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Montag, 28. Oktober 2019

Thüringen: Das schwarze Herz Dunkeldeutschlands

Die Braunstraße in Erfurt gilt als Symbol für den finstersten Ort in Dunkeldeutschland.

Es war eine Schlacht um die Zukunft, ein zähes Ringen, das für die entscheidenden Figuren als Auswärtsspiel stattfand: Bodo Ramelow, geboren im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck und der Westfale Björn Höcke stritten im Thüringer Landtagswahlkampf um die Vorherrschaft von Lechts und Rinks im selbsternannten "Grünen Herz Deutschland". Auch das Zünglein an der Waage wuchs auswärts auf: FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich kommt aus Aachen und zeigt damit, dass der Osten selbst dort, wo es ihm gut geht, kaum in der Lage ist, seine Dinge selbst zu regeln.

Drei Spitzenkandidaten der sechs etablierten Parteien waren keine Ostdeutschen, vier keine Thüringer. Sowohl der linkeste als auch der rechteste Kandidat kam aus dem Westen, die Hälfte des Grünen-Duos stammt auch noch aus Brandenburg. Die andere Hälfte, 1990 ganze 13 Jahre alt, betonte wegen Höckes Parole von der "Wende 2.0" öffentlich mehrfach, ihre Wurzeln lägen in der DDR-Bürgerrechtsbewegung Bündnis 90.

Bleiben SPD-Mann Wolfgang Tiefensee, seit seinem Bratschen-Auftritt auf der olympischen Bühne durch viele, viele Ämter bis in das des Wirtschaftsministers in Erfurt gescheitert. Und Mike Mohring, ein in seiner Jugend tatsächlich bürgerbewegter Mann, den die panikartige Flucht der SPD in die Arme der Linken nach der Landtagswahl 2014 an die Spitze einer Partei geschoben hatte, die bei der Wahl die meisten Stimmen geholt, aber keine Partner zum Regieren gefunden hatte.

Gut für die Linke, die fünf Jahre später höchstes Lob aus berufenem Munde bekommt. "Ramelow entwickelte keine kommunistische Schreckensherrschaft, sondern sich zum Darling der Thüringer", rühmt der "Spiegel", "er ist heute einer der beliebtesten Ministerpräsidenten in Deutschland". Ramelow verkörpert eine Art nicht-linken Linken, er spielt den Landesvater auf dieselbe Weise wie der Grüne Winfried Kretschmann es in Baden-Württemberg tut. Dass Thüringen zuletzt nach Jahrzehnten einer rasanten Aufhjoljagd bei der Wirtschaftsentwicklung ans Ende Wachstumshitparade zurückfiel, spielt in den Bilanzen der um Gnade für das "Modell R2G" bemühten Leitmedien in Berlin, München und Hamburg keine Rolle.

"Eine von den Linken angeführte rot-rot-grüne Regierung erscheint heute als passable Option", analysiert der "Spiegel" und der Wunsch klingt durch, es möge so sein. Nur mit der Linken hat die SPD eine winzige Chance, irgendwann und irgendwie noch einmal der Kanzler zu stellen. Ohne den Wegfall des Tabus, mit der mehrfach unbenannten SED zu regieren, bliebe stets nur der zähneknirschende Weg, als Juniorpartner der CDU staatspolitische Verantwortung zu beweisen, bis der letzte sozialdemokratische Wähler sich Richtung Grüne oder Richtung Union verabschiedes hat.

Dass Thüringen, das Modell-Land der beschwichtigenden Ramelow-Linken ohne offensive kommunistische Experimente, in der Amtszeit des Hoffnungsträgers zum schwarzen Herzen Deutschlands wurde, in dem CDU, AfD und FDP zusammen eine mehr als auskömmliche absolute Mehrheit haben, bleibt unerwähnt. Thüringen gilt nun vielmehr als der Ort, an dem erstmals eine Regierung  nach dem SPD-Modell des Notvorstandes im Amt bleibt, ohne demokratisch legitimiert zu sein, weil sie bei der Wahl ihre Mehrheit verloren hat.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

THÜRINGEN: SIEG DER EXTREME, ENDE DER MITTE

„Das wird das Land vor eine Zerreißprobe stellen“
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Keine Zerreißproben, nirgends.
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"Das erneut gute Abschneiden der AfD wird in der deutschen Medienlandschaft mit großer Sorge beobachtet."
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Eben, nur dort, in dieser versumpften Landschaft. Alle (!) anderen machen weiter so. Auch das Pack.

Die Anmerkung hat gesagt…

Soweit ich das verstehe, lautet die Frage nur, wann die FDP Bodos Charme erliegt.

Die süße Droge Macht, so wirksam ist sie.

Jodel hat gesagt…

Die Frage muss leider wohl eher lauten, wann die CDU Bodos Charme erliegt. Der FDP läuft zwar auch der Sabber, wenn Sie an all die tollen Pöstchen in der Regierung denkt. Aber mit
3x stramm links zusammen, wird sie sich dann wohl doch nicht trauen. An so einen Selbstmord auf Ansage glaube ich nicht.
Wir haben es hier wieder einmal mit einer Wahl in Deutschland zu tun, bei der die Bürger einer möglichen eher konservativen Regierung die absolute Mehrheit erteilt haben und komplett ignoriert werden.
Um Lord Voldemort zu verhindern muss diesmal CDU in den sauren SED-Apfel beißen. Die Medien
werden schon laut genug in diese Richtung trommeln.
Bei der aktuellen Ausrichtung der Parteiführungen, nicht der Basis, passen die Linken und die Schwarzen doch auch ganz gut zusammen. Auf jeden Fall besser als zum Programm der AfD. Wenn man das ungute Gefühl im Bauch weglässt, welche unüberbrückbaren und nicht verhandelbaren Gegensätze schließen denn eine schwarz-pinke Koalition derzeit aus?
Eben.

Anonym hat gesagt…

die Sozialdemokratie in Westeuropa hat heute um 5°° Uhr kapituliert

Die Anmerkung hat gesagt…

@Jodel

Stimmt. 28.10.2019 - 12:30 Uhr
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PAUKENSCHLAG NACH THÜRINGEN-WAHL IN CDU-SITZUNG

Mohring will Gespräche mit Ramelow führen!

CDU-Landeschef: „Ich brauche das Vertrauen und die Freiheit, dass ich mit ihm reden kann“ ++ Rückendeckung von Altmaier: „Mike braucht die Freiheit, diese Gespräche führen zu können“

Anonym hat gesagt…

Reichsführer Schmerz: "ab morgen werden die sog. Herrenclubs durchsucht und deren Leitungskräfte verhaftet" .

Die Anmerkung hat gesagt…

Die Frankfurter Arbeiter Zeitung weiß es noch besser:

https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-thueringen/thueringen-wahl-mohring-schliesst-koalition-mit-linken-nicht-aus-16455030.html

NACH DER WAHL IN THÜRINGEN:
Mohring schließt Koalition mit der Linken nicht aus
AKTUALISIERT AM 28.10.2019-13:09

Anonym hat gesagt…

Reichsführer Schmerz: "ab morgen werden die sog. Herrenclubs durchsucht und deren Leitungskräfte verhaftet" . ---

Warum verhaften. Benito, den ich sonst gar nicht mag, hat es gezeigt: Eine halbe Flasche Rizinusöl, ein paar rustikale Backpfeifen, und die Brut als ausgemachte Scheißkerle nach Hause schicken. Unfein, hat dennoch etwas.

Anonym hat gesagt…

Mohring will Gespräche mit Ramelow führen!

Und wird er auch, und es wird weder der CDU noch der SED grundsätzlich schaden.

Jodel hat gesagt…

Selbstverständlich Schaden diese Gespräche der CDU überhaupt nicht, wenn man diese bei der nächsten Wahl bei unter 10 % sehen will.