Google+ PPQ: Mit Rechten reden: Wenn beim Nazi der Korken knallt

Freitag, 16. August 2019

Mit Rechten reden: Wenn beim Nazi der Korken knallt

Im Kräftemessen mit der Meinungsfreiheit fuhr der Kölner Medienaktivist Georg Restle einmal mehr einen sicheren Sieg für die AfD ein.

Als sich mit dem Medienaktivisten Georg Restle ein Gigant im Kampf für Denk- und Sprechverbote in die Diskussion einschaltete, rieben sie sich bei der rechtspopulistischen AfD die Hände. Was für ein Präsent, zwei Wochen vor der Sachsen-Wahl! Restle, als Chef des früheren Politik-Magazins "Monitor" hauptberuflich selbst als Journalistendarsteller tätig, als Wahlhelfer für die kruden Botschaft von der Einschränkung der Meinungsfreiheit, von Staatssenderauftrag und Meinungsmanipulation gewinnen zu können, das hätte sich die im dunkeldeutschen Teil des Ostens um den Titel "Stärkste Partei" kämpfende Nazi-Bewegung in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

Doch Restle, rastlos unterwegs auf einer Mission, die ihn zwingt, niemals neutral zu berichten, schaltete sich ein in eine Diskussion, die es bis dahin noch nicht einmal gegeben hatte: Darf der Partnersender MDR zur Vorstellung des Dokumentarfilmes „Chemnitz – Ein Jahr danach“ auch einen der mutmaßlich neonazistischen Akteure der Demonstrationen des vergangenen Jahres zu einer Gesprächsrunde einladen? Oder wäre das als Versuch einzuordnen, dem Nazi-Demo-Ordner Arthur Österle eine verbotene Plattform zu bieten?

Georg Restle, als junger Mann selbst Herausgeber einer rechtspolitischen Zeitschrift, kennt da kein Vertun. Keine Fußbreit den Faschisten und keine Sendeminuten denen, die nach dem mutmaßlichen Mord an einem Chemnitzer mit dem Satz "Meinetwegen bindet Euch den rechten Arm an, wir sind heute hier als Volk, und nicht als politische Gesinnung" zu Protestdemonstrationen aufrufen.

Als Restle vom MDR ultimativ forderte, den bis dato bundesweit völlig unbekannten "Chefordner der Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“" (Restle) aus der geplanten Diskussionsrunde auszuladen, folgte der ostdeutsche Heimatsender nicht sofort. Die Verantwortlichen in Leipzig meinten, dass zu einer Gesprächsrunde mit Machern und Akteuren des Films auch der zauselbärtige russlanddeutsche Rechte mit dem kantigen Akzent gehöre, der schließlich ja auch auf eine Überzahl an Gegenstimmen treffen werde.

In Restles Welt aber geht es nicht darum, zu reden, denn wie viele aus dem aktivistischen Spektrum des deutschen Journalismus traut der 54-Jährige den Bürgerinnen und Bürgern an den Empfangsgeräten nicht zu, selbst einordnen, gewichten und urteilen zu können. Georg Restle steht für eine paternalistische Berichterstattung, die nicht Fakten oder Positionen benennt, sondern als oberste Meinungszulassungsbehörde eigene Werturteile nach unten durchstellt, denen dann bitte doch alle zu folgen haben.

Den Widerstand des MDR empfand Restle sichtlich in einem Ausmaß als unfreundlichen Akt, dass er alles mobilisierte, was an Pseudo-Öffentlichkeit im Journalisten-folgen-Journalisten-Netzwerk Twitter zu finden ist. Den Kopf bis zum Hintern aus dem Fenster gesteckt, wurde aus der ersten zaghaften Nachfrage, ob der MDR die Einladung Oesterles "ernsthaft" meine, eine Kampagne, die zwar kaum echtes öffentliches Interesse fand, in den Filterblasen der Medienarbeiter aber große Wellen schlug.

 Restle, für den neutraler Journalismus der "Leugung des Kerns alles Menschlichen" gleichkommt, fand bei Gleichgesinnten aus dem Volkserziehungsgewerbe Unterstützung. Deutschlandweit war die "Gesprächsrunde" Thema, als sei in Chemnitz nie etwas anderes geschehen als ein paar Nazi-Demos, die seinerzeit offenbar vollkommen anlasslos ausgebrochen waren. Die zur Diskussion geladene Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) zog als erste die richtigen Schlüsse und sagte ab. Margarete Rödel von der Grünen Jugend folgte mutig.

Was Außenstehende angesichts der klaren Positionierung aller Leitmedien schon im ersten Moment geahnt hatten, wurde schließlich nach nur drei Tagen Sturm im Twitter-Wasserglas Gewissheit: Es ist in Deutschland nicht möglich, mit Rechten zu reden, nicht einmal in Ostdeutschland, wo das Maß an Toleranz für abweichende Meinungen historisch bedingt größer ausfällt als in den Gefechtsständen der westdeutschen Kampfjournalisten. Der MDR knickte ein und stellte den geplanten "Publikumsdialog zur Doku-Preview nach Absagen neu auf", wie offiziell formuliert wurde. Die Ostdeutschen schütteln die Köpfe. Es nuschelt "Das ist ja wie in der DDR" in den Kneipen. Und bei der AfD knallen die Korken.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein wahres Labsal, auf meinem Leib-und Magenblog - wenigstens seit ein paar Tagen - dieses geifernden Trolles entraten zu können. Så här kann det stanna.

Nordlandfahrer

Carl Gustaf hat gesagt…

"Ich finde es grundsätzlich schwierig, wenn ein Land Menschen die Einreise verweigert, die eine nicht genehme Gesinnung haben", führte Becker aus. "Wenn wir damit anfangen, dann haben wir sehr schnell eine ganz andere Welt, in der wir leben."

Reinald Becker, Restles Kollege und Bruder im Geiste

Anonym hat gesagt…

>> Fast alle Konflikte, die sich derzeit in unserem Weltteil abspielen, resul­tieren aus einer normativen, die Menschen überfordernden und ihre kollektiven Eigenarten ignorierenden Politik. <<

Nicht so ganz, @ Freund Anmerkung, nicht so ganz. Das mit dem Überfordern trifft ja zu, aber die kollektiven Eigenarten werden mitnichten ignoriert, sondern eben sehr sorgfältig ins Kalkül gezogen. (Ich weiß, nicht Deine Rede, Zitat ...)

Die Anmerkung hat gesagt…

Nein, nicht meine Rede, auch nicht mein Zitat, sondern Klonovsky.

Wenn ich zitiere, dann fast immer mit Link, als kleiner Service für Mitleser, denn das Zitat entbindet nicht davon, dem Link zu folgen, um sich im Kontext auszutoben. Es verpflichtet allerdings auch nicht dazu. Es obliegt den Lesern, zu tun, wie ihnen beliebt.

Er hat schon weitestgehend Recht, der Klonovsky, denn die Eigenarten der Volkskörper sind den politisch handelnden Eliten in den allermeisten Fällen wirklich wuppe.

Früher hieß es, niemand kann in der BRD Wahlen gegen die Autiobesitzer, sprich Autolobby gewinnen. Wer das Auto des kleinen Mannes antastet, hatschon verloren. Ist inzwischen obsolet, weil völlig wurscht.

Und und und ...

Trollo hat gesagt…

@ Anonym 1

Da schau her, Nordlandfahrer beglückt uns mal wieder mit seiner weisen Abgeklärtheit.
Ein bedauernswerter Psycho, der sich von etwas Text so provoziert fühlt, dass er darauf wie ein Automat mit Beißreflex reagieren muss.

Im Nordland Island werden Trolle hoch geachtet.

Naja, ist eben nicht Schweden, dem dank der blonden Blauäugigkeit demnächst vermutlich 1. islamischen Gottesstaat Europas. Die Dänen riegeln darum schon ihre nordländische Grenze ab.

Nordlandfahrer jedoch träumt weiter seinen ätzenden Überlegenheitswahn in seinem alten Ikeabett namens "Godfick".

Så här kann det stanna.

ppq hat gesagt…

diese anonyme, was habt ihr eigentlich für probleme miteinander? könnt nicht mal ein bier trinken gehen oder euch auf einen boxkampf treffen? ich denke, den meisten außenstehenden geht es wie mir - ich verstehe nicht mal, wo euer dissenz liegt, da ihr eure überwältigende klugheit einerseits so subtil ausstellt, dass jeder normale mensch ein wörterbuch und die edda braucht, um die mutmaßlich gesitreichen andeutungen zu entschlüsseln. und man zudem nie recht weiß, wer da wen disst, weil ihr alle gleich komisch anyonam heißt

Der lachende Mann hat gesagt…

Wir würden viel lieber wieder einmal Auszüge aus den Persia-Dünndruckausgaben lesen.

Anonym hat gesagt…

"das Kombinat hat eben angerufen ; das persia Dünndruckpapier ist alle , Golokowski will aber in Westberlin eine große Rolle bestellt haben ".

wenige Tage später .

"was macht der Artikel über den Greter ? "

"ist noch nicht ganz fertig - die Rolle des blauen Plasteeimers muss noch mal überarbeitet werden "

"hat der Greter denn schon mal a-a gemacht ? was schreibt denn die BILD ? "

"also die 5,5, Mo. Jolle gehört einer stuttgarter Halbweltgröße , die PR Veranstaltung könnte zum PR Gau werden wenn die Leute merken wie sie verarscht werden ".

"kann man die vertikalverspannte , neoprotestantistische Verzichtsideologie überhaupt verkaufen ? "

"wird nicht verkauft - wird einfach nur angeordnet ".

"warum funktioniert die rotgrüne Verbotsagenda in diesem Land zu unglaublich gut ?"

"nun - aus den Kindern der Sozialdemokratie wurden ambitionierte , anakademisierte Arschlochbürger , sie versuchen ihr Umfeld zu manipulieren - Problem : es gibt nicht genug Planstellen bei EKD , GEW und verdi ( diese sind den Freimaurerkindern vorbehalten ) ; Ebene 4- Gutmenschen werden in einer modernen Industrie eigentlich nicht gebraucht - außer man erfindet neue Sachzwänge und setzt zusätzlich Blockwartpersonal ein um die Handlungsanweisung der Wort-zum-Sonntag MenschInnen umzusetzen .

da steht sie nun , leicht gebräunt , die Pfarrerin , gut gefickt und die Oberschichthaut mit der 90 oiro-Lotion gepflegt verdient sie in wenigen Minuten deutlich mehr als ein junger Ingenieur in einem Monat .

da niemand bereit ist den logischen Diskurs um eine Brechstange oder 400l Superverbleit zu erweitern wird sich wohl nix ändern .