Samstag, 27. März 2021

Aufruf zur Revolution: Brinkhaus und der 200-Jahre-Staubsauger

Ein Ruf wie Donnerhall: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will eine Revolution für Deutschland.

Revolution! Das Morgen schon im Heute! Kein Bett und kein Thron für den Arsch zufried'ner Leute! Norbert Röttgen, der beim Anlauf auf den CDU-Vorsitz so tragisch gescheiterte Atlantiker, möchte von vorn anfangen. "Wieder ganz offen und ehrlich die Wahrheit sagen", sagt er. Aber die waren Umstürzler, die wahren Rebellen, die echten Neuanfänger sind schon viel weiter, viel radikaler und grundsätzlicher in ihrer Opposition zur herrschenden Regierungspolitik. Ralph Brinkhaus etwa, gegen die Wünsche der noch amtierenden Kanzlerin zum Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufgestiegen, will einen Neustart für Deutschland, für das politische System, die Demokratie, die Gesetzlichkeiten.  

Radikale Absage an Große Lähmungskommission

Auf diesem Staatswesen liegt der Staub von 200 Jahren", hat der Mann aus Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen im Bundestag ausgerufen, "diesen Staub müssen wir beseitigen!" Ein Alarmruf, ein Ruf zu den Waffen. Brinkhaus, vor knapp drei Jahren Auslöser einer ersten Kanzlerinnendämmerung, als er Volker Kauder stürzte, der länger als ein Jahrzehnt als Kettenhund der Kanzlerin gediente hatte, schneidet bei der Abrechnung mit dem System bis auf dessen Knochen hinunter.

Wir brauchen in diesem Land nicht nur eine Reform, sondern wahrscheinlich sogar eine Revolution", rief Brinkhaus, der die Krise nutzen will, den erwähnten "Staub von 200 Jahren" wegzublasen. Die Hoffnung und das unbedingte Versprechen des 52-Jährigen an Bürgerinnen und Bürger, Längerhierlebende und Nochnichtsolangeanwesende: Wäre die CDU endlich an der Bundesregierung beteiligt und hätte sie in den Ländern etwas mitzubestimmen, wenigstens in manchen, werde Deutschland fit gemacht für die Zukunft, die erste digitalisierte Demokratie mit eingebauter diverser Nachhaltigkeit und täglicher Testpflicht.

Hoffnung für die Toten

Ralph Brinkhaus, der im laufenden Einbruch der Umfragewerte für die Union, in den unentschiedenen Führungsfragen, dem aus allen Spitzenrennen ausgeschiedenen Gesundheitsminister und der wie gelähmt auftretenden Kanzlerin die Chance wittert, selbst als Kandidat für das höchste Amt infrage zu kommen, will die Revolution allerdings mit Bahnsteigkarte. Für die laufende Pandemie sei sie noch nichts, da könne man leider "nicht auf eine Revolution warten", analysierte er im Deutschen Bundestag. "Da müssen wir handeln."

Er sei als Politiker angetreten, an die zu denken, die schwach sind, "die Einzelhändler und überlasteten Intensivpfleger", die Leute, die zu Hause blieben, die Menschen, die mit Langzeitfolgen erkrankt seien, und die Menschen, die "einen elenden Tod gestorben" seien. "Es ist unsere Verantwortung, etwas für diese Menschen zu tun", sagte Brinkhaus, und er machte den Toten Hoffnung: "Natürlich hilft Testen, natürlich hilft Impfen."

Im dunkelblauen Macher-Anzug

Später aber soll es dann an den Umsturz gehen, einen Neuanfang Deutschland als straffer, agiler Staat voller Dynamik, ein Land, das mental einen dunkelblauen Macher-Anzug trägt wie Ralph Brinkhaus, das Ausdauer hat und zupacken kann, sich nicht von komplizierten Regelwerken lähmen und von EU-Richtlinien gängeln lässt. Ein bestechender Plan, bei dessen Umsetzung kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Schon hat Carsten Linnemann, einer der revolutionierenden Brinkhaus-Stellvertreter,  für den Fall einer Regierungsbeteiligung der Union eine Begrenzung der Amtszeit von Kanzler*innen ins Spiel gebracht. 

Das im politischen Berlin als "Reichsnachrichtendienst" verspottete SPD-nahe Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nahm die Idee begeistert auf, schließlich regierte die deutsche Sozialdemokratie nur in 18 der letzten 22 Jahre im Bund mit - tiefgreifende Reformen, wie sie der SPD traditionell vorschweben, waren so nicht möglich bzw. mussten nach irrtümlicher Einführung später jeweils mit Mühe zurückgeholt werden.

Per Ruckrede zur Revolution

Das soll, das wird bald alles besser werden. Die Umfragen geben eine Übernahme der Regierungsverantwortung durch die beiden großen revolutionären Parteien CDU/CSU und SPD im Augenblick noch nicht ganz her. Doch Umfragergebnisse, in denen sich die Stimmanteile der ehemaligen großen Koalition auf nur noch 43 Prozent addieren - 10,4 Prozent weniger als bei der letzten Bundestagwahl 2017 - berücksichtigen die Ruckrede mit Brinkhaus' Aufruf zur Revolution ebenso wenig wie die bereits erteilte Zustimmung der Kanzlerin, die in ihrer Bundestagsrede klar signalisiert hat, dass sie mit ihrer Geduld mit den Regierenden in Bund und Ländern, aber auch mit der Wirtschaft und den Bürger*innen am Ende sei. 

Bund, Länder und Kommunen, so schloss sich die frühere CDU-Vorsitzende den Forderungen nach  einer dynamischeren Politik an, müssten "schauen, wo sie beim Impfen und Testen besser werden könnten", sagte die CDU-Politikerin ultimativ. Und sie mahnte, dass der Trend zum "Ausruhen auf dem, was wir haben" nicht reichen werde, um die Pandemie besiegen. Geschweige denn, um den riesigen Sauger zu bauen, mit dem der beherrschende Block der Reformer und Revolutionäre in Union und SPD all den kaiserlichen und hitlerschen Staub aus dem Land blasen werden, der Deutschland derzeit noch hindert, die rigorose Reformrepublik mit brennenden Beihilferichtinienbarrikaden und digitalen Bahnsteigkartenapps für Smartphones für die Revolutionsteilnahme zu werden.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die wirklich wahre Wirklichkeit ist doch, dass wir eine große Schwejkiade erleben. Die Vortäuschung depperter Unfähigkeit, um das DEUTSCHE VOLK vor der Giftspritze zu bewahren.
"Herrje, Merkel, sagn'S, sind Sie bleede?"
"Zu Befehl, jawoll, Herr Obrleitnant, ich bin bleede."

Unknown hat gesagt…

Beeindruckend, wie das klappt, die Bürger letztendlich doch immer wieder für dieselben Parteien stimmen zu lassen. Das ist ganz große Propagandaarbeit, die da von der BWHF und dem Gemeinsinnsfunk geleistet wird!
Wie sagte der Pispers schon vor langer Zeit immer: Die meisten Deutschen bringen die Merkel mit der Regierung gar nicht in Verbindung.
Wozu also die Kanzlerschaft begrenzen?

Anonym hat gesagt…

Ich hatte 1973 Jugendweihe. Schäuble war schon Bundestagsabgeordneter. Jetzt läuft mein Antrag auf Rente. Schäuble ist immer noch im Bundestag. Ich denke mal er kriegt das 50-jährige Diätenjubiläum noch locker hin. Und dann kommt eine schöne Pension.

Anonym hat gesagt…

weiterführende "Schulen" reproduzieren den bräsig - korrupten Beamten , den Badelatschenmann , den Sozialdemokraten , den Blockwart . Gute Gutmenschen werden geformt und gemacht - wir lassen es zu - nun werden wir von diesen Leuten beherrscht

Die Anmerkung hat gesagt…

@Sepp

Weder Schäuble, noch Merkel sind Gutmenschen. Braun auch nicht. Altmeier erst recht nicht. Maas als Herrscher über das Ausland schon gar nicht. Spahn, OMG.

Usw. usf. Nix da gut.

Die Anmerkung hat gesagt…

@unknown

>> Beeindruckend, wie das klappt, die Bürger letztendlich doch immer wieder für dieselben Parteien stimmen zu lassen.

Da ist ncihts beeindruckend. Das ist seit der Kaiserzeit so und ändert sich auch nicht, solange in Deutschland das Führerprinzip gilt.

Steht doch oben dran, daß es genetisch vererbt wurde. Spätestens seit der Märzrevolution 1848 und der Manifestierung der deutschen Zustände mittels Sozialistengesetzen. Brinkhaus traut sich noch nicht, es direkt auszusprechen, wissen tut er's aber.

ppq hat gesagt…

wenn du alle, die da sind, in gruppen teilst, na gut, das tun die ja sogar selbst, dann sind alle in irgendeiner gruppe vertreten.

manche wechseln von der einen in die andere, andere wechseln zurück. die summe aller nullen aber ist null, wenn man die nichtwähler einbezieht sogar bis hinters komma

daran ist nichts quantenphysikalisches, sondern so muss das sein. eine bekannte physikerin würde es alternativlos nennen, brinkhaus steht aber eher vor der frage, wie er im glied weiter vorrücken kann, ohne dass die anderen ihn einmachen, ehe sie es nicht mehr können.

die rede, die er gehalten hat, war insofern vollkommen wirr, aber konsequent. regierung und opposition gleichzeitig sein, verantwortung zuweisen, selber aber erklären man würde sie gern übernehmen. und dann das rettungsangebot an die toten

wie hieß es in dem einen film? (name vergessen) genießt den krieg, der friede wird fürchterlich. man bekommt langsam einen vorgeschmack - wenn der typ der plan B hinter laschi und dem franken ist

Die Anmerkung hat gesagt…

Die machten das schon immer unter sich aus, brauchen keinen Wahlen. Wahlen sind nur der Preis für Brot und Spiele, den sie entrichten müssen.

Oder wie die Süddeutsche neulich über Merkels Verhalten titelte:

"Volk, halt's Maul"

Ihr habt Wahlen, laßt uns in Ruhe. Ich hatte bisher auch nirgendwo gelesen, daß die Hinterzimmer der Politik abgeschafft wurden. Da wird auch kein Candy Crush gespielt. Jede Wette.

Arminius hat gesagt…

Das Dorf, aus dem der Kasper stammt, heißt Wiedenbrück und nicht Wiedebrück.

ppq hat gesagt…

das stimmt

Anonym hat gesagt…

artige JA-SagerInnen rufen beim "deutschlandfunk" an , "kommentieren" brav das pol. Geschehen - und ja - es sind die bräsig bornierten Akademikerschwaben .

wenn wir die alle internieren wird alles gut - echt jetzt .

Hauptproblem sind tatsächlich die deformierten Mitläufer und BravmenschInnen - aber egal - man kann sich da einen Wolf argumentieren - nix ändert sich . Ich sage immer : "zerschlagt die feige Mitläuferbourgeoisie " will aber keiner hören .

ist aber eh wurscht - Sepp ist reich und mächtig - entsprechend scheißegal ist es mir ob der weinerliche JA-Sager nach den Wahlen die fette Merklrechnung bekommt . sollnse-doch alle krepieren .

Anonym hat gesagt…

Schöner Slogan für die Wahlplakate:
Kleine Revolution statt Reform!
-CDU-

Was kommt denn danach? Lässt sich das noch steigern, wenn die kleine Revolution endet wie die Reformen? Eine große Revolution? Dann ein kleiner Krieg? Nein? Ok.

Anonym hat gesagt…

https://archive.org/download/cdu-Volksfeind/cdu-Volksfeind.jpg

Anonym hat gesagt…

wie hieß es in dem einen film? (name vergessen) genießt den krieg, der friede ...

Im Buch Die Abenteuer des Dieter Nolt, oder so ähnlich.
"Vetter wühlte in Zigarettenschachteln und Schokoladentafeln ..."