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Samstag, 7. April 2018

Liebevolle EU: Gute Gaben für die Jüngsten

In Brüssel wurden bereits die ersten sogenannten Frfeundschaftstickets an verdienstvolle Jungeuropäer vergeben.
Was für ein unfassbares Glück haben die Menschen in Europa doch mit ihrer multinationalen Regierung! Kaum brodelt und bröckelt es überall in der Union, greift die Kommission tief in die Tasche: "Zehntausende Interrail-Tickets" (HuffPo) will die Chefetage des Kontinent verschenken, um sich junge Leute überall in Europa gewogen zu machen. 30.000 der derzeit rund 40 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen bald "mit von der EU bezahlten Interrail-Tickets" (Stern) "quer durch Europa" (Die Zeit) reisen können.

Zwölf Millionen Euro von ihrem eigenen Geld lässt sich das die Kommission kosten, das als Test für ein Projekt gilt, nach dem künftig alle Europäern zum 18. Geburtstag von der EU ein Interrail-Ticket geschenkt bekommen werden. Auf diese Weise, so hatte das EU-Parlament beschlossen, können die jungen Leute "Bekanntschaft mit Europa und seinen vielfältigen Kulturen" machen, die -  abgesehen von der deutschen - überall in fröhlich-bunter Vielgestaltigkeit existieren. Die Kommission erhofft sich davon höhere Beliebtheitswerte bei künftigen Wählern - deshalb auch soll das Projekt "Freundschaftsticket" unbedingt noch vor den 2019 anstehenden Europa-Wahlen gestartet werden.

Bereits in diesem Sommer sollen die ersten Teilnehmer abreisen, verabschiedet jeweils mit Blaskapellen, winkenden EU-Abgeordneten und Blumensträußen aus regionaler Zucht. Vorher können sich im Jahr 2000 geborenen EU-Bürger auf einem - derzeit noch nicht existierenden - Internetportal für Tickets bewerben können. Im Zuge des Vorwahlkampfes für 2019 will die EU-Kommission dann eine breite Werbekampagne für die Aktion fahren, bevorzugt vergeben werden die Tickets dann an Jungeuropäer, die sich um die gemeinsame Sache von Freiden und EU-Völkerverständigung besonders verdient gemacht haben.

Perspektivisch aber soll das Bewerbungsverfahren wegfallen, dann erhielte jeder EU-Bürger zu seinem 18. Geburtstag automatisch ein Bahnticket im Wert von 400 Euro. Die dazu notwendigen Mittel in Höhe von etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr würden von der EU aus deren eigenem Gesparten gezahlt. Der zuständige EU-Kommissar Tibor Navracsics erklärte dazu: "Die Milliarden dafür wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen."

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Freundschaftsreise UdSSR.

Man gehörte zu den Auserwählten. Bewerben war nicht drin, bzw. reine Formsache, da eh schon festgelegt.

Kosten: 35,- Mark der DDR

Gegenwert: 10 Rubel Taschengeld. Kursverhältnis damals 1:3,20

Von den Eltern gab's auch noch ein paar Rubel, was sich so anfand.

Behaupte also niemand, daß das nicht funktioniert. War eine geile Tour. Ich hab noch Lenin und Onkel Ho gesehen. Live. Wer kann das schon von sich behaupten.

derherold hat gesagt…

1. Das alte Westdeutschland ist ein Geschöpf der USA aus dem Kalten Krieg. Das deutsche Monopolkapital verdankt seine Existenz den USA. Die Monopolbourgeoisie war nach ihrer Kapitulation faktisch entmachtet.
Ohne den Willen der USA (oder allgemein der westlichen Siegermächte), die alten Eigentumsverhältnisse wiederherzustellen, wäre es nicht wiedergeboren worden.

2. Die USA haben sich in Westdeutschland als wohlwollende Besatzungsmacht aufgeführt. Die goldenen Jahrzehnte des Kapitalismus 1950 bis 1970 (Hobsbawm) werden in Westdeutschland und im heutigen Deutschland als mit den USA verbunden erlebt. Das entspricht zu einem großen Teil den Tatsachen.

Die USA waren in der Auseinandersetzung mit dem Sozialismus an einem ökonomisch florierenden Westdeutschland interessiert. Mit den USA gehen hieß siegen lernen. Demzufolge gibt es heute in allen Schichten der Bevölkerung die – seit einigen Jahren erodierende – Überzeugung, bei den US-Amerikanern endlich auf der moralisch richtigen und zugleich der Gewinnerseite zu sein.

3. Der Staat BRD ist unter der Aufsicht der Alliierten (USA und Britannien) entworfen und aufgebaut worden. Das gilt für den Föderalismus, für die Presse, für die Zentralbank, die Geheimdienste, den öffentlichen Rundfunk und vieles andere mehr.

tbc

Anonym hat gesagt…

Oh Anmerkung. Den kahlen Kalmykenmischling und den frankophonen gelblichen Zickenbart doch wohl nicht live, sondern als Konserve.

derherold hat gesagt…

4. Der US-Einfluss in den Medien, in der Bürokratie, in den Geheimdiensten ist noch heute eng mit den USA verzahnt. Es ist noch heute eine Schlagzeile wert, wenn der Auslandsgeheimdienst BND eine eigene Initiative zur Informationsbeschaffung initiiert.
Persönliche Karrieren werden von den USA gefördert. Noch heute werden Chefredakteure nur Personen, die einen längeren Aufenthalt in einer wichtigen US-Institution vorweisen können. Die Spitzenmanager deutscher Großunternehmen weisen in der Regel einen in den USA verbrachten Lebensabschnitt auf.

5. Über die NATO ist Deutschland politisch und militärisch eng an die Führungsmacht gebunden. Es ist unbestritten, dass die NATO-Strategie in Washington entwickelt wird. Die militärische Führung ist institutionell einem US-Amerikaner vorbehalten.

6. Die EU und ihre Vorläuferorganisationen sind Kinder des Kalten Krieges und wurden unter strenger, aber wohlwollender Aufsicht der USA das, was sie sind: ein komplexes Vertragswerk unter imperialistischen Staaten, das der Freiheit des Handels und des Kapitalverkehrs dient.

7. Seit 1990 tritt Deutschland politisch deutlich forscher auf als zuvor. Dennoch wird die Politik eng mit den „Freunden“ in Washington abgestimmt. Die verstärkte Aufrüstung und die Kriegsbeteiligung der BRD in Afghanistan und Syrien wird in völligem Schulterschluss und oft direkt auf Wunsch der USA vorgenommen. (Mir ist nur ein Fall bekannt, dass Deutschland bei einem Aggressionsakt die Initiative ergriffen hat: Als es um die Zerschlagung Jugoslawiens ging. Das war aber ein taktisches Vorpreschen. Strategisch waren sich Bonn und Washington völlig einig. Und Bill Clinton hat damals die Sache erledigt und die Kleinarbeit der EU überlassen.)

Die Nichtbeteiligung der BRD-Regierung unter Schröder am Irak-Krieg war möglich und erlaubt, insofern der Überfall auf den Irak auch in den USA selbst höchst umstritten war.

8. Die regierende Schicht der BRD hat sich durchweg und bis heute als Garant für den Erhalt des US-Imperialismus verstanden und handelt entsprechend. Die aktuell herbe Kritik an Donald Trump und die Enttäuschung über diesen Wahlsieger entspringt der Sorge, dass dieser neue Präsident den aggressiven Kurs gegen Gegner wie China und Russland sowie die Staaten des Nahen Ostens nicht hält.

Die geplante politisch und militärisch gewichtigere Rolle, die Deutschland in diesen Vorstellungen spielen soll, geriete in Gefahr, nicht realisiert werden zu können.

Eine eigenständige, von den USA unabhängige imperialistische Politik Deutschlands ist auf Sicht weder realistisch, noch wird sie von den maßgeblichen Kreisen in der BRD auch nur erwogen. Der Antiamerikanismus, den es dennoch gibt, hat in der herrschenden Klasse den Charakter einer Klage über den starken, aber zuweilen inkompetenten Anführer der eigenen Seite.

L. Zeise

Die Anmerkung hat gesagt…

@anonym

Selbstverständlich gut konserviert aber eben live. Und unwirklich irgendwie, aber erhaben, wie es nunmal in einer Leichenhalle ist.