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Freitag, 7. Dezember 2007

Gorillas im Garten

So lange noch irgendetwas in diesem Land erlaubt ist, kann es zum Glück noch verboten werden. Nach dem Trinken von Alkohol auf öffentlichen Plätzen und dem Rauchen in privaten Wohnheimzimmern sind jetzt die gequälten Krokodile und Giftschlangen dran, die, so weiß Helmut Hentschel von der Erfurter Giftnotzentrale, von ihren Haltern meist nicht artgerecht gehalten werden. Und vielleicht deshalb jede Chance nutzen, ihren Besitzern die Zähne ins Fleisch zu schlagen. Meistens seien männliche Halter betroffen, die im betrunkenen Zustand mit ihrem gefährlichen Haustier hantierten, sagt Hentschel.

Doch damit ist demnächst Schluß, denn nun kommt endlich ein generelles Haltungsverbot für gefährliche Tiere. Tierschützer begrüßen den Vorstoß, denn "es besteht nicht nur eine immense Gefahr für die Halter und das Umfeld, die Tiere werden oft nicht artgerecht untergebracht".

Künftig dürfen Krokodile nicht mehr in Badewannen gehalten werden, Gorillas nicht mehr im Garten, Skorpione müssen den Platz unterm Bett räumen und Vogelspinnen oder Giftschlangen aus der Küche ausziehen. Für rund 250.000 Riesen- und 100.000 Giftschlangen in deutschen Privathaushalten bedeutet das, dass die Freiheit näher rückt. Auch eine unbekannte Zahl von Krokodilen, Giftfischen und Skorpionen würde heimatlos und dürfte nach Inkrafttreten durch die Natur vagabundieren.

Noch nicht ganz klar ist, ob es wirklich Giftfisch-Razzien und Badewannenprüfungen durch Ordnungsämter und Polizei geben wird. Ein Warnaufkleber, den Baumärkte künftig in jede verkaufte Wanne kleben müssen, ist aber schon in der Endabstimmung zwischen Justiz-, Innen- und Landwirtschaftsministerium sowie der EU-Komission: "Nicht für Krokodile" zugelassen soll Badewannenkäufer darauf aufmerksam machen, dass sie ihre schrecklichen Lieblinge anderweitig unterbringen müssen.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

es ist noch viel zu viel erlaubt: eine von der politik grob fahrlässig erzeugte situation, die schnellstens geändert werden sollte.