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Mittwoch, 15. Juli 2020

Taiwan-Affäre: Deutschlands Kapitulation vor Peking

Berlin hat ausgeflaggt: Aus Rücksicht auf chinesische Empfindlichkeiten verzichtet das Auswärtige Amt ab sofort darauf, die Flagge der Republik Taiwan auf seiner Internetseite zu zeigen.
Hart, aber entschlossen, so hat Deutschland auf die von Peking verfügten Einschränkungen der Demokratie in Hongkong reagiert. Während US-Präsident Donald Trump einmal mehr mit Sanktionen vorpreschte, forderte Bundesaußenminister Heiko Maas entschlossen, erst einmal eine europäische Lösung herbeizuverhandeln. Nur so könne die EU vermeiden, im Konflikt, den er als einen zwischen Demokratie und Diktatur, sondern als einen "zwischen China und den USA" bezeichnete, unter die Räder zu kommen.

Wichtig ist es, sich herauszuhalten, bis der Pulverdampf der ersten Schusswechsel verweht ist. Zeit gewinnen. Verbal abrüsten. Entschlossen raushalten. Die eigenen Werte verbalisieren, aber nur ja nicht tätig werden. Heiko Maas kennt das Spiel, er ist einer der Besten bei Twitter. Er hat es tunlichst vermieden,  China mit irgendetwas zu drohen - nur "klare Signale" forderte der Außendarstellungsminister.  Und sein Ministerium sendet sie inzwischen aus.

Etwa auf der Homepage des Auswärtiges Amt, wo statt der Fahne der Republik China, die in Deutschland vorsichtshalber zumeist nur "Taiwan" genannt wird, seit kurzem eine neutrale weiße Fahne gehisst worden ist. Kapitulation! Weil die Volksrepublik China Taiwan als Inland betrachtet, muss jedes Land, das die Inselrepublik als eigenständigen Staat anerkennt, mit Unmut in Peking rechnen. Eine Gefahr, der Maas' Ministerium mit der Entfernung der Staatsflagge des vom kommunistischen großen China aus gesehen als Nicht-Staat geltenden kleinen China aus dem Wege geht.  Wie selbstverständlich ist auf der Webseite des Außenministeriums ein weißer Fleck zu sehen, wo die Staatsflagge Taiwans sein müsste.

Selbstverständlich ist das nach Aussagen des Maas-Ministeriums alle absolut regelkonform. Taiwan habe völkerrechtlich einen "Sonderstatus", Taiwan sei kein Land, das Deutschland anerkannt habe, vielmehr stehe die Bundesrepublik treu zur Ein-China-Politik der kommunistischen Führung in Peking, die der Insel, auf die die Anhänger des chinesischen Premier Chiang Kai-sheck nach dem Siegeszug von Mao Zedong flüchteten, bis heute als Teil des chinesischen Festlandsstaates betrachtet.

Deutschland ist dabei. Man unterscheide anerkannte Länder, zu denen man diplomatische Beziehungen pflege, von Regionen, die man nicht als Staat anerkenne, in denen man aber mit dem Deutschen Institut Taipei, dem Goethe-Institut, dem DAAD Information Center und dem Deutschen Wirtschaftsbüro vertreten sei, weil der Nicht-Staat eben der fünftgrößte Handelspartner Deutschlands in Asien sei, hat das Auswärtige Amt die Entfernung der taiwanesischen Flagge begründet.

Auf die Nachfrage, warum sich die Flagge des Palästinenserstaates auf der Website finde, obwohl auch der kein von Deutschland offiziell anerkanntes Land sei, blieb das Außenministerium die Antwort schuldig. Wird nachgereicht. Zeit gewinnen. Verbal abrüsten. Entschlossen raushalten. Die eigenen Werte verbalisieren, aber nur ja nicht tätig werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Angeblich wurde die Flagge schon 2017 gelöscht. Da kann man mal abschätzen, wer sich für diese sicher hochprofessionell bezahlten Internetpräsenzen unserer Spitzenkräfte interessiert. Alle drei Jahre mal eine Sau.

ppq hat gesagt…

;-) höchste zeit wurde es damals schon

Die Anmerkung hat gesagt…

Der DFB und die DFL können auch schon mal die weiße Flagge hissen. Die Antifa greift mit viel Liebe den Fußball an.
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https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/bezirksamt-platziert-linksextreme-antifa-in-einem-werbefilm

Preisträger ... in diesem Jahr ... der „DFC Kreuzberg“. Dieser Fußballclub für „alle Frauen, Lesben, Trans- und Inter-Personen“ hat sich zum Ziel gesetzt, “die von Cis-Männern dominierte Fußballwelt wachzurütteln“. Mit „Cis-Männern“ sind heterosexuelle Männer gemeint.
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Jetzt geht's lohos, jetzt geht's lohos.

ppq hat gesagt…

ein wunderbares zeichen der solidarität mit den paritätsbemühungen von mifa, dem geschlechtergerechten fußball-weltverband, der die geschlechterpartheid der fifa seit jahren so mutig und unverdrosten bekämpft, obwohl von den medien nicht nur keine unterstützung, sondern mit blick auf die quotenträchtigkeit des männerdominierten bundesliga- und nationalmannschaftsspektakels knallhart geschwiegen wird https://www.politplatschquatsch.com/2015/06/mifa-neuer-weltfuballverband-beendet.html

Anonym hat gesagt…

Eine wachgerüttelte Fußballwelt ist es, was uns fehlt. Diese Leute haben wirklich immer die wichtigsten Dinge auf dem Schirm.

Die Anmerkung hat gesagt…

@ppq

Ich hatte das damals sicher gelesen, aber wahrscheinlich bei mir gedacht, na, nicht daß der ppq mich damit ins Bockshorn jagen will, um mich anschließend auf den Arm zunehmen. Das ist bestimmt eine Falle, um die Intelligenz der Leser zu testen.

Nun muß ich aktiv reuen, denn es war bitterer Ernst, schon dazumal, was mir die Nachricht aus dem Hotspot der künftigen Weltrevolution nun nachhaltig einleuchtend verklickerte.

Einleuchten und Heimleuchten, das sind doch verschiedene Dinge. Hätte ich nicht gedacht.

Die Anmerkung hat gesagt…

Die Kapitulation vor das Virus. Falls noch jemand Zweifel daran hat, wie es weitergeht. Vergeßt Fußball, Bier und Bratwurst. Sucht euch ein anderes Hobby.
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NACH ILLEGALEN PARTYS

Mallorca schließt Lokale am „Ballermann“

Wegen illegaler Feiern am „Ballermann“ hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten „Bier-“ und „Schinkenstraße“ beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela in Palma mit.

https://www.bild.de/news/2020/news/mallorca-schliesst-lokale-am-ballermann-nach-illegalen-partys-71907594.bild.html

Anonym hat gesagt…

>> Laurenz
14. Juli 2020 15:09

Boahh, alter Schwede, jetzt kommen schon wieder die Antik-Marxisten aus ihren Löchern gekrochen. "Liebet Eure Feinde" ist was für Idioten. Ich liebe meine Feinde dann, wenn sie tot sind, nämlich dann, wenn sie ehrenhaft in der Schlacht gefallen sind ... ...
Und ob Carl Schmitt hier ins Schwarze traf, bleibt fragwürdig, immerhin benutzte er wissentlich oder unwissentlich DIE biblische Metapher für den Jahrtausende - und bis heute andauernden Kulturkampf zwischen Seßhaften und Nomaden. Die Konsequenz ihres geistigen Schrotts, meine christlichen Herrschaften auf SiN, erleben wir gerade in der Massen-Übervölkerung unseres Heimatlandes mit Menschen nomadischer Kultur. <<

Zuweilen kommt ein Gelüst auf mich, das Zeug auf ein Jahr zu abonnieren. Schon, damit ich meinen Senf dort dazugeben kann. Es vergeht aber - vor ein paar Wochen haben die sich auf einem Strang ernsthaft über die Heilige Trinität ausgelassen, wie die wildesten Scholastiker des Hochmittelalters - Wieviel Engel auf der Spitzen / einer Nadel könnten sitzen ...
Am 15. August ist übrigens Oldtimertreffen in Schnellroda. Mal sehen.