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Mittwoch, 22. August 2012

Birnenverbot: Jagd auf Wattfraß

Nach dem aufrüttelnden Appell der EU-Kommission für schärfere Glühlampenkontrollen und höhere Strafen für Birnensünder hat das Berliner Landesamt für Gesetzkontrolle angekündigt, sieben neue Stellen für Mitarbeiter der Marktüberwachung zu schaffen. Brandenburg teilte mit, man plane die Einstellung von zehn Leuten. In Nordrhein-Westfalen hieß es, es gebe derzeit noch kein spezielles Marktüberwachungsprogramm für das Glühlampen-Verbot, man setze auf Freiwillige. Während der "Stern" von einer "Rebellion an der Glühbirnenfront" berichtet (Ausriss unten), hatte PPQ Gelegenheit, ein erstes Swat-Team (Suchen, Werten, Ausschalten, Terminieren), das im Rahmen der Aktion "Wattfraß" zur unangekündigten Hauskontrollen bei verdächtigen Familien aufbrach, embedded zu begleiten.

In Gossa besuchte das Kontroll-Aktiv mehrere Familien, von denen bekannt war, dass sie verbotene Glühlampen gehortet haben und den verbotenen Kauf von "Speziallampen" planen. Zunächst gab es bei den Angetroffenen verdutzte Gesichter darüber, dass ihre "stille Liebe" den Behörden bereits bekannt war. Während der freundschaftlichen Gespräche mit den "Wattfraß"-Prüfern erkannten die Jugendlichen und auch ihre Eltern das Verwerfliche dieser "stillen Liebhaberei". Eltern wie Jugendliche, die vorher noch "nichts dabei fanden", die Erdatmosphäre mit Glühlampenlicht aufzuheizen, sagten nach vier Stunden intensiver Gespräche: "Ihr habt recht. Das ist keine saubere Sache, wenn wir in unserem Haus klimaschädliches Licht anzünden".

Die weltweite Glühbirnenindustrie arbeitet mit Rattenfängermethoden, mit flotten Schlagern und verrückten Texten, die ahnungslose Familienväter anlocken soll, das erkannten nach dem Aufklärungsgespräch auch in Wiesbaden alle, die von der Aktivgruppe aufgesucht worden waren. Hatten sich manche anfangs noch gesträubt, ihre Türen freiwillig für die behördlich angeordnete Intensivprüfung zu öffnen, sahen später alle ihr Fehlverhalten ein. "Im Grunde genommen wollen diese Leute dasselbe wie damals der US-Präsident Bush", hieß es, "Krieg und Vernichtung unserer einzigen Erde."

So haben sich schon in der Beta-Phase der deutschlandweiten Birnen-Prüfung viele Familien von den gefährlichen Glühbirnen abgewandt. Auch in Dessau, wo engagierte "Wattfraß"-Aktivisten an der Autobahn-Raststätte Köckern halt machten, um von zwei Gitarren und einem Akkordeon begleitet klimakritische Songs mit einer dezidierten Anklage gegen alle unbelehrbaren Birnen-Brenner zu singen. Bald waren sie von vielen Zuschauern umringt. Man machte mit. Autos hielten. Die Insassen stiegen aus, stellten sich dazu, klatschten und sahen sich die klimabegeisterte Jugend an, hörten deren Lieder, und mancher summte bei der Weiterfahrt bewusst oder unbewusst so manche Melodie gegen die Klimakillerin Glühbirne leise vor sich hin.

Ein Beispiel, das Schule machen wird, da ist man sich im Umweltministerium sicher. In Schlaitz gingen Wattfraß-Ehrenamtliche bereits gemeinsam mit Beamten der Sonderkommission "Birne" gegen Energieverschwender vor. Höflich wurde geklopft, mit Nachdruck gesucht und mit Härte auf die Umweltgefahren durch Glühlampenlicht hingewiesen. In Agitationseinsätzen riefen sie die Bevölkerung des Ortes auf, Glühlampen an einer eigenen Sammelstelle abzugeben.

Das ist auch besser so, denn wer seine Wohnung bis 31. August nicht komplett auf Sparlampen umgestellt habe, dem werde bei Hausbesuchen ab September von so genannten Rausschraubtrupps geholfen. Die neuen EU-Gesetze zur Vollendung des Energieausstieges lassen es dann zu, illegale Brenneinrichtungen zur Lichterzeugung auch gegen den Willen der Besitzer amtlich zu schließen. Ertappte Wattfresser müssen dann mit hohen Bußgeldern rechnen, bei Zuwiderhandlungen kann ihnennach den neuen Not-Glühverordnungen sogar zeitweise oder dauernd der Strom abgeschaltet werden.

Endlich amtlich: Glühbirnenmissbrauch steht unter Strafe

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Wißt ihr schon was Genaues. Ich hab mich doch anonym mit einem Lebensvorrat an Heizkolben eingedeckt. In dem Kaufhaus haben die aber Videoüberwachung. Ob die auch die Videos auswerten und dann zu einem nach Hause geschlichen kommen und diese Energieeffizienzgespräche führen?

ppq hat gesagt…

natürlich tun sie das! such dir eine botschaft, in die du flüchten kannst, wenigstens vorläufig

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Herr PPQ
Ich bin eine besorgte Bürgerin. Kürzlich erzählte mir ein Bekannter (Physiklehrer), dass die Abschaffung der Glühbirne in Europa das Weltklima in diesem Jahrhundert in der Größenordnung von einem Trillionstel-Grad Celsius beeinflussen würde. Ich war erschrocken. Als Grundschullehrerin (45, schlank, gutaussehend, vielseitig interessiert, Nichtraucherin, humorvoll, ZEIT-Abonnentin) weiß ich: Eine Trillion ist wahnsinnig viel! Dieses Ziel rechtfertigt alle Anstrengungen.
Jetzt zu meinem Anliegen. Mein Nachbar (männlich) benutzt die Glühbirnen, die soviel Leid über die Menschheit gebracht haben. Er bewohnt die 5-Zimmer Altbauwohnung neben mir, im Herzen einer süddeutschen Großstadt. Meine Wohnung hat drei Zimmer – ordnungsgemäß beleuchtet. Ich rede kaum mit dem Nachbarn, obwohl ich es mehrmals versucht habe – aber ich weiß: Der Mann ist Argumenten gegenüber nicht zugänglich. Er müsste mal zu sich finden, sich mal konzentrieren. Aber das dauert bei ihm sicher Jahre. Das müsste der Staat für ihn einrichten. In einer entsprechenden Einrichtung. Ich wäre bereit die Wohnung zu übernehmen und sie einer beleuchtungsmässig klimaverantwortlichen Verwendung zuzuführen. Ich gehe dabei davon aus, dass mein Nachbar per Gerichtsbeschluss von einem Kaufpreis meinerseits von 1 Euro überzeugt werden kann. Die Kenntnis über die in diesen Fällen marktüblichen Preise verdanke ich meinem Großvater, der schon 1939/1940 Häuser erworben hat, von Menschen, die nicht begriffen haben, wie wichtig Verdunkelung in Krisenzeiten ist. Seitdem verwaltet meine Familie mehrere Mehrfamilienhäuser in deutschen Großstädten. Sicher nicht zum Schaden der Umwelt. (Aber über Erbengemeinschaften könnte ich Ihnen mal was erzählen, wenn Sie interessiert sind).
Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Beziehungen in diesem dringenden Fall im Sinne des ganz großen Ziels, das uns eint, einsetzen würden. Einzelheiten dann bilateral. Herzlichst.

ppq hat gesagt…

das sind diese schrecklichen figuren, die nicht begreifen wollen, dass wir die zukunft nur von der erde geborgt haben! und die zinsen uns auffressen, wenn wir nicht alle fest zusammenstehen und den nimmersatten spekulanten die arbeiterfaust zeigen.

wir werden ihren aufrüttelnden text als "offener brief einer besorgten bürgerin" noch einmal ordentlich maschinenlayoutet erneut veröffentlichen. vielleicht rüttelt das nicht nur den unbelehrbaren nachbarn auf!

Calimero hat gesagt…

Wattfraß? Grandios! Wo habt ihr denn diese zu unrecht verschüttete Erinnerung wieder ausgegraben?

Wurde die Anregung schon an EU, Umweltbürokratie, Kanzleramt und Grüne Jugend weitergeleitet? Wäre doch gut, wenn da endlich mal jemand was tun würde!

Gemeinsam gegen den Wattfraß!

Oels hat gesagt…

Sichern Sie sich Straffreiheit und geben Sie Ihre Glühbirne ab !

Ein Raum von 16 Quadratmetern ist bis an die Decke voll mit Glühbirnen. 20 bis 30 Mal am Tag kommen in diesen Tagen Leute, die noch mehr Glühbirnen abgeben wollen. So beschreibt es Leo Westkamp, Kreisverwaltungsdirektor der Polizei in Lippe (Nordrhein-Westfalen). Die Polizei habe natürlich noch Platz für die Klimakiller, die die Bürger wegen der Verschärfung des Leuchtmittelsrechts nach dem Amoklauf von Ötinger abgeben wollten. Die Leute sollen aber bitte erst im nächsten Jahr wiederkommen. Jetzt kommen vor allem ältere Leute, die seit dem Krieg oder aus den vergangenen Jahrzehnten irgendwo eine illegale Glühbirne rumliegen hatten."

Das Problem ist das Personal. "Auch wir sind an und zwischen den Feiertagen nicht voll besetzt", sagt Westkamp. Darum bitte die Polizei im Kreis Lippe die Leute, ihre Glühbirnen erst nach den Feiertagen zu bringen. Weil zu viele Einwohner die auslaufende Amnestie zur Abgabe ihrer Glühbirnen nutzen, hat die Kreispolizei einen Annahmestopp verhängt. Amnestie bedeutet bei der Polizei in Lippe: Eine Liste, der schwarzen Schafe wird nicht geführt, so dass die Leute, die vor oder nach den Feiertagen nicht-registrierte Glühbirnen abgeben, nicht damit rechnen müssen, verschärft kontrolliert zu werden. Das versichert der Kreisverwaltungsdirektor.

Auf die Frage, was mit einer derart großen Menge an Glühbirnen passiere, die sich in den Polizeidienststellen in der Region anhäufen, lacht Westkamp kurz auf. "Die werden natürlich zentral und für den Bürger kostenlos vernichtet."

Wer nach Ende der Amnestie am 1. Januar 2013 noch eine Glühbirne besitzt, muss laut Gesetz mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren rechnen.

Volker hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Volker hat gesagt…

Der Sprecher war besoffen. Anders ist nicht zu erklären, warum beim Film vom Wattfraß eine nicht freigegebene Vorversion auf die Tonspur gelangt ist.
Bei der Auflösung von Willi Schwabes Rumpelkammer kam das Original ans Licht:

Die Sonne ist es, die hier lacht,
die hell und grün die Erde macht
und dabei keine Rechnung schickt.
Wenn Sie dann sinkt, wie es ihr Brauch,
da kommt der Mond und leuchtet auch,
dann sind die Bürger eingenickt.

Die Hühner gehen dann zur Ruh,
jedoch die Grünen, ich und Du
wir machen dann modernes Licht
dank Energiesparlampenpflicht
und dreh´n die schlechten Birnen aus
die sollst nicht haben Du im Haus!

Am Arbeitsplatz und im Büro
macht man es heute ebenso.
Und war´s auch früher kein Problem
So ist es heute nicht gern geseh´n
wenn alte Wolframfäden brennen
die Zähler immer schneller rennen.
die Welt mit CO2 vollblasen
und Wirbelstürme schneller rasen
die Atmosphäre heißer werde
den Hitzetod stirbt Mutter Erde.

Der Blockwart blicket aufmerksam,
dass keiner sich durchmogeln kann.
Drum dreht die alten Birnen aus,
und macht dem Wattfraß den Garaus!