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Montag, 27. August 2012

Rundschau im Negerviertel

So ändern sich nicht nur die Zeiten, sondern auch der Sprachgebrauch. Vor 34 Jahren etwa vergriff sich selbst die äußerst aufgeklärte "Frankfurter Rundschau" noch im korrekten Ton. Der seinerzeit gerade titellose Boxweltmeister Muhammed Ali alias Cassius Clay suchte damals gerade Arbeit. In einer ganzseitigen Anzeige in der amerikanischen Künstlerpostille "Variety" bot er sich für "persönliche Vorstellungen" an. Er sei auch bereit, Vorträge vor Studenten zu halten.

Doch so groß auch die Verzweiflung war, berichtete die "FR", ein Angebot, "für 160.000 Mark im Apollo-Theater im Negerviertel Harlem in New York aufzutreten, nahm der Boxer nicht an". Ali habe befürchtet, "mit nachlässig gekleideten Mädchen konfrontiert zu werden", das könne er sich "als Prediger der Black Muslim-Sekte" nicht erlauben.

Drei Jahrzehnte später predigt Ali nicht mehr, dafür aber  die FR umso mehr, am liebsten durch Auslassen. Selbst in einem Text zum Thema "Harlem wird weiß" schafft es das Zeitgeist-Blatt heute, ganz ohne den früheren Standardbegriff zur Beschreibung des Viertels auszukommen: Dank des keimfreien Sprachfortschritts, der auch Erbhöfe wie "Negerviertel" nicht auslässt, ist heute aufwendig von der "afro-amerikanischen Bevölkerung in Harlem" die Rede.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Naja, das ist immer noch weniger umständlich, als diese Leute „sich in nichts von anderen Menschen unterscheidende Menschen, die sich untereinander Nigger nennen“ zu nennen.

Gutartiges Geschwulst hat gesagt…

Würden unsere rot-grünen Blockwarte die Bücher ihrer eigenen, geistigen Vorbilder tatsächlich lesen, statt in blindwütiger Verehrung deren verwesten Ärsche zu küssen, müsste ihnen auffallen, welchen Rassismus sie in Wahrheit selber anbeten.
Hier sind die Namen von vierzehn linken Götzen, die in ihren Schriften Ausdrücke wie “Neger” oder “Nigger” verwendeten:
Karl Marx, August Bebel, Clara Zetkin, Heinrich Mann, Rosa Luxemburg, Erich Mühsam, Egon Erwin Kisch, Berthold Brecht, Kurt Tucholsky, Jean Paul Sartre, Heinrich Böll, Günter Grass, Che Guevara und Rudi Dutschke.
Diese Aufzählung ist mit Sicherheit unvollständig.
Wäre es nicht längst an der Zeit, das gesammte, gedruckte Erbe dieser roten Rassistenbande in den Papiermüll zu werfen?

Cordt hat gesagt…

Schönes Beispiel für den Rassismus in den Köpfen der Meinungsschaffenden ist übrigens aktuell die Berichterstattung über die "Streiks" der südafrikanischen Platinminenarbeiter. In sämtlichen Leitmedien.

Hier wird allen Ernstes Zerknirschung und Unverständnis ob des Vorgehens schwarzer Polizisten gegen schwarze "streikende" Bergarbeiter geäußert. Also genau das verpönte Denken in Rassekategorien, nach dem "Rassegenossen", und schon gar nicht Angehörige ausgebeuteter nicht-weißer "Rassen", einander doch bitte nichts antun sollen.

Nach dem Scheitern der Klassensolidarität nun auch noch das zu verwinden, scheint nicht leicht zu fallen.

apollinaris hat gesagt…

Ja, ja, das schöne Südafrika. Der Neger ist dem Neger ein Wolf, für unsere Multikultifreunde und Kolonialistenfresser eine deprimierende Feststellung.

Ruanda ist überall in Afrika.