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Dienstag, 26. November 2019

Klimanotstand: Magdeburg setzt radikales Lichtzeichen

Der sogenannte Luftbrunnen der Magdeburger Lichterwelten symbolisiert den beständig steigenden CO2-Gehalt in der Atemluft der Deutschen.
Wer hat, der kann! Und der muss dann auch. In Zeiten von Klimasommer, Heißzeit und drohendem Untergang der Zivilisation hat sich die ostdeutsche Landeshauptstadt Magdeburg entschlossen, nach der Erhöhung der örtlichen Preise im Öffentlichen Nahverkehr zugunsten des Klimas die Weihnachtszeit zu nutzen, um ein ganz besonderes Signal gegen Klimaleugner und Erwärmungskritiker zu setzen: Dazu hat die polnische Firma "Multidekor" überall in der Innenstadt  Skulpturen aus veganem Klimadraht ausgebaut, die mit hunderttausenden von Lampen verziert sind. Wird es dunkel, wegen der bisher ausgebliebnen europäischen Lösung für ein Ende der Zeitegoismen in Magdeburg derzeit etwa um 18 Uhr, erstrahlt die Metropole des im Rückbau befindlichen Bundeslandes Sachsen-Anhalt dann in magischem Mahn-Licht.

Magisches Mahn-Licht


Eine Premiere, illuminiert von mehr als einer Million Lichtern, die Pferde nachbilden, Bären und Kugeln aus goldenem Draht. Rund um den prachtvollen Magdeburger Dom, der von Zeiten kündet, in denen noch Geld da war, vorbei an den bunten Innenhöfen der windschiefen Grünen Zitadelle von Hundertwasser und entlang Magdeburgs barocker und romanischer Fassaden entsteht so das Bild einer Stadt, die es dicke hat. 1,6 Millionen Euro lässt sich die Stadtverwaltung die außergewöhnliche Lichterwelt mit hundert Kilometer langen Lichterketten, 500 glänzenden Christbaumkugeln, 320 geschmückten Laternen kosten und mehr als 60 großen, leuchtenden Skulpturen kosten. 

Doch das Spektakel, das ersten Vermutungen zufolge auch aus dem Weltall zu sehen sein wird,  ist es allemal wert. Die Stadt hofft, durch das leuchtende Signal Besucher aus dem ganzen Umland zu einem Besuch zu veranlassen, so lange die Elbe durch beständige Zunahme von Hochwassern, Tsunamis und Starkregenereignissen noch nicht endgültig über die Ufer getreten ist. Die Stromkosten für bis zu einer Millionen Kilowattstunden Ökostrom - etwa der Verbrauch von 300 dreiköpfigen Familien - wären gut angelegt, wenn es dann gelingt, die Menschen zu überzeugen, dass es nicht mehr reicht, den Klimawandel durch weniger Autofahrten oder radikalen Verzicht auf Flüge von und zur Arbeit  zu bekämpfen.

Hotspots für die Heißzeit


Die "Lichterwelt Magdeburg" ist ein europäisches Projekt, gestaltet vom polnischen Künstler Piotr Bielecki. Der will aufrütteln mit seinem einzigartigen Konzept zur "Belebung der Innenstadt", wie es Paul-Gerhard Stieger, Chef der mehrheitlich der Stadt Magdeburg gehörenden Gesellschaft zur Durchführung der Magdeburger Weihnachtsmärkte mbH nennt. Man erhoffe sich, dass zahllose Magdeburger und ihre Gäste die neugeschaffenen Hotspots nutzen, um Selfies und Fotos mit der Familie zu machen, die die Botschaft der Mahnung zu mehr Klimavernunft über die sozialen Netze in alle Welt tragen. Genutzt werden könne die Beleuchtung für die nächsten zehn Jahre, ein Beleuchtungsausstieg ist also bereits für ein Zeit lange vor dem Ende der Braunkohlenverstromung geplant.

Die Lichter in der Ottostadt, sie  werden weit ausstrahlen und persönliche Konsequenzen von jedermann fordern. Können wir unsere Lebensart wirklich so beibehalten?  welche Rolle spielt der gute alte Brauch der Verhängung des Klimanotstandes künftig überhaupt in den weiten und weitgehend entleerten Flächen des Ostens? Und gelingt es vielleicht bald auch anderen Städten, mit so pfiffigen und aufrüttelnden Klimaideen radikal umzusteuern wie Magdeburg?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich fürchte, dass Magdeburg sogar den Klimahysterikern egal ist.