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Samstag, 9. März 2019

Rettung aus dem Untergrund: Kellerappartments gegen Wohnungsnot

Kellerräume wie dieser werden jetzt im Bundesprogramm BtB zu preiswerten Appartments umgebaut.

Nicht nur auf Discountern, über Gleisen und Parkplätzen könnten fast 3 Millionen Wohnungen entstehen, sagen Forscher. Sondern auch in den Kellern von fast allen 18,95 Millionen Wohngebäuden in Deutschland, unter Fabriken, Bürohochhäusern und Behördensitzen.

Groß ist die Not, mit der Menschen überall in der Republik nach Wohnraum für sich und ihre Familien suchen. Nicht nur Großstädte und Metropolen im Westen stöhnen unter stiegenden Mieten, endlosen Besichtigungsschlangen und explodierender Nachfrage, seit die Mietpreisbremse ihre Wirkung richtig entfaltet hat. Gefragt ist alles, was ein Dach und vier Wände hat, selbst auf Supermarktfilialen und Parkhäusern stocken Investoren derzeit schnell auf, um mit fehlendem Wohnraum die schnelle Mark zu machen.

Raumreserven im Untergrund


Doch meist sind es Luxuswohnungen, die sich kein Normalverdiener leisten kann, so dass neben der strikten Enteignung, wie sie der Senat in Berlin plant, auch andere Lösungen ins Blickfeld rücken.
Als gutes Beispiel dafür, wie sich die Wohnungsnot in Deutschlands Großstädten lindern lässt, gilt eins Strategie, die die unter dem aktuellen Zuwachs stöhnende Uckermark-Metropole Templin entwickelt hat: Dabei werden bisher als Kellerräume genutzte Raumreserven unter Wohngebäuden zu sogenannten Souterrain-Appartments ausgebaut. An eine Aufwertung zu teilweise sogar tageslichttauglichen Wohnräumen ist dabei gedacht. Pläne sehen die Grabung von Lichtschächten vor, die über weiträumig aufgebohrte ehemalige Kellerfenster natürliche Beleuchtung zulassen.


Zwar herrscht Skepsis, besonders, was die Qualität der neuen, tiefergelegten Discounterwohnungen angeht – Stichwort: Billigwohnen. Doch grundsätzlich gilt der Ansatz als mustergültig und zur Nachahmung empfohlen. Nachverdichtung heißt das Mittel, mit dem auch das für Bauen zuständige Heimatministerium in Berlin alle Potentiale erschließen will, mit der die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 2020 gelöst werden soll.

Bis zu 27 Millionen neue Wohnungen könnten in Deutschland unter bereits bestehenden Gebäuden errichtet werden. Da schätzungsweise nur eine Million Wohnungen vor allem in den Großstädten fehlen, könnte sich das Problem von steigenden Mieten und verzweifelten jungen Familien auf Obdachsuche so durch smarte Umsiedlungsmaßnahmen lösen lassen. Zudem, darauf weisen Umweltschützer hin, erfüllen die neuen Untergrundappartments die harten Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom Start weg, da die von der EU zur Sicherung des Weltklimas vorgeschriebene präventive Fassadendämmungsmaßnahmen durch die bereits vorhandene Erdeinbettung ersetzt werden.

Aufnutzung erhöht Rendite


Dazu kommt: Wohnimmobilien sind für Investoren bereits heute lukrativ, die Renditen stimmen. Durch eine Aufnutzung mit zusätzlichen Wohnungen unter bereits bewohnten Flächen steigen mögliche Gewinne der Eigentümer, so dass Einzelmieten sogar sinken können.

Beste Voraussetzungen für das neue bundesweite Programm Basements to build (BtB), das die Bundesregierung und die EU-Kommission mit 1,76 Milliarden Euro aus dem EU-Topf für sozialen Wohnungsbau fördern wollen. Allein durch die öffentlichen Mittel, die so noch vor der Europa-Wahl im Mai mobilisiert werden, können in den Innenstädten rund 400.000 Wohnungen neu geschaffen werden. Experten im Heimatministerium rechnen damit, das dadurch etwa eine halbe Million Wähler der AfD den Rücken kehren und zur Union zurückkehren.

Kommentare:

Gernot hat gesagt…

Das erscheint mir alles noch sinnvoller, als fantasielos Grün-, Natur- und Gartenflächen plattmachen zu wollen, neue "Energiesparhäuser mit sinnlosen, fünf Meter breiten Baulücken zwischen den einzelnen Mietshäusern, statt mit geschlossener Straßenfront zu bauen oder Kleingärten durch neue am Stadtrand zu ersetzen, damit man über 20 km Anfahrt hat. Der Verkehr muss ja in der Wachstumsgesellschaft auch wachsen ...
Auch könnte bei vernünftiger Aufteilung (Erdgeschoss und oben Einpersonenwohnungen für Alte und Junge, dazwischen Familienwohnungen) auf Verteuerungen durch Fahrstuhl und unnötigen Ausstattungsluxus verzichtet werden. Renovieren und Einrichten (Küchen) könnten die Bewohner selbst, müssten sie nicht erstmal den halben Monat oder länger für die Mieten arbeiten.
Die Finanzämter sollten einen billig Vermietenden nicht bestrafen, indem sie eine theoretisch erzielbare Miete als zu versteuerndes Einkommen berechnen. Die miettreibenden Grundstückskosten wären auf den vielen bundes-, landes- und Komunengrundstücken zu umgehen.
Man will das nicht; man verlöre Kontrolle, hätten die Menschen am 30. des Monats noch ein paar Euro übrig.

Anonym hat gesagt…

Ich weiß gar nicht wo die Menschen schon wieder ein Problem mit der Wohnungsnot sehen. Vier Pfosten, etwas Wellblech und einige Nägel. Fertig ist das Energieeffiziente Eigentumsheim. Fläche gibt es zudem mehr als genug. Viele Straßen sind doch durch Grünstreifen getrennt.

Anonym hat gesagt…

Bis 2020 so sagt die Partei
sind wir alle Wohnungssorgenfrei.
Alles schon mal dagewesen, ist wie DDR aber ohne Mauer.