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Donnerstag, 13. Februar 2020

Merkel-Medien: Die Fankurve trägt Trauer

Symbol einer Ära, die nun zuende geht: Die Raute, ein Ringschluss der Ratlosigkeit.
Ein Beben ist in der Macht, seit sie wieder zur letzten Bastion dessen geworden ist, was Deutschland einst war, nachdem sie es dazu gemacht hatte. Vor und hinter, neben und über Angela Merkel niemand mehr, keine Mitstreiter, keine Retten, die sich nahen könnten, käme es zur Endschlacht. Die Partei voller Feinde, außerhalb davon Geier und Koyoten, die nur darauf lauern, sich ein Stück aus dem zu reißen, was übrig bleiben wird, wenn die Kanzlerin ihren letzten Kampf verloren hat.

Schon einmal, kurz vor dem gewagten Befreiungsschlag, mit dem sie Annegret Kramp-Karrenbauer als Kugelfang an der Parteispitze installierte, schien Angela Merkel ihren treuen Beriuchterstattern vor dem Ende zu stehen. Sie riefen eine "Kanzlerdämmerung" aus  und spekulierten über Nachfolger, die nur aus einem sehr überschaubaren Feld kommen konnten: Merz, Laschet und Spahn, mehr hat die CDU, in zwei Merkel-Jahrzehnten entkernt, entbeint und ausgezehrt, tatsächlich nicht zu bieten.

430 Tage hielt der Wall namens AKK, die Kanzlerin konnte noch einmal regieren, wie sie es liebt, ohne Diskussionen, mit überraschenden Ergebnissen und ohne irgendwo Rechenschaft ablegen zu müssen. Der Stil des "nun sind sie halt hier" und "wir schaffen das", er hatte längst auch die Medien dazu erzogen, nicht mehr die klassischen W-Fragen zu stellen, denn lästiges Stochern nach Wer, Warum, Weswegen und Weshalb passt nicht in Zeiten, in denen ein Journalismus am erfolgreichsten klickt, der das Irrelevante nackt und voller Blut als bedeutungsvoll verkauft. Statt nachzufragen, gewöhnte sich eine ganze Branche an, nachzuplappern. Statt zu kritisieren, kritisierte  sie die Kritiker.
Wie könne man nur. Die Kanzlerin meine es doch nur gut.

Mit dem Aufscheinen von Kanzlerdämmerung zwei schwant den Frauen und Männern in den Schreibmaschinengewehrstellungen nun Unheil. Träte Merkel wirklich ab, käme so viel in Bewegung. Deutschland, ein Langholzlaster, dem die Spannriemen gelöst werden. Während der Fahrt! Enttäuschung macht sich breit über "Mutti", wie sie sie gern nannten, Enttäuschung darüber, vielleicht in Bälde allein zurückzubleiben. Wulf Schmiese, derzeit noch Chef des "heute-Journal" im ZDF, war richtiggehend wütend über die Szenen aus der Bundeshauptstadt rund um den plötzlichen Rücktritt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Immer hatte er gedacht, dass die anderen Länder, die anderen Staatssysteme, die anderen Menschen dort von Deutschland lernen könnten, wie eine Post-Demokratie funktioniert, in der Lenins Frage "wer - wen" ein für alle Mal beantwortet ist.
Und nun droht auch hier alles auseinanderzufallen.

Bei der CDU setze sich doch fort, was bei der SPD begonnen habe, so Schmiese über den "Niedergang der Volksparteien", die "ihre Ränder vernachlässigt“ hätten, wie Schmiese glaubt. Eine Diagnose, die der Nachrichtenexperte für seine Redaktion nicht stellen würde. Die habe immer "ausgewogen berichtet", betont er, was sicher kein regelmäßiger "heute-Journal"-Zuschauer im Regierungsviertel bestreiten würde.

Die Berliner Republik, in der Berichterstattende und Berichterstattungsanlässe liefernde symbiotisch zusammenleben, ist ein lokalkonvexer Raum, den ZDF-Männer wie Schmiese, Dunja Hayali, Claus Kleber oder Georg Diez nur gemeinsam mit Figuren wie Peter Altmeier, Robert Habeck, Julia Glöckner und Saskia Esken bewohnen können. Die Abluft der einen ist die Atemluft der anderen, auf dem Mist der Macht wächst die Macht der Erklärbären, die ihren Journalismus darin sehen,die notwendigen Maßnahmen der Regierung von oben nach unten verständlich zu machen, auf dass die unmündigen, kaum tieferer Einsicht in die Notwendigkeit fähigen Volksmassen sich bereit finden, zu folgen, wo immer auch hin.

In der Vergangenheit der endlosen Merkel-Jahre fuhren die Volksparteien als "stabile Tanker" (Schmiese) vorweg, dahinter trabte der Trupp embeddeder Gebührenfunker, der zusammen mit den KollegInnen von "Spiegel", "SZ" und "FAZ" dafür sorgte, dass der Kurs im fensterlosen Zwischendeck als richtig erkannt werden konnte. Mit Merkel aber sinkt das letzte Dickschiff und es schwant nicht nur Schmiese, dass der Strudel mehr in die Tiefe reißen könnte als nur eine Partei, ein Parteiensystem, einen Parteienstaat und eine in Jahrzehnten festgebackene Ordnung.



Kommentare:

Walter R. hat gesagt…

Sehr gut getroffen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Alexander Wallasch

„Ich bin erstaunt Frau Maischberger, dass sie mich einen sozialistischen Ministerpräsidenten nennen.“ Nein, tatsächlich, Ministerpräsident ist er ja nicht mehr.

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/bei-maischberger-bodo-ramelow-will-kein-sozialistischer-ministerpraesident-sein/
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Sag ich doch, daß dem Pfaffen Sozialismus und Kommunismus egal sind.

Die Anmerkung hat gesagt…

Stilblüten, wohin man auch schaut.

https://www.welt.de/vermischtes/live205334991/Coronavirus-Zahl-der-Infizierten-steigt-binnen-24-Stunden-dramatisch-an.html

Corona-Virus

Nordkorea verschärft Präventionsmaßnahmen

... hat Nordkorea Flüge und Zugverbindungen mit Nachbarstaaten eingestellt,... den internationalen Tourismus ausgesetzt und damit grenzüberschreitendes Reisen nahezu vollständig unterbunden.
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Bricht jetzt der Kommunismus zusammen?

Immo Sennewald hat gesagt…

Dass Kollaps und Scherbengericht wieder einmal unvermeidlich, die Tage der "Wer - wen?"-Kanzlerin gezählt sind, haben Sie zutreffend beschrieben. Bei Ihren W-Fragen fehlt leider genau diejenige, um die "Erklärbären" den größten Bogen machen: Wozu?

Die Anmerkung hat gesagt…

Christiane weiß es, Herr Sennewald.

Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, zu dem Kanzlerin Merkel noch selbstbestimmt ihr Amt aufgeben kann. Es wäre der richtige Schritt – für sie selbst und ihren Nachruhm, für ihre Partei und für das Land.
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Fehlt nur noch für Europa und die Welt. Wenn sie jetzt geht, ist sie nach dem Führer der nachrühmigste deutsche Kanzler. Wenn nicht, dann auch.

Ich bin da anderer Meinung. Mit Ruhm bekleckern kann sie niemand mehr, der bei Verstand ist.

Anonym hat gesagt…

Was Merkel gemacht hat, kriege ich auch hin. Das kriegt jeder hirnlose Laberkopf hin. Merkel hat nur durch den Glauben an sie funktioniert, zwar nicht für das Land, aber für die Öffentlichkeit. Man muss nur jemand anderen finden, an den man glaubt. Greta ist doch bald volljährig, so lange hält Merkel noch durch.

Die Anmerkung hat gesagt…

Tumultartige Thüringen-Debatte
Lindner entschuldigt sich im Bundestag

Im Bundestag leistet FDP-Chef Lindner Abbitte.
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Er macht also den Kotau vor der Chefin der Kommunisten-Union? Widerlich. Ekelhaft, Abstoßend.