Die Sorge um den Menschen treibt viele Politiker um und an, und auch die ältesten Mitbürger dürfen sich darüber freuen, wie aufopferungsvoll für sie gedacht und gehandelt wird. In Sachsen-Anhalt werden die Frauen und Männer, die zu DDR-Zeiten den Wohlstand schafften, jetzt auch als Bewohner von Senioren- und Behindertenheimen liebevoll an die Patschhand genommen: Das Rauchen in ihren Wohnräumen wird 75-Jährigen früheren Buna-Arbeiterinnen, die wahrlich wissen, was Feinstaub ist, ebenso verboten wie einstigen Bitterfelder Braunkohlekumpels, die die 60er Jahre unter Ulbricht mit einer Diät aus Grubenfusel und Karo überlebten.
Natürlich mäkelt die Opposition, "dass damit das Recht auf Selbstbestimmung der Menschen eingeschränkt" werde. Sogar in Gefängnissen dürften Insassen in ihren Zellen rauchen, dabei bezahlen die im Unterschied zu Opa Heinrich und Oma Ilse nicht mal Miete. "Damit sind Heimbewohner künftig schlechter gestellt als Insassen des Maßregelvollzugs", sagte Lydia Hüskens von der Splitterpartei FDP, die wohl selbst eine rauchende Oma hat.
Das gab wieder "Wirbel" (HZ), aber die regierende Koalition aus sozialdemokratischen Ex-Offiziersschülern und Ex-Gynäkologen reagierte schnell und routiniert "mit Unverständnis". Geraucht werden dürfe in Ausnahmefällen nach wie vor möglich. So könne, wer sein Zimmer nicht verlassen kann, einen Antrag bei der Heimaufsicht des Landesverwaltungsamtes stellen und eine Raucherlaubnis für seine letzten Tage erwirken. PPQ meint: Eine wirklich großherzige, unbürokratische und unseres Landes würdige Regelung, die nicht in kleingeistigem Parteienstreit zerredet werden sollte!
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Holzgewehr in der Kindergarten
Manche brauchen Abfragen wie "Warum spielen mehr Jungs mit Holzgewehren und Spielzeugpistolen in der Kindergarten" (Originalzitat), um zu PPQ zu finden, andere haben uns längst gebookmarkt wie die tapferen Kämpfer der "Globalen Islamistischen Medien Front" (GIMF) , die über einem Server in Japan keinen Tag vergehen lassen, um zu schauen, was es Neues gibt. Leider können wir derzeit nicht mit Berichten über sonstige Aktivitäten der Gimpfe dienen, denn es gibt keine. Kein Bin-Laden-Aufrüttelvideo seit Tagen, keine "Drohungen" (Verteidigungsminister Jung) wegen der "deutschen Beteiligung am Afghanistan-Einsatz" (dpa). Ist das nun schon der islamistische Weihnachtfriede? Lasst es uns wissen, Muslimisten Xxxxxxxxxxxx (ersetzt)!
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Spaßvogel des Tages
sigmar gabriel nennt das heute beschlossene "klimaschutz-paket" der bundesregierung ein "konjunkturprogramm", das in zukunft "hunderttausende arbeitsplätze" schaffe. seine aussage bezieht sich vor allem darauf, dass die "staatliche förderung" von angeblich das klima schützenden maßnahmen aufgestockt wird. ein selbsttragender aufschwung sieht jedenfalls anders aus.
Von Migranten und Multiplikatoren
Übergriffe im Bus, Angriffe im Treppenhaus, geschlagene Türen und verletzte Punks, beschädigte Kinderwagen und zerkratzte Images: Die große Stunde der Opferbehörden wächst zu einem großen Jahrzehnt heran, das künftige Generationen von Historikern und Historikerinnen anhand eines Mount-Everest-Gebirges aus Pressemitteilungen der uns längst ans Herz gewachsenen "Akteure" werden erforschen können. Auch heute melden sich die Mannen von "Miteinander" wieder zu Wort, wie immer beginnt der erste Satz mit "in der Debatte um", gemeint ist diesmal "eine Aufstockung der finanziellen Zuwendungen für den Lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Magdeburg" und gefordert wird diesbezüglich "die Verwendung zusätzlicher finanzieller Mittel für die Zielgruppe der Erwachsenen."
Thomas Weber, Koordinator bei der Koordinationsstelle, "verweist auf konzeptionelle Leerstellen im Bundesprogramm "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie", die das so aussehen: "Trotz
gegenteiliger Ergebnisse von jüngsten Einstellungsuntersuchungen liegt der Fokus von ‚Vielfalt tut gut’ erneut vorrangig nur auf Kinder und Jugendliche als Zielgruppen." Jedoch seien es "gerade ältere Personen, die stärker als die Jugend zur Fremdenfeindlichkeit neigen."
Das Phänomen der Seniorenskinheads, bisher völlig unterbelichtet "in der Debatte um", wird ab jetzt für Wirbel sorgen. Nach Webers Ansicht ist es nur "folgerichtig, bei der Aufstockung des Lokalen Aktionsplanes durch die Stadt Magdeburg insbesondere Projekte für diesen Personenkreis umzusetzen."
Klarer Fall: "Die Ereignisse vom Wochenende in Magdeburg zeigen deutlich, dass zunehmend auch Erwachsene gewalttätig gegen Migranten vorgehen." So sei, sagt Weber, eine 20-jährige Irakerin am Samstagabend in einem Bus von einem 30-jährigen Deutschen ins Gesicht geschlagen worden, in der Nacht zum Dienstag habe ein 33-jähriger Mann mit der Faust gegen die Wohnungstür einer Nigerianerin geschlagen und dabei ausländerfeindliche Parolen gebrüllt. Noch steht allerdings nicht fest, ob die Frau die Rufe überhaupt hören konnte, weil sie eventuell gar nicht zu Hause war.
Wie auch immer, dagegen hilft nur, mehr Geld bereitzustellen für "präventive Maßnahmen mit der Zielgruppe Kinder und Jugendliche, Migranten sowie Multiplikatoren". In den kommenden drei Jahre erhält die Stadt insgesamt 300.000 Euro aus dem neuen Bundesprogramm "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" zur Umsetzung eines Lokalen Aktionsplanes für Demokratie und Toleranz. "Das reicht nicht", weiß Thomas Weber, der die am Rande der Pleite wankende Stadt Magdeburg auffordert, das Programm aus eigenen Mitteln aufzustocken. Dass alle Vorgänger-Programme der letzten 15 Jahre offensichtlich so wirksam waren wie das Verbot von Diebstählen ficht den Experten nicht an: Daran sind nämlich nur "diskontinuierliche Förderprogramme" schuld.
Kalter Krieg, warmer Friede
Daten von über 4.500 Kriegen weltweit in dem halben Jahrtausend zwischen 1400 und 1900 sammelten amerikanische, britische und chinesische Sozialwissenschaftler und stellten sie neben klimahistorische Daten. Das Ergebnis: Kälteperioden gingen in der Geschichte mit besonders vielen Kriegen, Hunger und Bevölkerungsrückgang einher, denn die Zahl der Kriege pro Jahr war in kalten Epochen fast doppelt so hoch wie etwa im relativ milden 18. Jahrhundert.Europa und Asien erlebten vor allem im 17. Jahrhundert lange und ausgeprägte Kälteperioden mit besonders desaströsen Konflikten (30-jähriger Krieg!) und Hungersnöten. Die untersuchte Zeitspanne, zumindest vom 15. bis 19. Jahrhundert, wird heute oft „kleine Eiszeit“ genannt. Peter Brecke vom Georgia Institute of Technology und Kollegen in Hongkong und England zeigen, dass langfristige Schwankungen der Durchschnittstemperatur um weniger als ein Grad Celsius schon Nahrungsknappheiten erzeugen können. Immer wenn der Preis für Getreide ein bestimmtes Niveau erreicht hatte, brachen vermehrt Kriege aus.
In der Vergangenheit waren wärmere Perioden „gute“ Zeiten, weil die Ernten gut waren, wie der Saarbrücker Historiker Wolfgang Behringer in seiner „Kulturgeschichte des Klimas“ nachweist. Der Band beleuchtet die sozialen, politischen und kulturellen Folgen von Klimaveränderungen in den vergangenen 20 000 Jahren und vermutet in den Temperaturausschlägen nch unten, etwa in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, den Grund für die großen Krisen in Mitteleuropa. Selbst die Hexenverfolgungen mit ihrer Sündenbock-Funktion sieht der Autor als Reaktion auf die Kältekrisen. Dauerhaft heizten aber auch Hexenverbrennungen das Klima nicht ausreichend an, so dass der Mensch auf die sich verändernden Umweltbedingungen mit einer veränderten Lebensweise reagieren musste.
Inwieweit Teufelsaustreibungen dennoch ein wirksames Mittel gegen die jetzt von IPPC entdeckte Erwärmung des Erdklimas sein können, wird sich erweisen müssen. Vorerst allerdings kann festgehalten werden, dass Wärme im Zweifel eher Frieden bringt.
Heizen mit Geld
Heute beschließt das Bundeskabinett ein Ökoprogramm, das Deutschland in der Liga der Klimaretter ganz nach oben schießen wird. Gleichzeitig ist die Inflation auf einem neuen Höchstand angelangt, Geld ist ein Drittel weniger wert als vor 15 Jahren. Geld zum Heizen gibt es also genug, Sigmar Gabriel muss nur wollen!
Verflossene Fliese
Von hinten durch die Brust ins Knie
Wenn Könner Sprache unter die Finger bekommen, lässt sich rein formulierungstechnisch auch aus einem 0:4 verlorenen Spiel ein zumindest gefühltes Unentschieden machen. Die sich selbst für renommiert haltende Postille "Zeit" macht es so ähnlich: Unter der Zeile "Lieber weg- als hinschauen" bastelt sie aus einer halben Richtigstellung ("Doch zwei Tage nach dem angeblich fremdenfeindlichen Angriff gibt es Zweifel an der bisherigen Tatversion.") zu einem vorher gemeldeten rechtsradikalen Übergriff in Magdeburg und viel Geschwurbel die Fantasie einer Landschaft im Osten, in der "niemanden" die "Ängste von Ausländern interessieren". Wo doch der gesamte Rest des von zwei Autoren angefertigten Horrorfilms von hauptamtlichen Angstinteressenten und fördermittelfinanzierten Bekämpfern des Bösen bestritten wird. Das gesamte Werk gibt es hier, leider enthält es keinen Hinweis auf den "Thor Steinar"-Laden in Magdeburg, der doch mit Sicherheit schuld an allem ist.
Dienstag, 4. Dezember 2007
Zustände wie im Irak
"Der ausländerfeindliche Überfall auf mehrere Afrikaner und eine Irakerin in Magdeburg ist auch im Irak scharf kritisiert worden. Abbas al-Bajati, ein Abgeordneter der Schiiten-Allianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Bagdad: «So ein Benehmen widerspricht der demokratischen Grundordnung und den Menschenrechten.» Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass derartige Übergriffe nicht zunehmen."
ABC - die Katze lief im Schnee
das versagen der (gerade us-amerikanischen) geheimdienste ist evident. ob 9/11 oder saddams angebliche chemiewaffen: die schlapphüte hechelten den ereignissen hinterher und machten sich so zum gespött der kritischen öffentlichkeit. zumindest so lange, bis sie ergebnisse lieferten, die von der kritischen öffentlichkeit erwartet wurden (und beklatscht werden konnten). dann nämlich sind keine tumben toren mehr am werk, sondern hochprofessionelle hochprofessionelle, auf deren wort man viel eher hätte hören sollen.
A complete list of things caused by global warming
findet man hier. ein wunder, dass gallensteine und pittiplatsch noch nicht auf der liste stehen.
Obwohl er Eisenflechter ist
Spiegel Online ist die Meßlatte für deutschen Web-Journalismus. Heute berichten die Experten über ausländerfeindliche Ausschreitungen in Magdeburg und ganz nebenbei gelingt ihnen ein Einstieg, der Poesie und Alltag, Weltweisheit und das Handwerk des Eisenflechtens beispielhaft zueinander in Beziehung setzt. Das geht dann so: "Ahmad Maaruf A. ist ein einfacher Mann. Sein Deutsch klingt nicht besonders gut, obwohl der Iraker seit neun Jahren hier lebt und als Eisenflechter arbeitet."
Obwohl er als Eisenflechter arbeitet. Spricht er kein gutes Deutsch. Das überrascht.
Obwohl er als Eisenflechter arbeitet. Spricht er kein gutes Deutsch. Das überrascht.
Bad Idea
die union will in der abwehrschlacht gegen den eigenen koalitionspartner spd eventuell den alten slogan "freiheit statt sozialismus" reaktivieren. ob das eine so gute idee ist, muss bezweifelt werden.
Montag, 3. Dezember 2007
Säkularer Kirchenstaat
Die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche erhalten zusammen vom Staat 20 Milliarden Euro pro Jahr an Subventionen. Dazu kommt zusätzlich ihr Privileg, einen Zuschlag auf die Lohn- und Einkommenssteuer ihrer Mitglieder, Kirchensteuer genannt, zu erheben. Dieser Geldsegen wird Organisationen zuteil, die keineswegs hilfsbedürftig sind. Eine Gesamtbilanz des Vermögens von evangelischen Landeskirchen, katholischen Diözesen, und ihren Stiftungen, Werken und anderen kirchlichen Unternehmungen ergibt:
Gesamtvermögen: 502 Milliarden Euro, davon entfallen auf:
Grundbesitz und Gebäude: 317 Milliarden Euro, darunter:
Grundbesitz und Gebäude mit nicht religiöser Nutzung: 152 Milliarden Euro;
Umlaufvermögen (Aktien, Beteiligungen, Barvermögen): 180 Milliarden Euro, davon:
Geldvermögen: 87 Milliarden Euro.
Ein derartiges Vermögen muß auch bei zurückhaltender Nutzung erhebliche Erlöse bringen. Wir wissen nicht, wieviel von ihren Einnahmen die selbsternannten Anwälte der Armen für karitative Zwecke ausgeben. Sicher aber ist, dass die beiden großen Kirchen zusammen 1,35 Millionen hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen. Sie sind damit nach dem Staat (4 Millionen Beschäftigte) der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland.
Gesamtvermögen: 502 Milliarden Euro, davon entfallen auf:
Grundbesitz und Gebäude: 317 Milliarden Euro, darunter:
Grundbesitz und Gebäude mit nicht religiöser Nutzung: 152 Milliarden Euro;
Umlaufvermögen (Aktien, Beteiligungen, Barvermögen): 180 Milliarden Euro, davon:
Geldvermögen: 87 Milliarden Euro.
Ein derartiges Vermögen muß auch bei zurückhaltender Nutzung erhebliche Erlöse bringen. Wir wissen nicht, wieviel von ihren Einnahmen die selbsternannten Anwälte der Armen für karitative Zwecke ausgeben. Sicher aber ist, dass die beiden großen Kirchen zusammen 1,35 Millionen hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen. Sie sind damit nach dem Staat (4 Millionen Beschäftigte) der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland.
Wer hat das gesagt?
"Korrupt, zugleich aber schwach, unfähig, dem Druck der konstituierenden Gruppen zu widerstehen, muß die regierende Mehrheit tun, was sie tun kann, um die Wünsche der Gruppen, deren Unterstützung sie bedarf, zu befriedigen, so schädlich dergleichen Maßnahmen auch für die übrigen sein mögen."
Auf gleicher Augenhöhe
so sieht also ein panzerbär aus, wenn sich hollywood einmischt. hm. eigentlich gut getroffen. bis auf die große klappe: ich will nur spielen, ich beiße nicht.
Die Stille nach dem Schuß
Ein bestaunenswerter Vorgang spielt sich in diesen Vorweihnachtstagen ab. Oder besser gesagt: Er spielt sich eben gerade nicht ab. Ein 17-Jähriges Mädchen wird an einem Samstagabend von vier glatzköpfigen Neonazis in "NSDAP-Jacken" (dpa) überfallen, ihr wird ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt - und was geschieht danach?Nichts. Die Medienmaschine macht Pause. Keine Reportagen vom Parkplatz hinter der Norma-Filiale. Keine tiefgründige Betrachtung über das Wesen des Mittweidaers ansich und seinen Hang zur Gewalt. Keine feuilletonistische Annäherung an die Geisteswelt von Plattenbaubewohnern, wie sie zur Reportage-Routine in solchen Fällen gehört, seit sich die 17-jährige Hallenserin Elke vor 13 Jahren selbst ein Hakenkreuz in die Wange ritzte. Kein "Stern-TV"-Interview mit dem Opfer, kein "Spiegel"-Titel mit der Zeile "Die Mutige", kein Bild-Knaller mit Kinderfotos der Couragierten. Nichts.
Atemberaubende Stille ringsum. Trotz inzwischen ausgelobter 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter oder auch nur Tat hat sich kein Zeuge gemeldet. Wie auch. Zwar hatte das Opfer berichtet, zahlreiche Anwohner hätten ihrer Mißhandlung von ihren Balkonen aus zugesehen. Doch inzwischen hat die Süddeutsche Zeitung immerhin herausgefunden, dass dafür wenig spricht: "Sämtliche Läden hatten zu, und der Platz vor dem Supermarkt war in Dämmerung gehüllt", heißt es in einem vorsichtig formulierten Bericht, der den Umständen der Tat im übrigen wenig Platz, den Reaktionen dafür aber umso mehr einräumt.
Der Kontrast des rund um den Fall von Mittweida ausgebrochenen kollektiven Schweigens im Blätterwald zum sonst in solchen Situationen üblichen Rummelradaus lässt kaum Zweifel daran, wie die Journaille die Lage wirklich einschätzt: Ein Mädchen, mutig genug, gegen vier Skinheads Front zu machen, bekommt ein "Hakenkreuz in die Hüfte geschnitten" (dpa), geht danach nach Hause - und erzählt ihren Freundinnen nichts von dem Vorfall? Und auch ihrer Mutter erst nach neun Tagen?
Eine Frage, die auf der Hand liegt. Aber nicht gestellt wird. Im Gegensatz zu den PPQ-Nutzern, von denen nach unserer aktuellen Umfrage 86 Prozent die Aussagen des Mädchen für zumindest "fragwürdig" halten, gibt es im medialen Jammertal Deutschland keinen Nachfragebedarf. Nicht danach, wieso ein Mensch sich nicht selbst ein Hakenkreuz in die Hüfte ritzen können sollte. Nicht danach, warum niemand außer dem Mädchen Männer in NSDAP-Jacken gesehen hat. Und nicht danach, weshalb die Bedrohte während der Untat nicht nach Hilfe gerufen hat, wenn doch nebenan viele, viele Menschen auf ihren Balkonen in die Dunkelheit schauten.
Vermutlich ist der Grund ganz einfach. Es ist die Angst vor der falschen Antwort, die den Fragewillen der professionellen Beschreiber lähmt. Unvorstellbar die Blamage, wenn sich nach dem erfundenen Freibad-Mord von Sebitz, dem selbstgemachten Hakenkreuz von Halle und der zum staatsbedrohenden Nazi-Mordversuch umgelogenen Schnapsschlägerei von Potsdam erneut eine schlagzeilenträchtige Gewalttat als in Wirklichkeit doch etwas anders herausstellt.
So dient der Mittweidaer Bürgermeister Damm einstweilen als Kronzeuge für die Echtheit des Grauens. Dass die 17-Jährige, die für ihr mutiges Einschreiten demnächst einen Preis erhalten wird, sich "die Sache ausgedacht haben könnte", hält er für "unwahrscheinlich". Der Jurist hat lange mit ihr gesprochen, zitiert die SZ, und ist danach überzeugt: "Sie ist glaubwürdig"‘, sagt er, "sie stammt aus einer guten Familie in Mittweida". Gute Familie. Der ultimative Wahrheitsbeweis.
Wie der Hinweis darauf, dass das Mädchen es selbst gewesen sein könnte, rein belohnungstechnisch behandelt wird, bleibt abzuwarten. Wir haben ihn hiermit jedenfalls gegeben und damit für den Fall der Fälle schon mal Ansprüche angemeldet. Natürlich wollen wir das Geld nicht für uns und unsere schmutzigen Zwecke. Wir würden es selbstverständlich spenden - am liebsten an Miteinander e.V. und die Akteure vom Netzwerk Gegenpart.
Sonntag, 2. Dezember 2007
Konjunktiv
"Unter den Nationen, in denen nicht nur das Risiko, sondern die Gewissheit bewaffneter Konflikte bestehen könnte, befindet sich Indien." eine gewissheit im konjunktiv - danke, dass wir das noch erfahren durften.
Käfer-Kachel
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