Google+ PPQ: Wiedergeboren als soziale Geste

Freitag, 27. Januar 2012

Wiedergeboren als soziale Geste

Wenn zwei dasselbe tun, ist das noch lange nicht das Gleiche. Sondern ganz im Gegenteil das Gegenteil voneinander. Ein bisher unbekannter Artikel des deutschen Grundgesetzes, der jedoch anhand des Falles einer Präsidentinnengattin und eines mitteldeutscher Minderjährigen erklärt werden kann.

Erstere beliebte kurz nach der Amtseinführung ihres Gemahlen auf den Stufen von Schloss Bellevue stehend in die begeisterten Menschenmassen nebenan zu grüßen. Ein Winken war es, gut gemeint, aber dumm gelaufen: Ein unglückliches Zusammenspiel von deutscher Historie, Lichteinfall, Biomechanik und Faltenwurf der nach dem Vorbild von Angela Merkels Kanzlerinnenjacken geschneiderten Bolero-Weste mit Ärmeln erzeugte bei internationalen Beobachtern den Eindruck, Bettina Wulff habe gestisch dort weitergemacht, wo Eva Herman, die ehemalige First Lady der deutschen Fernsehinformation, mit ihren aufklärenden Aussagen zur Autobahngeschichte seinerzeit aufhören musste.

Sah auf Bildern, die inzwischen fast völlig aus dem deutschen Internet entfernt werden konnten, aus wie ein Hitlergruß. War aber nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Berlin natürlich nur eine "soziale Geste", die den bestand der Verfassung nicht gefährdete.

Ganz anders als das zwei mal ein Zentimeter große Bild eines mitteldeutschen Nachwuchskünstlers, das auf dem Höhepunkt der Begeisterung um Helge Schneiders Kinofilm "Mein Führer" einen Mann mit ausgestrecktem Arm zeigte, der Hitler ebenso ähnlich ist wie Schneider, Bruno Ganz und Til Schweiger. Am Ende einer lähmenden Mathestunde in einen Heftumschlag gekritzelt, wurde die Zeichnung nach einer Anzeige des zuständigen Vertrauenslehrers bei der Staatsanwaltschaft zur Straftat. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelte. Es sollten Fingerabdrücke und biometrische Daten des Zeichners erhoben werden. Die Staatsanwaltschaft legte eine Akte an. Der Verfassungsschutz fügte die Daten des mutmaßlichen Täters in seine verfassungswidrig angelegte elektronische Datenbank für eventuelle künftige Straftäter ein.

Zur sozialen Geste aber kam es hier auch. Der junge Künstler wurde wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Kennzeichen zu einer Jugendstrafe von 20 Stunden belegt.

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Soviel olle Kamelle.
Ist den jetzt schon Karneval?

ppq hat gesagt…

manches kann man nicht oft genug sagen

Anonym hat gesagt…

Das wird dem jungen Künstler eine Lehre sein, jemals wieder soziale Gesten zu benützen.

Anonym hat gesagt…

Deutschland ist heute antifaschistischer als es die DDR je sein wollte. Lange her, Anfang der 80er in der DDR, hatte ich in einer ähnlichen Situation stark stilisierte Porträts Hitlers und unseres Direktors in eins meiner Schulhefte gemalt. Der Direktor, der in dieser Stunde unterrichtete und im Nebenjob andere Lehrer denunzierte (wie man später erfuhr), schnappte sich das Heft, als er an der Bank vorbeiging und zitierte mich ins Direktorenzimmer.
Nach der Kopfwäsche und der Gardinenpredigt wurde ich zu 2 Stunden nachsitzen verdonnert, die Eltern erfuhren von der Sache nichts.
Kein Wunder, dass angesichts so laschen Umgangs mit rechten Straftätern sogar durch engagierteste Parteikader später der Neonationalsozialismus im Osten fröhliche Urständ feierte.

Anonym hat gesagt…

cnn : "civil unrest"

der Bürgerkrieg in Europa ist ein cnn Tagungsthema in Davos.

( "sollte die EU das Problem der Jugendarbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen ...DANN " )

ich ahne die Lösung : Zuwanderung - so wie heute einmal mehr von BWL Schwanzlutschern bei Phoenix gefordert -

passt wie der Arsch auf den Eimer - Abtreibungen in D - fehlende Facharbeiter und Ings.- das System fordert Zuwanderung und im Süden herrscht Jugendarbeitslosogkeit .

Angriff

VRIL