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Freitag, 1. Juli 2011

Song Meanings: In Deutschland hilft der Discobus

Eigentlich ist es bloß die Frage, die sich jeder stellt, wenn es Freitag wird und die Sonne langsam sinkt. Noch ist Sommer, aber ein bisschen Begräbnisduft liegt schon in der Luft. "Well, I wonder which song they're gonna play when we go", singt Brian Fallon, "I hope it's something quiet and minor and peaceful and slow."

Sein eigenes "The 59 Sound" geht nach diesem Maßstab gar nicht, denn die namensgebende Nummer des Albums, das seiner Band The Gaslight Anthem vor drei Jahren den Durchbruch brachte, hackt zwar auf A-Moll und E-Dur herum, bis es sich über F und C in einem klassischen C-F-C-Refrain entlädt. Wenn das Quartett aus New Jersey das Stück aber im Konzert spielt wie in dieser Woche im Dresdner Schlachthaus, dann wird aus dem strukturell züchtigen Springsteen-Stoff ein explosives Punk-Werk.

Zwischentöne, die InCurrentStandings Coverversion (unten) prägen, reduziert auf die späte Zeile "that you ain't supposed to die on a Saturday night", Nachdenklichkeit herausgeschrieen im Refrain, dessen innerer Zusammenhang sich störrisch jeder Untersuchung widersetzt: "Did you hear the '59 Sound coming through on Grandmama's radio? Did you hear the rattling chains in the hospital walls? Did you hear the old gospel choir when they came to carry you over? Did you hear your favorite song one last time?"

Die Ketten mögen die sein, von denen sich Bob Marley im "Redemption Song" frei wünschte, der "59 Sound" könnte von den Platters oder gar Elvis Presley kommen, der damals mit "A Fool Such as I" einen Hits hatte, der auch vom Fortgehen handelte. Wobei fortgehen hier meint, "into the everlasting arms" zu sinken, viel zu früh viel zu tot vielleicht nachdem "the metal hit the glass". Wohl ein Autounfall.

In Deutschland hilft der Discobus, helfen Girl-Taxen und Aufklärungskampagnen der Bundeszentrale für Drogengebrauch. In den Staaten muss es die Privatinitiative zugehackter Rockstars richten, die mit der Tatsache hadern, dass ein alter Kumpel tot ist. Das Zetern über die Ungerechtigkeit des Lebens auch im Todesfall kommt hier auf eine Art eruptiv zum Vorschein, die wahre Rock-Kunst vom Schaffen etwa der Gruppe Karat so sehr unterscheidet wie Bruce Springsteens "River" sich abhebt vom quasi gleichnamigen "Fluss" des Rapreimers Thomas D. "Ain't supposed to die on a Saturday night", glaubt Brian Fallon. Die Chancen stehen eins zu sieben.

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