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Mittwoch, 12. Februar 2020

Cryptoleaks: Wie das ZDF Recherche simuliert

Ausspähen Freunde Merkel
Cryptoleaks aus dem Archiv:Das ZDF enthüllt neuerdings, was Wikipedia seit Jahren weiß.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist in der Klemme, die Empfänger fragen sich zunehmend, was das alles warum gesendet wird, weswegen zwei Grüne in einer Sendung besser sind als ein Liberaler und warum überhaupt ständig über Leute gesprochen wird, die selbst nicht zum Gespräch eingeladen werden. Im normalen Leben gilt das als unhöflich, im GEZ-Fernsehen ist es Standard, denn hier, wo Deutschland unwidersprochen als "reichstes Land der Welt" bezeichnet wird, gilt auch das Abschreiben bei Wikipedia als fundamentale Recherche.

Gerade erst Operation haben die Premiumjournalisten des "Zweiten" einen neuerlichen Beweis abgelegt, indem sie gemeinsam mit "Washington Post" und SRF belegten, "wie BND und CIA heimlich Staaten ausspionierten". "#Cryptoleaks" heißt das beim ZDF, denn ein vermarktbarer Name sichert höchstmögliche Aufmerksamkeit für das Unternehmen, das bei den beiden befreundeten Geheimdiensten "Rubikon" hieß, womöglich, weil es danach kein Zurück mehr gab und am Ende mit der deutschen Kanzlerin sogar die oberste Dienstherrin des BND abgehört wurde.


Wenigstens war der deutsche Geheimdienst zu dieser Zeit schon raus bei "Rubikon", so dass Elmar Theveßen, Peter F. Müller und Ulrich Stoll, die drei Enthüller vom Zweiten, jetzt bedenkenlos ausplaudern können, wie Bundesnachrichtendienst und CIA "über Jahrzehnte gemeinsam Staaten ausspionierten, auch befreundete Länder" (ZDF). Dazu wurden manipulierte Chiffriermaschinen eingesetzt, die anschließend 130 Regierungen und Nachrichtendiensten nutzten, während BND und CIA daheim bequem mitlasen.

Ungeheuerlich, denn "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht" hatte Angela Merkel kaum 30 Jahre nach den Vorgängen um "Rubikon" empört auf die Abhöraktionen der amerikanischen NSA gegen ihr Handy reagiert. Allerdings nicht neu:, sondern gut abgehangene fünf Jahre alt. 
2015 bereits quackerte  der Skandal aus den 70er Jahren in die Öffentlichkeit, seitdem hat die namensgebende Schweizerische Informationssicherheitsfirma Crypto AG sogar einen gar nicht geheimen Wikipedia-Eintrag, der die Entdeckung der Affäre auf das Jahr 1996 datiert, knappe 25 Jahre vor den ZDF-Recherchen.

Dort nachzulesen und auf den historischen Charakter der Enthüllung hinzuweisen, an denen immerhin "zwei Jahre" (Frontal 21) gearbeitet worden sein soll, haben die deutschen Rechercheure vergessen. Offenbar wussten sie, dass kalter Kaffee, als kalter Kaffee auf der Karte vermerkt, noch weniger bestellt wird als kalter Kaffee, der als frisch gebrüht im Angebot ist.


Immerhin bleibt so weniger Platz für aktuelle Überwachungsvorhaben wie die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.  Für die kämpft die Bundesregierung gerade vor dem Europäischen Gerichtshof, allerdings unter Ausschluss der ZDF-Zuschauer.

Die erfuhren zum letzten Mal im September 2019 vom "ewigen Zankapfel" (ZDF).

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ist schon viel länger bekannt, darüber wusste das "Sturmgeschütz" schon einst Bescheid.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9088423.html

Jodel hat gesagt…

Dann können wir uns jetzt also schon auf das Jahr 2044 freuen. Dann wird das ZDF brühwarm und exklusiv über diese ominöse Voratsdatenspeicherung berichten von der zuvor noch nie jemand etwas gehört hat. Bis dahin muss der Beitragseinzug der GEZ auf jeden Fall weiterlaufen. Sonst würden wir doch nie etwas von dieser sensationellen Enthüllungsstory erfahren.