen von mehr als 1000 Euro an verarmte Jugendliche verdeale, wüchsen. Damit jedoch, so ist auf mindestlohn.de zu sehen, wächst auch der Widerstand: 37.000 Unetrschriften für die Einführung kostendeckender Löhne sind hier bereits per SMS und Webmail eingegangen.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

Bigotte Heuchelei.
"Kinderarmut" ist nicht zu beseitigen. Auch nicht, wenn man statistische Prinzipien oder den Verweis auf eine gewisse "Markentreue" beim Prekariat unbeachtet läßt.

Die Kinder sind "arm", weil ihre Eltern Geringverdiener sind. Um sie aus der Armut zu holen, müßte man den Eltern so viel Geld geben, daß, um es mit einem schmidtelnden TV-Entertainer zu sagen "lustige Zeiten anbrechen, wenn die erfolgreiche Mangerin oder Karrierejuristin demnächst das gleiche Einkommen hat wie eine Asi mit drei Kinder."

Das weiß auch jeder, weshalb "Kinderarmut" durch mehr und besser bezahlte Betreuer im "bekämpft" werden soll ...was selbstverständlich nichts bringt, da sich ja an der "Armut" nichts ändert.

ppq hat gesagt…

aber doch immerhin an der armut der betreuer, die keine mehr haben, mithin deren kinder auch nicht