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Sonntag, 14. Juli 2019

CO2 : Nicht mal eine Kugel Eis

Der Glaube an den Greta-Effekt verändert Deutschland und wirkt direkt auf die Politik, die jetzt entschlossen daran geht, das Weltklima zu retten.

Puhh, das war knapp. Doch schließlich ist doch alles gut geworden: Nach den ersten offen kommunizierten Zahlen zur neuen CO2-Steuer, die nach den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg beschlossen werden wird, gibt es ein großes Aufatmen bei Autofahrern, Wohnungsheizern und Flugpassagieren.

Die neu zu schaffende CO2-Steuer wird nach Ansicht von Wissenschaftlern des Sachverständigenrates der Bundesregierung, die den Fahrplan zur Bepreisung der knappen Ressource Klima jetzt in Berlin vorstellten, für Verbraucher überaus günstig ausfallen. So soll der Preis für einen Liter Benzin durch die neue Zusatzsteuer bis 2030 nur um 37 Cent steigen. Selbst bei Berücksichtigung der normalen Preissteigerung durch inflationäre Effekte, die bis 2030 bei etwa 35 Cent liegen dürften, würde ein Liter Benzin im Zieljahr nur etwa 2,35 kosten. Die Preissteigerung läge damit weit unter dem Preis einer Kugel Eis, den der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) als Kostenanteil der Bürger am deutschen Energieausstieg beziffert hatte.

Gemessen am angepeilten Ergebnis - der Rettung des gesamten Globus - ist das ein kleiner Obolus, der sich auch für Wohnungsheizer nur unwesentlich erhöht. "Wer seine 80-Quadratmeter-Wohnung mit Gas heizt und partout auch weiterheizen will", haben die Experten errechnet, "müsste bei Einführung der neuen Zusatzsteuer 45 Euro und 2030 dann 260 Euro im Jahr mehr zahlen als heute." Bei einem Benzinverbauch von tausend Litern im Jahr addierten sich dazu etwa 800 Euro für Treibstoff, so dass insgesamt rund 1000 Euro Mehrbelastungen aufgefangen werden müssen. Das entspricht einem halben Durchschnittsmonatseinkommen und soll nach Angaben von Bundesregierung und Grünen durch die Ausgabe eines sozialverträglichen "Klimageldes" in Höhe von 250 Euro jährlich ausgeglichen werden.


Auch wenn die Wissenschaft heute noch nicht mit letzter Sicherheit sagen kann, ob die Höhe der neuen Strafsteuer für Umweltsünder ausreichen wird, um Hausbesitzer dazu zu erziehen, eine neue Heizung für bis zu 15.000 Euro einbauen zu lassen oder Autofahrer zu überzeugen, sich für 35.000 Euro ein Elektroauto zuzulegen, das allein durch den moralische Verschleiß verspricht, schon zwei Jahre später vollkommen unverkäuflich zu sein, herrschte auf vielen Straßen und Plätzen im Land direkt nach der Verkündung der neuen Maßnahmen von Partei und Regierung Volksfeststimmung.

Die Aussicht, dass Geringverdiener durch die neuen Steuern sogar kräftig entlastet werden, weil sie in der Regel kleinere Wohnungen haben und weniger Auto fahren und ihre Mehrkosten durch die 20 Euro, die jeder Bürger monatlich als sogenannte Klimadividende von Staat ausgezahlt bekommen wird, ließ Tausenden ganze Steinhalden vom Herzen fallen. Obere Einkommensgruppen hingegen müssen nach den Plänen zwar künftig mehr zahlen, können das aber selbst ändern, indem sie kleine oder ganz kleine Wohnungen beziehen, Fernflüge meiden, Heizungen herunterdrehen und statt mit dem Auto mit einem der neuen E-Roller ins Büro fahren.

Eine typische Win-Win-Situation, bei der selbst die Verlierer das bessere Ende für sich haben, können Millionäre und Mittelständler doch problemlos durch Verhaltensänderungen "eine effiziente Lenkungswirkung erzielen, um die Treibhausgase über Verhaltensanpassungen zu reduzieren". Weniger heizen, dafür einfach mal einen Pullover überziehen, den Kindern das iPhone und den Netflix-Zugang wegnehmen, Urlaubsziele in der Nachbarschaft statt in Neuseeland und schon wären die geringen Zusatzbelastungen durch die CO2-Steuer auch für diese Bevölkerungsgruppe und ihre klimaaktiven Kinder ausgeglichen.

Zum Hintergrund: Durch zunehmende Haustierhaltung und den stillschweigenden Ausstieg aus dem Kyoto-Vertrag hinkt seinen internationalen Verpflichtungen bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes dramatisch hinterher. Bis 2030 hätte der Treibhausgas-Ausstoß um 55 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen müssen, in den 30 Jahren bisher wurden allerdings nicht einmal 30 Prozent Reduzierung erreicht, 25 davon durch das Abschalten der DDR-Industrie in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Deutschland steht deshalb nun vor der Aufgabe, in einem Viertel der Zeit mehr als doppelt soviel CO2 einsparen zu müssen wie bisher, dennoch weigert sich die Bundesregierung nach wie vor, ernsthafte und radikale Schrittte gegen offenkundige Bedrohungen des Weltklimas einzuleiten.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

In aller Bescheidenheit möchte ich im Zusammenhang damit, daß die BRD das Weltklima für alle im Alleingagng rettet, auf die einzige Ausnahme hinweisen, die man sich hier gestattet. Der Untergang Tuvalus ist beschlossene Sache und nicht mehr verhandelbar. Er wird nun neu berechnet.

HItzschlagersänger hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
ppq hat gesagt…

tuvalu geht schon so lange unter... es ist teil unserer untergangs-dna geworden

Aissmänn hat gesagt…

Nachdem der Blog-Administrant seine Premiummission darin sieht, hier die alleroberste Moralmonstranz zu sein und jeden Leser-Kommentar löscht, der sein höflichkeitsneurotisch hochglanzpoliertes Kniggeuniversumchen zu besudeln scheint, reduziert alles hier sich auf einen an die Kahanekette gelegten seichten Plauderdialog zwischen Die Anmerkung und ppq.

Aber den neuesten Beitrag wie folgt titulieren:

"Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen!"

Kämpferisch plakatieren, aber dann maasregelkonform kuschen - wahrlich eine gelungene Symbiose.

ppq hat gesagt…

vielleicht hatte ich vergessen, es zu erwähnen, aber: du kannst auf deinen eigenen tisch kotzen, so viel du willst, so oft du magst und in jeder farbe, die dir gefällt.

auf meinen nicht.

und nun ab, geh tischlern

Anonym hat gesagt…

Der Prophet Sirach: Diene einem Narren nicht in seiner Sache, und siehe seine Gewalt nicht an.

Nordlandfahrer

ppq hat gesagt…

versuch es einfach mal mit halb so vielen adjektiven und dabei mit halb so vielen insultiven. dann sehen wir weiter