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Mittwoch, 25. Juli 2012

Rettungsschirm für den Rettungsschirm

Nach der hinterlistigen und durch nichts zu rechtfertigenden Ankündigung der Rating-Agentur Moody's, Deutschlands Kreditwürdigkeit prüfen zu wollen, haben die verantwortlichen Manager des Unternehmens von der Ostküste nun auch den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirms auf negativ gesenkt. Die Geldgeber Deutschland, Niederlande und Luxemburg könnten wahrscheinlich doch nicht alle Schulden Europas zurückzahlen, vielmehr sehe es ganz danach aus, als hätten sogar die Geberländer finanzielle Probleme. Damit sei die Finanzierung des Euro-Rettungsschirms EFSF nicht mehr gesichert und der Ausblick müsse auf negativ gesenkt werden.

Die Süddeutsche Zeitung nennt es in der ersten Analyse eine "Triple-A-Verschwörung" - ausgerechnet kurz nach Ferienbeginn in Sachsen-Anhalt drohe die Agentur, den Rettungsschirm abzustufen. Das politische Berlin wird erschüttert und empört reagieren, zumal mit Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt gleichzeitig auch sechs blühende Bundesländer abgewertet wurden. Für alle lautet die Ratingaussicht jetzt negativ, obwohl das Leben in den betroffenen Regionen bislang weitestgehend friedlich abläuft und auch das Eintreiben von Steuern nach wie vor zu gelingen scheint.

Moody´s fürchtet dennoch, dass die finanzielle Kraft Deutschlands nicht ausreichen könne, rund ein Drittel der Zahlungen für den bisher vom Verfassungsgericht noch nicht genehmigten EFSF zu leisten. Aus den Reihen der deutschen Wirtschaftswissenschaft kam als erste Reaktion die Idee, einen Rettungsschirm für den Rettungsschirm aufzuspannen. 271,4 Top-Ökonomen aus Europa verlangen dazu in ungewöhnlicher Deutlichkeit eine grundlegende Erneuerung der Euro-Zone. Unter der Überschrift "In der Sackgasse – Ein Weg aus der Krise" verlangen die Experten, darunter der deutsche Karikaturist Manfred Bofinger, alle grundsätzlichen Vereinbarungen, die bei der Gründung der Währungunion vereinbart worden waren, in die Tonne zu treten.

Es handele sich beim Maastricht-Kriterium ebenso wie bei der No-Bail-Out-Klausel um "Konstruktionsfehler der Währungsunion". Nötig zur Behebung sei eine "stärkere Verflechtung des Finanzsystems", damit alle in die Knie gehen, wenn einer wackelt. Dies könne durch eine neue, personalstarke Institution auf EU-Ebene erreicht werden, die "Staatsfinanzen und Kreditversorgung entkoppele", indem sie selbst Geld drucke. Gleichtzeitig müsse der Euro-Rettungsfonds ESM eine Banklizenz erhalten, um als Rettungsschirm für den Rettungssschirm EFSF fungieren zu können. Nur eine Banklizenz gestatte es dem ESM, über unvorstellbare Hebelkonstruktionen, wie sie zuletzt die Bank Lehman Bros. benutzt hatte, aus den vorhandenen Milliarden Euro ruckzuck Fantastrillionen zu machen, mit denen die Investoren zumindest für die kommende Woche beruhigt werden könnten.

Dazu müsse allerdings auch die Europäische Zentralbank zu ihrer Praxis zurückkehren, die verbotene Aufkäufe von wertlosen Staatsanleihen durchzuführen. Die Empfehlung der Wissenschaftler: Die EZB solle die in den Maastricht-Verträgen ausgeschlossene direkte Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse zu diesem Zweck einfach "unkonventionelle Werkzeuge" nennen.

Wie die ARD inzwischen berichtet, werden in Teilen Polens derzeit noch Euro als Zahlungsmittel angenommen (Foto oben). Experten rechneten allerdings mit einem Ausstieg der Straßenhändler aus dem Euro-Verbund bereits in naher Zukunft. "Die Unsicherheit ist groß", hieß es bei "Kennzeichen D", "keiner weiß, wie es weitergeht."

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was Bayern gefordert hat, ist wahr geworden.

Auf eine Stufe mit Sachsen- Anhalt.
Jetzt habe sie den Beweis für die Überflüssigkeit des Länderfinanzausgleichs.
Sie werden als genauso Pleite angesehen.
Hahaha.

Gutartiges Geschwulst hat gesagt…

Was ist schon der Verlust des Triple A, im Vergleich zu dieser Nachricht?:
http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/07/45839/

Anonym hat gesagt…

Der ESM ist wie die FED in Amerika. Sie druckt die Dollars immer dann, wenn die Staaten im Staat kein Geld mehr haben. Also die Berträge werden von Milliarden zu Billiarden mutieren. Ist doch gut das Ganze. Zeigt allen noch normal denkenden Menschen der ganze Wahnsinn unseres Kapitalistischen Systems. Aber so wie beim Kommunismus ist jetzt die Zeit des Verfalls angesagt..... es ist im Stürzen begriffen....

Alice Wunderland hat gesagt…

Bofinger Peter, das steh ich drauf. Und man wird nie enttäuscht. Immer volkswirtschaftlicher Kreationismus. Auch diesmal wieder. Auch von den jungen Friedrich-Ebert-Stipendiaten bei der ZEIT werde ich nie enttäuscht. Wie zärtlich und fürsorglich sie mit Informationen und fehlenden Informationen umgehen. Ich hab mir gerade mal den entsprechenden Artikel in der ZEIT durchgelesen. Natürlich kein Wort davon, dass die „17 Top-Ökonomen“ den „INET Council on the Euro Zone Crisis“ bilden. Gegründet am 26.6. 2012.
Zu den 17 Leuten gehören Bofinger, Weder di Mauro und Feld. Zwei aktive und ein ehemaliges Mitglied des fünfköpfigen Sachverständigenrates der Bundesregierung stehen auf der Payroll des INET. Wow!!! Das nenne ich mal: „Ich kauf mir die Leute einfach.“ Wer kauft? George Soros. Und natürlich kauft er auch Herren von der London School of Economics, die für Geld jede Körperbewegung machen. Wie die Gaddaffisöhne gerne bestätigen. Im Beirat des Councils sitzt natürlich Stiglitz. Wer fehlt, ist Krugman. Hatte wohl keine Zeit. War bei Obama und der Fed.
The Institute For New Economic Thinking (INET) wird also von wem allein unterhalten? George Soros. Welcher wiederum der größte Spekulant aller Zeiten ist, und sich den INET-Spass so um die 50 Millionen Dollar/Euro jährlich kosten lässt. Obwohl – Spekulant stimmt nicht so ganz. Soros wusste immer eher als andere, was die Zentralbanken so als nächstes machen. Mehr wissen ist eigentlich genau das Gegenteil von Spekulieren.
Und jetzt lecken die reizenden, jungen ZEIT-Kommunikationswissenschaftler dem Philantropen Soros seine Weltregierungsphantasien von den Stiefeln. Wunderbar.
Alles in allem eine weitere ideologisch sehr überzeugende Desinformationsleistung des ZEIT-Personals. Weiter so.

ppq hat gesagt…

ich dachte, im artikel war von manfred bofinger die rede? soros? kennt doch keiner mehr

Anonym hat gesagt…

Um mit den bankstern mitzuhalten und an der Börse den grossen Reibach einzufahren, da muss man so denken wie die NWO Elite = eben wie Soros, und am besten noch so wie die Banken, das ganze Manipulieren. Wenn man das nicht tut wird man garantiert zu den verlieren gehören. Sie schwatzen immer von Rendite etc. aber das stimmt nicht, die stimmt nur der Bank. Das ist das heutige Banken-Spiel.

Anonym hat gesagt…

Ach ja, Manfred Bofinger! Der kleine Nazi: Trieb geil! Trieb geil!
Das Buch habe ich einem jungen Bursch vom Kraftsportverein verehrt, mit raspelkurzem Haar, der von uns schied und zur Marine ging, er bot mir als Gegengabe sein Gaudreieck, aber gerade da wurden diese verboten...