Montag, 17. Mai 2021

Demokratisierung der Islamisierung: Im Mekka der Hassprediger

Noch darf gewählt werden: Welche alte "Spiegel"-Titelzeile so noch mal randürfen?

Hart zufassen, festhalten und nicht mehr loslassen, das ist seit Jahrzehnten Stil und herausragender Wettbewerbsvorteil des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Wo die vom großen Rudolf Augstein gegründete Illustrierte hinschaute, wurde stets nachgefasst. Wer in ihr Blickfeld geriet, dessen Karriere begann oder sie endete, wo Spiegel-Reporter die Welt  und ihre Skandale beschrieben, waren Details Erklärung genug, selbst wenn sie nicht unbedingt der Wahrheit entsprachen.

Weitvorausschauende Antizipation

Basis für die in Teilen auch staatslenkenden Fähigkeiten der Hamburger Magazin-Macher ist das Talent weitvorherschauender Antizipation. Dinge müssen nicht geschehen sein, um sie zu beobachten - und das gilt nicht nur für die versteckten Modelleisenbahnplatten erzkonservativer Politiker, sondern auch für  tektonische Verschiebungen im globalen Maßstab. 

Der "Spiegel" ahnte die "Islamisierung Deutschlands" (Spiegel) bereits, als selbst die verwirrtesten Verschwörungstheoretiker noch nicht einmal ahnten, wie weit außerhalb des gesellschaftlichen Konsens sich eines Tages begeben würde, wer den Ruf des Muezzin nicht als kunterbunten Sahnetupfer auf der multikulturellen One-World-Torte lieben zu lernen wusste. Und wie kalt der Gegenwind blasen kann, wenn es die von Gott veranlasste unzureichende eigene intellektuelle Ausstattung es nicht zulässt, die vom Mann befohlene Vollvermummung der Frau über drei Banden als deren Möglichkeit zu sehen, sich ganz und gar frei und ungebunden  zu zeigen.

Der "Spiegel" war immer vorndran, etwa als er die ersten "Hassprediger" ausschmierte oder später, als er angesichts fragwürdiger gesellschaftlicher Veränderungen und aufreibender Kulturkämpfe vor allem in den gepflegten Großstadtvierteln des Bionadeadels mutig fragte "Ist das noch Deutsch?

Folkoristen gegen die Eskalation

Als nun nach den Raketenangriffen der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel überall Paraden von Antisemiten durch Deutschland marschierten, im Gemeinsinnfunk nur mühsam als fokloristische Veranstaltungen unterzuckerter Protestler "gegen die Eskalation im Nahen Osten protestiert“ maskiert, war es wieder der "Spiegel", der nach vorn preschte. Mit dem aktuellen Titelbild geht die Redaktion einmal mehr unbeirrt dorthin, wo es qualmt und stinkt, wo es wehtut und wo die entscheidenden gesellschaftlichen Konflikte um den Weg Deutschlands in eine klimagerechte Zukunft ausgefochten und die entsprechenden Weichen gestellt werden.

Erstmals beschreitet der "Spiegel" dabei auch selbst neue Wege zur Demokratisierung der diagnostizierten Islamisierung der Abendlektüre. Leserinnen, Leser und alle anderen Lesenden können jetzt erstmals mitbestimmen, welches Titelbild am Ende an die Kioske kommen sollen. Die drei von der Redaktion vorgeschlagenen Alternativen orientieren sich dabei eng an bekannten Cover-Klassikern: Neben "Mekka Deutschland" von 2007, seinerzeit Teil einer breitangelegten Aufklärungsserie über die ungeheuerlichen Umtriebe des Islam, könnte auch "Die Hassprediger" neu aufgelegt werden. Ursprünglich hatte der später zum MDR weggescheiterte damalige Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer diese Zeile einem mutigen Text gewidmet, der der damals noch als rechtsextremististisschte Staatsfeindin Nummer 1 geltenden AfD-Vorsitzenden Frauke Petry die gemäßigte Maske vom Gesicht riss. 

Echo der Brinkbäumer-Ära

Petry musste später gehen. Brinkbäumer, der seinen größten Kampf gegen den Amerikaner Donald Trump - auch bekannt als "wankle with the ankle"  - verlor, ebenso. Aus der eher frischen und fröhlichen Ära danach bietet der "Spiegel" seinen Erben nun das sorgenvoll raunende "Ist das noch Deutsch?" an, das viele Leser*_:Innen" bei ihrer Grundfurcht davor abholt, fremde Völker könnten ihre undurchschaubaren Konflikte nicht mehr in ihren unwirtlichen Heimatstaaten austragen, auf losem Wüstensand, in kargen Bergen und in engen, seit tausenden von Jahren unsanierten Altstädten. Sondern in den bisher oft hinreichend zivilisiert geglaubten cities von Wiesbaden, Köln und Ansbach, zwischen DM, H&M, Douglas, New Yorker und Müller.

Wo die Bundesregierung angesichts der plötzlich und vollkommen unerwarteten Judenfeindlichkeit im Lande noch vorsichtig laviert, um niemandem zu nahe zu treten, der dahitler steckt, legt der "Spiegel" den Finger in die Runde. Ja, es handelt sich mutmaßlich um Israelfeindlichkeit. Ja, allem äußeren Anschein nach ist der altbekannte "junge Mann" nicht ganz unbeteiligt. an der Eskalation. Großartige Augenzeugen wie der in der Schlacht um Europa so traurig ausmanöverierte Manfred Weber ("The Power of We") bezeugen die Verantwortung der bekannten Drahzieherkreise für die unschönen Auftritte der "Aktivisten" (ARD), der scheidende Innenminister kündigt "die volle Härte des Rechtsstaates gegen Antisemiten" an, inklusive eines Verbots, weitere israelische Flaggen öffentlich zu verbrennen, wie es bereits seit einem Jahr gilt.

Strafbare Religionshetze unter Strafe stellen

Ein Ruck geht durch das Land, der sowohl das bis 2001 gebräuchliche Wort "Moslem" als auch den seitdem eingebürgerten internationalen Begriff "Muslim" aus sachlichen Gründen zu allem entschlossen meidet. Manfred Weber sieht in den Zusammenkünften von Menschen bei "antijüdischen Demonstrationen  Angriffe auf alle Religionen, denen die EU in bewährter Weise mit einer gemeinsamen Lösung entgegentreten müsse. Weber will Hass und Hetze gegen Religionen EU-weit unter Strafe stellen, in "geeigneter Form", aber als "Straftatbestand in allen Ländern". 

Die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen, in Deutschland heute eine Straftat nach § 166 StGB, wäre dann auch in Deutschland strafbar - womöglich weiterhin wie bisher schon auch in Fällen, in denen "öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3)" der "Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören". Wie lange bis zu dieser Hassbremse brauchen wird, ob die Osteuropäer wieder querschießen und was Recap Erdogan dazu sagt - der "Spiegel" wird dranbleiben und berichten, wie schnell es gelingt, das ehrgeizige Vorhaben umzusetzen.


Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

>> Manfred Weber ("The Power of We") bezeugen die Verantwortung der bekannten Drahzieherkreise für die unschönen Auftritte der "Aktivisten"

Das Sprachrohr junggebliebener Legastheniker schreibt:

"CSU-Vize Weber bezeichnete die AfD als »Begründer solcher Exzesse«."

Weber ist also eher eine Bezeichner, also bezeichnend.

Der Deutsche Landfunk hingegen hat etwas genauer zugehört und das über seine Funkwellen verbreitet.

"EVP-Chef Weber (CSU) gibt AfD Mitverantwortung für antisemitische Ausfälle"

https://www.deutschlandfunk.de/nahostkonflikt-evp-chef-weber-csu-gibt-afd-mitverantwortung.1939.de.html?drn%3Anews_id=1259489

Irmi hat gesagt…

Hat sich eigentlich unsere Bundesempörungsbeauftragte, Claudia Roth, schon geäußert?

Volker hat gesagt…

"Wo die Bundesregierung angesichts der plötzlich und vollkommen unerwarteten Judenfeindlichkeit im Lande noch vorsichtig laviert, um niemandem zu nahe zu treten"

Das gleiche gilt für den Zentralrat der Juden. Man riecht förmlich wie die angepisst sind, wenn die mal einen Tag lang nicht gegen die Islamophobie kämpfen können.

Anonym hat gesagt…

Horst:
»Wir werden nicht tolerieren, dass auf deutschem Boden israelische Flaggen brennen und jüdische Einrichtungen angegriffen werden«

Ups schon passiert. Zu spät, Horst. Macht nichts, keiner hat erwartet, dass Horst etwas tut.

Der Weber:
«Radikale wie die AfD in Deutschland oder Le Pen in Frankreich haben Grenzverschiebungen beim Antisemitismus befeuert»
Dazu müssten aber die Radikalen, die seit 1948 die Verschiebung der israelischen Grenze befeuern, erstmal wissen, wer die AfD ist. Auf LePen sind diese Verschieber sicher auch eher nicht gut zu sprechen. Weber schmeißt blind mit Wortfäkalien.

Rudi hat gesagt…

@Anonmy: Weber war deshalb gestern bei der Achse des Guten "Brüller des Tages"

Kannibale hat gesagt…

Damit, dass unsere lieben toleranten Importmoslems sich dem allgemeinen islamischen Israel- bzw. Judenhass hingeben, hat im besten aller Idiotenschlands doch nun wirklich niemand rechnen können.

Ein quasi hirntotes Volk erstickt an seiner grenzenlosen Willkommens-Dummheit und ist auch noch stolz auf seinen Selbstmord in Raten.

Anonym hat gesagt…

Unschuldige Frage, ich kriege es nicht feiner geschraubt: Von wann war das erste Bild?
2007?
Als ehemaliges Biologisches Führungs-und Leitsystem* im DHS des Warschauer Paktes bin ich zwar gewohnt, optisch wie akustisch aus Kacke Bonbon zu machen.
*Das Gegenstück war das AFLS - noch mit eitel Röhrentechnik.

Anonym hat gesagt…

Ganz links ist 13/2007.

Anonym hat gesagt…

Tusen tack, mille grazie.