Google+ PPQ: Mai 2007

Donnerstag, 31. Mai 2007

Frühling immer wärmer. Oder so.

der frühling 2007 setzt neue höchstmarken, was temperatur und sonnenscheindauer betrifft. noch nie in der geschichte der wetteraufzeichnung etc. etc. nach der logik der klimaapokalyptiker dürften die bisherigen titelträger in den vergangenen zehn, 15 jahren zu suchen sein (industrialisierung, co2, ihr wisst schon). und so ist es auch: "Den bisherigen Wärmerekord hielt der Frühling des Jahres 2000 mit 10,0 Grad." aber hoppla: "Bisher galt der Frühling 1953 als sonnigster Jahresbeginn in der Wetterstatistik." entweder ist das kriterium sonnenscheindauer nicht sonderlich relevant. oder es gibt immer ein nächstes mal.

Blowjob-Belgierin lässt in Fernost blasen

Wir ahnten es lange und wussten es insgeheim wohl auch schon: Politik ist immer Lüge, wobei sich die Größe der von Politikern in Aussicht gestellten Wohltaten immer reziprok zur Wahrscheinlichkeit ihrer Realisiserung verhält. Nur Tania Derveaux, so wollte die ganze Netzwelt für ein paar sonnige Wochen glauben, ist anders. Eine Politikerin, die tut, was sie sagt! Ein Mensch, der bläst, so lange er Luft hat! Doch nun ist die Enttäuschung groß und der politische Schaden noch gar nicht zu ermessen. Denn die schmucke belgische Provinzpolitikerin (im Bild), die hier auf PPQ <exklusiv für Deutschland angeboten hatte, 40.000 Männern mit dem Mund etwas richtig Gutes zu tun, wenn diese ihrer Verweigerer-Partei NEE dafür nur ein ganz klein wenig im Wahlkampf zur Hand gehen würden, ist umgekippt: Auf unsere Bewerbung um einen der viermal zehntausend ausgelobten Blowjobs schreibt uns die Schöne: Hey Binladenhueter, just letting you know that you've been selected, Tania

Die Freude war groß im männlichen Teil des Tagebuch-Kollektivs, denn mit so schneller Abarbeitung der mehr als 100.000 Blowjob-Bewerber-Mails, die Tania bekommen hat, hatten selbst die kühnsten Optimisten hier nicht gerechnet.

Umso größer war das Entsetzen eine Sekunde später, als wir, von Tania animiert, auf den Blowjob-Link klickten, um, wie Tania anzüglich schreibt, "zu bekommen, wonach Du gefragt hast"

Es ist ein Skandal! Ein Schlag ins Gemächt aller ehrlichen Blowjob-Bewerber! Tania Derveaux, die sich auf die Fahne geschrieben hat, belgische Politiker arbeitslos und arbeitslose normale Belgier entweder in Arbeit zu bringen oder sie doch zumindest kurzzeitig anderweitig glücklich zu machen, hat die Abarbeitung ihres Wahlkampfversprechens nach Fernost ausgelagert! Eine kleine zarte Chinesin mit dem aus der fernöstlichen Sagenwelt entlehnten Namen Lin Chong muss auf Geheiß der selbsternannten Blas-Politikerin aus Belgien die Zeche für die skrupellose Stimmenjagd der NEE zahlen. Dass Tania Derveaux zudem die Kaltschnäuzigkeit besitzt, ihre enttäuschten Unterstützer mit "Hope you like it" zu verabschieden, schlägt dem letzten treuen Zettelfalter glatt den Kreuzchen-Kuli aus der Hand: Nee, Frau Derveaux, Politverdrossenheit bekämpft man so sicher nicht. Eher wird wohl, gerade im Vorfeld des G8-Gipfels, die Angst vor weiterer Globalisierung und Abwanderung von noch mehr traditionellen Servicebranchen in Billiglohnländer verstärkt.

Dienstag, 29. Mai 2007

Weltrettung ganz nahe!

so einfach ist das: «Beenden Sie alle Kriege, lösen Sie Ihre Armeen auf, beenden Sie alle Rüstungsproduktionen, verzichten Sie auf wirtschaftliche Sanktionen und Vorbedingungen für neue Kredite, erstatten Sie den ehemaligen Kolonien ihre Verluste der letzten 500 Jahre, schließen Sie alle Abschiebeknäste und öffnen Sie alle Grenzen!» (Das Potsdamer Anti-G8-Bündnis am Freitag zum bevorstehenden G8-Außenminister-Treffen in der brandenburgischen Landeshauptstadt)

Überlebenskünstler

immer wieder überraschend, die hz. gestern vermeldet sie beispielsweise weltexklusiv die ursache dafür, dass die rauchschwalbe bald auf der roten liste steht. das possierliche vögelchen ist nämlich ausweislich eines zitierten experten vom aussterben bedroht, weil auf den "dörfern nicht mehr jeder ein schwein oder rind" hält. jahaha: "die ställe zum brüten" fehlen. fragt sich nur, was die rauchschwalbe vor der domestizierung diverser stall-tiere so gemacht hat. oder lebten die wollnashörner auch schon in ställen?

Wohlfeiler Zwischenfall

Der Parlamentarier Volker Beck ist in Russland verhaftet worden. Nur kurz, aber für Aufregung im deutschen Blätterwald hat es gereicht. Der schwule Grüne hatte schon im vergangenen Jahr in Moskau auf die Mütze bekommen, diesmal waren die Sicherheitskräfte vorsichtiger und langten nicht wirklich zu. Bin ich der einzige, der sich fragt: Was macht Volker Beck eigentlich in Moskau? Die Schwulen haben es dort sicherlich nicht leicht. Doch in Afghanistan, Iran oder Jamaika werden Schwule nicht nur verboten, sie werden ermordet.

Zweikampf


„Würdevolle Bestattungen zum Festpreis“. So steht es auf einer Leuchtreklame im Herzen Halles. Zwei Konzepte stoßen aufeinander: ethische Sorgen und pekuniäre Interessen. Mal sehen, wer gewinnt.

Prinzipiell gegen den Verstand

Benzalkoniumchlorid ist eine chemische Substanz, die vor allem zur Desinfektion und Konservierung dient. Auf einen Medikament lese ich also: "Enthält: dies und das und Benzalkoniumchlorid". Der nächste Satz lautet: „Enthält Benzalkoniumchlorid“. Holla, Überraschung. Irgend ein Gesetz sieht also offenbar vor, dass der Inhalt von Benzalkoniumchlorid in einem Medikament extra ausgewiesen werden muss. Und zwar egal, ob das offensichtlich ist (siehe: Enthält: dies und das …) oder nicht. Ein schöner Beweis dafür: In Deutschland steht das Prinzip über dem gesunden Menschenverstand. Warum? Wahrscheinlich darum: Einem Prinzip kann man nicht misstrauen, dem gesunden Menschenverstand schon. Soviel zum Thema „mündige Bürger“.

Todeskampf trotz Baby-Booms

PPQ war für einige Tage in Afrika unterwegs bzw. wegen eines Umzugs verhindert. Jetzt ist PPQ wieder da. Zwar sind die Umstände nicht berauschend (DSL fehlt, Modem ist kaputt etc.), doch der HZ werfen wir trotz widriger Umstände gerne ein paar Zeilen nach. Da meldet doch erwähnte HZ vor einigen Tagen Folgendes: „Baby-Boom in Sachsen-Anhalt“. Das könnte erfreulich sein (Sachsen-Anhalt trotzt dem demografischen Trend), wenn nicht just einen Tag später gemeldet würde: „Sachsen-Anhalt stirbt aus“ (oder so ähnlich). Der Witz ist nicht, dass sich die Meldungen inhaltlich ausschließen. Der Witz ist, dass die HZ die statistischen Hintergründe nicht kenntlich macht. Mit ein wenig Engagement ließe sich nämlich deutlich zeigen, dass Geburten keine Zuzüge sind und Sterbefälle keine Wegzüge. Man könnte also lehren: Demografische Nachrichten beziehen sich auf unterschiedliche Datensätze und sind somit oftmals nicht miteinander vergleichbar. Die prognostizierte Einwohnerzahl des Landes ist eben nicht die prognostizierte Einwohnerzahl des Landes. Oder man lässt das bleiben – und seine Leser im Unklaren.

Sonntag, 27. Mai 2007

Maulfussballer im Angriff

Kaum ist der Mullah mit dem schoenen Namen Dadullah erledigt, zieht der naechste Taliban-Maulfussballer Richtung Tor: Ein "Sprecher" der "Truppen" kuendigte eine neue Offensive in Afghanistan an, die sich "gegen Regierungstruppen sowie alle ausländischen Soldaten" richtet. Wahrscheinlich warten wie imer "zehntausend Kaempfer" in irgendwelchen Hoehlen, wahrscheinlich ist das Warten darauf, dass sie irgendwann rauskommen, wie beim letzten Mal vergeblich. Diesmal heisst die Operation «Kamin» (Hinterhalt) sagte Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi, der derzeit in seinen Tunnelwerkstätten und Höhlenmalereien sicher Hinweisschilder mit der Aufschrift "Achtung, Hinterhalt!" herstellen lässt.

Montag, 21. Mai 2007

Noch eine Knalltüte

was fällt einem zum tod von drei bundeswehrsoldaten in afghanistan ein? man kann über den tod nachdenken, über das sterben im kundus, über selbstmordattentäter und ihre motivation, über unschuldige zivilisten und den sinn scheinbar sinnloser kämpfe. man kann das auch lassen. dann heißt man oskar lafontaine und schwatzt bei sabine christiansen einfach so vor sich hin. der vorsitzende der linksfraktion im bundestag schlägt jedenfalls einen faszinierenden bogen. von den toten soldaten kommt er ganz fix zu aufklärungsflugzeugen, die mit dem tod der bundeswehrangehörigen eigentlich nichts zu tun haben. aber egal. tornados sind böse, nicht nur bei den klima-apokalyptikern. und vor allem: sie sind "mittelbar terroristisch". für die langsamen: aufklärung ist terrorismus, der kampf gegen den terrorismus ist - erraten - terrorismus. und letztlich sind die soldaten selbst daran schuld, dass sie in die luft gesprengt wurden. faszinierend.

Samstag, 19. Mai 2007

Masri zündelt

das ist khaled el-masri. er hat einen supermarkt angezündet. das ist schlimm. ist das schlimm? nein, denn khaled el-masri ist nicht nur deutsch-libanese, sondern auch cia-entführungs- und folteropfer. sagt er. und als deutsch-libanese und cia-entführungs- und folteropfer zündelt man fast zwangsläufig. sein anwalt sagt: "er musste straftäter werden, um die therapie zu bekommen, die ihm als opfer seit jahren zustand." kausalität ist eine feine sache.

Freitag, 18. Mai 2007

Erderwärmung ist wie Krieg

beim kapitalismus-magazin laß ich folgenden schönen satz: «Globale Erwärmung ist das, was William James das "moralische Äquivalent des Krieges" nannte, das den politischen Offiziellen die Macht gibt, Dinge zu tun, die sie ohne Krise nie tun könnten.» (Jonah Goldberg in Turning Up the Heat on Al Gore)

Kultur in der Warteschleife

manche lassen händel ertönen, andere aktuelle chart-hits oder 08/15-computer-klingklang, sogar ac/dc wurde schon gehört: die telefon-warteschleifen der republik sind meistens nicht sehr überraschend. überraschend ist oft nur, dass man irgendwann doch mit einem kundenberater verbunden wird. die energieversorgung halle, kurz evh, beglückt die antragsteller, äh ratsuchenden, aber mit einem besonderen produkt. das liedchen ist offenbar ein auftragswerk, geht es doch um ökologisches verhalten als voraussetzung dafür, dass es morgen weder "dunkel" noch "kalt" sein wird. nachtigall, ich hör dir trapsen. ein reinhard mey-verschnitt mit rockgitarre jammert wieder und wieder den apokalypso. doch lest selbst:
"ach, die zeit des großen fressens ist gegessen, ist vorbei,
und wir werden dran gemessen, was am ende übrig bleibt,
von der hellen warmen erde, von den gärten und vom wald.
wird es all das weiter geben oder dunkel sein und kalt?"
so ähnlich zumindest. zum hören müsst ihr die (0345) 581 2222/3333 wählen. und keine angst: meistens kommt man nicht so schnell dran und kann das kunstwerk in seiner vollen schönheit oft genießen.

p.s.: die erste zeile ist die beste, isn't it?

Donnerstag, 17. Mai 2007

Huch, der Klimawandel

was macht der klimawandel? richtig, er lässt die gletscher schmelzen und die arktis/antartis tauen. die sau! neuerdings aber hat der klimawandel, die sau!, ein neues betätigungsfeld gefunden: er lässt die gletscher - wachsen. aber lesen sie selbst: "Der Klimawandel lässt Gletscher am anderen Ende der Welt kräftig wachsen. Während sie in den Alpen abschmelzen, breiten sich die Gletscher in Neuseeland aus, wie der Geograf Stefan Winkler von der Universität Würzburg festgestellt hat. Der bekannte Franz-Josef-Glacier in den Southern Alps habe sich in einem Jahr um 84 Meter vorgeschoben, der benachbarte Fox-Glacier sogar um 89 Meter." die sau! soll sich endlich mal entscheiden.

Der Heiner, der Geißler

knautsch-gesicht heiner geißler, ex-cdu-generalsekretär und wundertüte der union in einer person, ist angeblich den globalisierungskritikern von attac beigetreten. okay, der mann ist 77 jahre alt und hat scheinbar außer geißeln (den kapitalismus, die verhältnisse etc.) nicht viel zu tun. dass er aber nun zu den bunten truppen der verweigerer und nein-sager überläuft, verwundert doch. denn restverstand hätte man dem ehemaligen bundesminister für jugend, familie und gesundheit gerne gewünscht. doch nein, geißler will das gute, auch wenn der gesunde menschenverstand dabei wieder einmal auf der strecke bleibt. seine begründungen sind dementsprechend großartig: "Ich trete bei Attac ein, weil ich das Recht auf gewaltfreie Demonstration, für das Attac eintritt, nachdrücklich unterstütze", verlautbart es aus dem alt-politiker. mit diesem argument hätte er übrigens auch dem grundgesetz beitreten können. aber geschenkt: es wird noch besser. denn was nimmt ihn noch für attac ein? das bündnis "trete für eine soziale und ökologische Globalisierung ein". weniger wohlmeinende zeitgenossen hatten zwar bis eben angenommen, attac trete egalweg gegen die globalisierung an. aber auch das: geschenkt. der heiner, der geißler war für einen kurzen moment noch einmal wichtig. und nur das zählt.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Teuer gegen Nazis

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Sechs Wochen vor dem großen "Laut-gegen-rechts"-Konzert, zu dem "prominente Musiker und Bands wie Smudo, Afrob, Madsen, The Films und Noah Sow" am 27. Juni 6.000 Jugendliche auf die Peißnitzinsel locken sollen, hat die notorisch klamme Landesregierung jetzt die Rechnung für die Veranstaltung übernommen. 110.000 Euro stellt das Land als Bürgschaft für den Fall bereit, dass der finanzielle Erfolg der von einer Hamburger Agentur organisierten Veranstaltung vielleicht doch sehr bescheiden bleibt. Immerhin wurden die aufgebotenen "prominenten Künstler" eher im B-Kader rekrutiert. Die internationalen Gäste The Films beispielsweise fliegen von "Omas Teich Festival" in Grossefehn in Friesland ein, touren also quasi von Großereignis zu Großereignis.

Nach bisherigen Kalkulationen, heißt es in einer lustig mit "Kabinett laut gegen Nazis" überschriebenen Erklärung der Magdeburger Staatskanzlei, würden sich die Gesamtkosten der Veranstaltung trotz der Star-Sparsamkeit auf rund 110.000 Euro belaufen. Und das, obwohl alle teilnehmenden Künstler auf eine Gage verzichten.

Das klingt erstaunlich, schließlich schaffen es andere, für vergleichbar große Menschenmassen konzipierte Veranstaltungen, aus einem vergleichbaren Etat durchaus, Gagen zu zahlen. Bei "Laut gegen Nazis" hoffen Veranstalter und Landesregierung immerhin, dass trotz der anscheinend recht großzügig kalkulierten Produktionskosten ein Überschuss erwirtschaftet werden kann. Aber wichtiger ist den Veranstaltern ja sowieso "durch die Schaffung eines zielgruppenübergreifenden Bewussteins in Zukunft zu vermeiden, dass rechtsextremes Gedankengut noch mehr aufkeimt." Und so eine "Schaffung" kostet eben, und wenns der Gegenwert für drei Sozialarbeiter-Vollzeitstellen ist.

T-Shirts und Eierbecher zur Veranstaltung gibt es schon, Karten immer noch nicht, vielleicht aber dann wenigstens an der Abendkasse. Zumindest sind die bislang durchaus nur rein theoretischen Einnahmen schonmal sicher verplant - die bekommt die Amadeu-Antonio-Stiftung.

Giganten des Guten


Ein Treffen der Giganten des Guten, ein Stelldichein in einer gedachten besseren Welt. "Die Welt schaut auf Deutschland" sprach U2-Sänger Bono Vox, als er den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck traf, der zwar eigentlich nur Schlager liebt, sich aber prompt mit dem Satz revancierte, Deutschland werde sich beim anstehenden G8-Gipfel dafür einsetzen, "die Lage der Entwicklungsländer weiter zu verbessern".

Kurt Beck, den nach einer Umfrage immer noch rund die Hälfte der Deutschen für den Chef der beinahe gleichnamigen Brauerei hält, dankte dem irischen Rockstar für seinen "mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Kampf gegen Aids und Armut in Afrika", in dem er "schon viel bewirkt" habe. Gleichzeitig forderte der SPD-Vorsitzende, dass sich "das Engagement des Sängers auch in der Politik widerspiegeln müsse".

Dieser Satz steht genauso in der offiziellen Pressemitteilung der SPD, was er besagt, kann an dieser Stelle leider nur vermutet werden. Soll Bono Bundeskanzler werden? Oder König von Afrika? Will Beck das neue Grundsatzprogramm als Konzeptalbum veröffentlichen? Oder auf der nächsten U2-Tour das pinkfarbene Pink-Floyd-Schwein covern? Wie auch immer, Beck und Deutschland sind mit ihm und werden, so der Schlagerbeauftragte der SPD, "beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G8) die Armutsbekämpfung und Entwicklungspolitik ganz nach oben auf die Tagesordnung bringen." Beck versicherte, dass sich Deutschland beim anstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm auch bei seinen internationalen Partnern stark machen werde, damit die versprochene Hilfe zur Armutsbekämpfung auch erfolge.

Darob kommt jetzt wieder richtig Stimmung in Afrika auf, dem die versammelten G8-Staatschefs mit Beck-Vorgänger Gerhard Schröder in der Mitte bei ihrem letzen Gipfel vor zwei Jahren versprochen hatten, ihre Entwicklungshilfemittel um 25 Milliarden zu erhöhen.

Damals hatte sich Deutschland stark gemacht, woraufhin die USA und Japan ihre Hilfe für Afrika tatsächlich hochfuhren. Deutschland hatte sein Teil mit dem stark machen erledigt: Nach Angaben von Bonos Rettet-die-Welt-Kollegen Bob Geldof liegt das Land der Mahner und Versicherer allein für 2007 um schlappe 700 Millionen Euro hinter seinen Förder-Versprechen.

Antarktis schmilzt von unten

Auch das noch. Kaum hat Siggi Gabriel, einstiger Pop-Beauftragter der Sozialdemokratie, im Namen der Völker der Welt auf den Tisch geschlagen, um den Klimawandel aufzuhalten, kommen aus den Laboren der Forscher neue schlimme Nachrichten über die Erderwärmung. So fürchtet Jean-Claude Duplessy von der Université de Versailles Saint Quentin, dass der Klimawandel des Eis der Antarktis von unten schmelzen und so den Meeresspiegel viel dramatischer als bisher vermutet steigen lassen könnte. Eine Hiobsbotschaft, die durch eine raffinierte Analyse des Meeresbodens ermittelt wurde. Die ergab, dass das Wasser in den Tiefen des Nordatlantiks vor 125.000 Jahren rund 0,4 Grad Celsius wärmer als heute war.

Ähm? Wie? Wo war Gabriel damals? Was sagt der Weltklimarat (IPPC) dazu? Zumal Duplessy auch noch behauptet, damals seien auch die Lufttemperaturen etwas höher als heute gewesen. Sie hätten seinerzeit einen Teil der Eispanzer von Grönland geschmolzen. Viel schlimmer aber: Das wärmere Tiefenwasser im Nordatlantik transportierte Wärmeenergie nach Süden und heizte das Wasser um die Antarktis so bis zu 0,5 Grad. Dadurch schmolzen die Eismassen von unten, was zu einem starken Anstieg des Meeresspiegels führte.

Jetzt warnen die Forscher eindringlich: Schon heute sei das Wasser in der Nähe der Antarktis rund 0,2 Grad wärmer als noch vor wenigen Jahren. Als es nach den Daten von Jean-Claude Duplessy trotz Kohlendioxid-Diskussion, Industrialisierung, Siggi Gabriel-Geschwätz, IPPC-Bericht und Klimakatastrophengeschrei zarte 0,4 Grad kälter war als vor 125.000 Jahren. Ähm, wieso eigentlich? Wer hat die Erwärmung damals verbockt? Wo standen die Fabriken? Wer fuhr die SUVs? Hielt wider besseres Wissen an der vorsteinzeitlichen Glübirne fest?

Siggi Gabriel auch

Sigmar "Siggi" Gabriel ist so bekannt, dass auch die Google-Suche nach "Siegmar Gabriel" erklecklich viele Treffer erbringt. Sein Ruhm als Pop-Beauftragter der SPD mag verblasst sein, als Umweltpolitiker aber dreht er am ganz großen Rad. Bei einer UN-Umweltkonferenz in New York verweigerte er jetzt im Namen der EU dem Schlussdokument die Unterschrift. Begründung: "Der Text bleibt weit hinter den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft zurück." Und: "Dabei wartet die Welt darauf, dass die UN im Kampf gegen die Armut konkrete Schritte zur Gewinnung von nachhaltiger, erschwinglicher und erneuerbarer Energie sowie zum Klimaschutz und gegen die Luftverschmutzung unternimmt." Siggi muss es wissen, denn in Geografie kennt er sich aus. Kanada, China und die USA hatten dem Papier übrigens zugestimmt, genau wie die Gruppe der G77, der aktuell um die 130 Staaten der Erde angehören. Nur eine Frage bleibt: Wen meint Gabriel mit "internationale Gemeinschaft" und "die Welt"? Aber das sind Kleinigkeiten ...

Solana hat Rinderwahn

er ist hoher beauftragter der eu für außenpolitik, sieht aus wie ein uni-professor - und hat rinderwahn. anders ist nicht zu erklären, wie javier solana zu folgender einschätzung kommt: "Wir stellen heute schon fest, dass die Folgen des Klimawandels, also Dürre und Wassermangel, zu Konflikten und politischer Instabilität führen können. Darfur ist der erste Konflikt, zu dessen Ursachen im weiteren Sinn auch der Klimawandel zählt - und es ist gut möglich, dass er nicht der letzte sein wird." hallo, jemand zu hause im oberstübchen? moslemische reitermilizen schlachten seit jahren dunkelhäutigen ihre glaubensgenossen ab, die weltgemeinschaft (und die eu) schauen zu: und schuld ist der klimawandel? auf die idee muss man erst einmal kommen. rinderwahn machts möglich.

Spam immer unverständlicher

heute erreichte mich folgende mail. kann mir einer der leser sagen, worum es geht? schuhputzautomaten sicher nicht - aber was dann? und: ist das überhaupt spam? lest gründlich, freunde.

Eväitä luontomatkailun uusiin haasteisiin

Oppaana Oulangan kansallispuistossa -koulutus antaa Oulangan ja Riisitunturin kansallispuistojen yhteistyöyritysten oppaille eväitä kohdata luontomatkailun uudet haasteet. Koulutuksen aikana syvennytään Oulangan kansallispuistoon ja vahvistetaan taitoja viestin välittämiseksi asiakkaille.

Metsähallituksen Pohjanmaan luontopalvelut ja Oulun seudun ammattikorkeakoulun luonnonvara-alan yksikkö järjestävät yhdessä Oppaana Oulangan kansallispuistossa –koulutuksen. Se järjestetään osana Euregio Karelia naapuruusohjelmaan kuuluvaa Interreg-hanketta ”Oulanka-Paanajärvi – erämaita, elämyksiä ja hyvinvointia”. Koulutuksen ajankohta on toukokuusta lokakuuhun, ja sen aikana tutustutaan Oulangan kansallispuistoon luentojen, maastoretkien ja itsenäisen työskentelyn keinoin.

Koulutukseen osallistuu Oulangan ja Riisitunturin kansallispuistojen yhteistyöyritysten oppaita sekä Metsähallituksen asiakaspalveluhenkilöitä. Koulutuksen sisältö on laaja: kulttuuriperintöä ja historiaa, luonnon monimuotoisuutta, luonto-opastuksen taitoa, luontomatkailun kestävyyttä ja puiston hoitoa ja käyttöä.

Koulutuksen tarkoituksena on antaa oppaille työkaluja kohdata luontomatkailun uudet haasteet kansallispuistoissa. Asiakkaat edellyttävät ajantasaista ja paikkansa pitävää tietoa alueen luonto- ja kulttuurikohteista. Syventyminen kohteeseen ja sen ymmärtäminen vahvistavat matkailijan elämystä. Ymmärryksen välittämiseksi tarvitaan kohteisiin erikoistuneita oppaita ja kohdekohtaista tietoa.

Koulutuksen hyväksytysti suorittaneet oppaat voivat saada Oulangan kansallispuiston oppaan sertifikaatin. Kansallispuiston hoitajan, Metsähallituksen, näkökulmasta koulutus vahvistaa edelleen jo nykyäänkin yritysten asiakkaille välittämää laadukasta, yhtenäistä ja luotettavaa tietoa Oulangan kansallispuistosta.

Lisätietoja ja valokuvia:

Sanna-Kaisa Juvonen, projektipäällikkö, puh. 0205 64 6836
Oulanka-Paanajärvi – erämaita, elämyksiä ja hyvinvointia -hanke

Dienstag, 15. Mai 2007

Es gibt keinen einzigen Grund, auf einen Schuhputzautomaten zu verzichten!

"Die Frau und der Mann schauen beide" ist eine Mail überschrieben, die derzeit Furore macht. Was Frau und Mann schauen, teilt der Verfasser nicht mit, dafür aber ist er sicher, dass es "keinen einzigen Grund gibt, auf einen Schuhputzautomaten zu verzichten!" Den "Profi Schuhputzautomat" gibt es dann bei ihm auch gleich für 134,20 Euro "statt 499,-*". Das ist "das besondere Geschenk! Luxus zum unschlagbaren Preis! Spezialangebot! Im Office, Hotel, Gastronomie oder privat" denn "Saubere Schuhe gefallen jedem!"
So eingeladen, haben wir gleich ein Dutzend der günstigen und überdies gut verarbeiteten Maschinen geordert. Doch die Enttäuschung war groß! Statt des heiß ersehnten UPS-Paketes mit dem coolen Putz-Automaten kam nur eine Mail von einem gewissen "Tom Hanke", der uns wissen ließ:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe nun schon haufenweise Mails dieser Art erhalten. Wir verkaufen ganz andere Artikel und nehmen an, dass sich jemand einen Scherz erlaubt.
Mit freundlichen Grüßen Gino Malti
Tom Hanke heißt also Gino Matte? Das wollten wir genauer wissen.

Wir fragten also neugierig: Was verkauft ihr denn? Vielleicht können wir das ja auch brauchen? Wenn der Preis stimmt?

"Hallo"
, schrieb Hanke/Matti uns darauf und er klagte: "Im Moment bekommt ich ganz komische Beschwerden wegen dieser Mail, die irgendwer herumschickt in der Hoffnung, dass ich dann viele Beschwerden bekomme. Die Mails kommen aber nicht von meiner Adresse! Wir verkaufen Gebrauchtreifen und Autoteile". Matti/Hanke schließt mit einem zerknirschten "Hallo und Verzeihung". Wir haben noch freundliche Grüße an Tom Hanke ausrichten lassen und versprochen, dass wir uns melden, wenn wir mal alte Reifen brauchen.

Montag, 14. Mai 2007

Atommüll-Ofen und Solar-Laser

Beim Bundesamt in Salzgitter haben sie ihn nicht richtig verstanden. Oder zu gut, so ganz klar ist das bis heute nicht. Jens Urban wiegt den großen Kopf hin und her und sagt noch mal, was der Sachbearbeiter von der Strahlenschutz-Behörde ihm entgegenschleuderte: Die Finger solle er davon lassen! Atommüll sei kein Spielzeug! Und Urbans prima Erfindung eines Kraftwerkes, das tödliche Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung in Strom verwandelt, hierzulande sowieso durch das Strahlenschutzgesetz verboten. Urban, von Hause aus Werkzeugmacher und Atomkraftgegner, schaut nachdenklich. So ist das in Deutschland, wenn mal jemand mit neuen Ideen kommt, sagt er. Bloß gut, dass er sich nicht hat einschüchtern lassen! "Es gibt 290.000 Tonnen Atommüll auf der Welt", rechnet der 38-Jährige vor, "da wäre es doch blöd, wenn man das weiter in der Erde verbuddelt."

Statt sich wenigstens mal die Zeichnungen anzuschauen, die er in Ermangelung spaltbaren Materials für Heimversuche angefertigt hat. Eine Art Seifenkiste aus kakeligen Strichen markiert darauf den Müllofen. Spitze Pfeile sollen die tödlichen Strahlen sein. Und eine Welle drumrum stellt das Magnetfeld dar, das alles zusammenhält. In diesem Atomkocher, hat Urban am heimischen Taschenrechner grob überschlagen, würde eine Schaufel Brennstoff 60.000 Jahre Energie liefern. Wenn es funktioniert.

Dass es das tut, daran glaubt Jens Urban ganz fest. Nur die Welt, die ist noch nicht soweit. Seit er damals arbeitslos wurde, zieht der Dessauer deshalb mit seinen Entwürfen über allerlei Erfindermessen und predigt die Power aus dem Atompudding. "Die Strahlung geht ja dann hier lang", wischt er erläuternd mit der Hand über die Zeichnung, "und dann hier rein und da durch." Der Laie versteht wenig, auch der Vater der Atomreste-Revolution ist sich nicht bei allen Details so richtig sicher. Aber am Ende komme jedenfalls Strom raus. Punkt. Und die Strahlung sei weg, zack.

Physikalisches Gesetz, sagt Jens Urban triumphierend und zitiert Einstein: Umwandlung von Materie in Energie! Der Erfinder nickt jetzt bedächtig. Die Restwärme, die Atommüll ausstrahle, sei "auch gar kein Problem": "Das sind doch nur 60 Grad oder so."

Als er seine erste Erfindung machte, damals, in der 8.Klasse beim Unterricht in der
Produktion, konnte Jens Urban nicht ahnen, dass er das Tüfteln in den Genen hat. Immerhin, die kantige Vorrichtung zum Gewindeschneiden, die er ausbaldowert hatte, funktionierte. Und brachte ihrem 13-jährigen geistigen Vater zudem schnelle 50 Mark Prämie.

Heute ist es entschieden schwerer, gute Ideen umzusetzen und Geld damit zu verdienen. "60 000 Euro kostet ein Euro-Patent", stöhnt Jens Urban, "und selbst wenn man die ausgibt, hat man noch niemanden, der einem den Bau bezahlt." Auch deshalb sind die besten Stücke des Daniel Düsentrieb aus Dessau bis heute allesamt geheime Verschlusssache, abgespeichert nur in "meiner großen Festplatte hier oben" wie er mit einem Tippen an die breite Stirn sagt. Dinge stapeln sich da, die "Osmose-Gegendruckpumpe" heißen oder "Elektrostatik-Antrieb mit Schwerkraftgenerator" und über die ihr Schöpfer aus Gründen der Geheimhaltung nicht allzuviel verraten darf.

Zwischendrin steht eine Modulsolaranlage, die entsalzt, kühlt, heizt und Strom erzeugt, daneben ein Magnetfeld-Motor. Jedes für sich, sagt Greenpeace-Mitglied Urban, würde die Welt zu einem besseren Ort machen. Nur hätten die Großkonzerne eben einfach kein Interesse. Warum eigentlich nicht? "Na, schon allein, weil ein Außenseiter wie ich die mit jeder guten Idee blamiert." Hier die riesigen Laboratorien. Dort der Einzelkämpfer in der ockerfarbenen Windjacke, den ein Fernsehabend mit den Flutbildern aus Ostasien flugs dazu inspirierte, den definitiven Solar-Stromerzeuger auf ein Blatt zu kritzeln. "Da fragt sich doch jeder, wie das geht." Dabei ist es so einfach. "Ich bin eben nicht betriebsblind", glaubt Urban, der sich weniger als Erfinder für heute denn als Entwickler für übermorgen sieht. Er habe nicht den Ehrgeiz, sich einen besseren Büchsenöffner auszudenken. Nein, ein Raumschiffantrieb muss es sein! "Aus den großen Wissensfabriken kommt doch seit Jahrzehnten nichts Bahnbrechendes mehr." Urban wiegt das Haupt traurig hin und her. Schade um die große deutsche Erfindertradition. Um Energie zu erzeugen, werde nach wie vor ganz langweilig Wasser in Kesseln gekocht. Um Autos anzutreiben, verbrennt man Öl. Urban winkt achselzuckend ab. "Der technische Fortschritt stagniert eindeutig."

Geht es nach ihm, wird es dabei allerdings nicht bleiben. Noch hat Jens Urban kein Patent beantragt. Schon aber ist eine seiner Ideen erfolgreich: Ein Solarlaser von der Art, wie er ihn vor Jahren schon ausgedacht und aufgemalt hat, werde in Afrika inzwischen für Augenoperationen verwendet. "Den hat zwar dann jemand anders erfunden", sagt Jens Urban, "aber ich auf der richtigen Spur war ich."

Haferschleim wie im Altersheim

Johannes Franzen ist ein Glaubenskrieger und wenn ein Mensch für den Glauben kämpft, dann ist kein Fluß zu breit, keine Wand zu hoch und kein Tal zu tief, um nicht im Spaziergang überwunden zu werden. Johannes Franzen ist zudem noch kein Euro zu schade: In der "Bams" genannten Wochenend-Bild schaltete der frühere Sonderschullehrer aus Köln jetzt zum Preis von rund 55.000 Euro eine ganzseitige Anzeige, um ein an Familienministerin Ursula von der Leyen, die er knuddelig "Uschi" nennt, adressiertes Gedicht öffentlich zustellen zu lassen. In holpernden Reimen prangert Franzen darin unter dem Titel "Rabenmuttertag" vermutete Zustände in deutschen Kinderkrippen an: "Ich also kam in so 'ne Krippe und Du warst dort die Oberhippe. Schon morgens gab es Haferschleim, den gleichen wie im Altersheim ... Ich spürte eine warme Soße, doch niemand roch an meiner Hose ..." Franzen ist kein frisch Erweckter, sondern Rückfalltäter. Bereits 1987 schaltet der Pädagoge Anzeigen gegen große, anonyme Lernfabriken, schleppt einen Sarg in den Landtag. Als er Frau und Tochter Flugblätter ("Sonderschulen sind pädagogische KZs") verteilen lässt, zieht der damalige Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes den Beamten aus dem Verkehr. Gegen seine Versetzung hat Franzen vergeblich gestreikt, später konzertrierte er sich auf Aktionen gegen Fluglärm und schwärzte nackte Busen auf Plakaten. Zuletzt kippte der Ruheständler Mülltonnen vor die Tür der Abfallwirtschaftsbetriebe – aus Protest gegen die Abfuhrtermine. Die "Baby Franzen"-Rechnung in Höhe von 55.793,34 Euro, bescheidet der 66-jährige Vater von vier Kindern Nachfragen, könne er übrigens bezahlen, weil er Nichtraucher sei. Außerdem plane er ein Buch, für das er jetzt alle Reaktionen auf seine Anzeige sammelt. Die werden unter johannes_franzen@web.de entgegengenommen.

Sonntag, 13. Mai 2007

Halle wie es leibt und lebt

Dieser Baum ist am Freitagabend umgestürzt (der Sturm!). Er zertrümmerte nicht nur eine Sitzbank. Nein, der Baum behindert bis jetzt (Sonntagabend) den Verkehr in der Innenstadt (Kirchtor). Als kleinkarierter Steuerzahler könnte ich rufen: Schafft den Baum weg. Als Vater muss ich jedoch sagen: Meine Tochter ist gerne dort geklettert.

Himmel? Fahrt!

boelsdorf liegt im norden sachsen-anhalts. das ist natürlich keine entschuldigung dafür, dass am tag der himmelfahrt von jesus christus dort ein besonders despektierliches spektakel aufgeführt wird. denn die boelsdorfer (gott möge es ihnen verzeihen) präsentieren just an diesem tag eine - flugschau. wenn das der heiland wüsste.

A Day At The Races

Es riecht nicht gerade nach Ascot, wenn der Rennclub Halle zum Renntag ruft. Kein Hauch von großem Sport weit und breit, dafür der Duft von schalem Bier und Bratwurst, lange nicht gewaschenen Zigarrenraucher-Anzügen und preiswertem H&M-Parfüm. Die Auskenner sind auch alle da: Ältere Herren in Trenchcoats, die die Rennzeitung unter dem einen Arm und einen Feldstecher in der anderen Hand haben. Sie sind die letzten Angehörigen einer aussterbenden Spezies, die ketterauchenden Rudimente eines Rennzeitalters, das keine Internet-Wetten auf virtuelle Pferde und keinen "Großen Preis der Gaesefurther Quelle" kannte. Während das gewöhnliche Publikum vorm Totalisator zweifelt, "ob ich das alles richtig angekreuzt habe", schiebt der wahre Spezialisten seine Tipp-Scheine nach eingehender Diskussion mit anderen Experten schweigend durch die Luke. Der Führring ist etwas für Kinder, die Kenner geben sich ein Stelldichein am Schwarzen Brett, an das wichtig aussehende Herren von Zeit zu Zeit mit Bleistiftstrichen bedeckte Blätter mit letzten Anmerkungen zu den Rennen heften. "Halber Hals" und "Nase" steht da nach Lauf vier, den der Favorit Sea Devil nicht gewonnen hat. Überhaupt ist dieser zweite Renntag des Jahres 2007 ein Tag der Außenseiter: Kaum galoppieren die Rösser durchs Ziel, reißt irgendwo irgendwer den Arm in die Luft, weil seine fünf Euro Einsatz 300 Euro Gewinn gebracht haben. "Reines Glücksspiel", kommentieren die Trenchcoat-Männer und wandern gelassen in die Wetthalle. Dort sieht es aus wie in einem Nostalgie-Nachbau der Mitropa-Gaststätte in Brand-Erbisdorf. Auf ein paar staubigen Fernsehapparaten an der Wand läuft glücklicherweise gerade ein Rennen aus Baden-Baden.

Plakatstreit in der RAF

In erster Instanz ist die Ex-RAF-Terroristin Eva Haule vor dem Berliner Landgericht mit der Forderung gescheitert, Zeitungen den Abdruck von Bildern zu verbieten, die sie zeigen. Die 27. Zivilkammer hat im März erlassene einstweilige Verfügungen gegen fünf Zeitungsverlage aufgehoben, die Haule unter Verweis auf den besonderen Schutz für resozialisierte Straftäter erwirkt hatte. Die 52-Jährige, die mit dem „Kommando Jan-Carl Raspe“ Ende 1984 einen Bombenanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau verübt hatte, war wegen dreifachen Mordes und 23fachen versuchten Mordes 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt. Eva Haules Anwalt Johannes Eisenberg kündigte daraufhin an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen zu wollen. Das Bundesverfassungsgericht habe bereits früher festgestellt, dass der Übergang von der Haft in ein Leben danach der entscheidende Zeitpunkt sei, an dem sich der Resozialisierungserfolg von Straftätern verwirkliche. «Dies darf nicht durch Presseveröffentlichungen gefährdet werden», argumentiert Eisenberg, der unter anderem auch verhindert will, dass alte Fahndungsplakate mit dem Bild von Eva Haule öffentlich gezeigt werden dürfen.

Nun droht ein Terrorinterner Streit: Treffen würde ein solches Verbot nämlich auch eine frühere Kollegin von Eva Haule: Inge Viett, als Mitglied der Bewegung 2. Juni 1990 in Magdeburg verhaftet, zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt und seit 1997 auf freiem Fuß, illustriert ihre Autobiografie "Nie war ich furchtloser" (rororo) mit exakt diesem Fahndungsplakat.

Jungfrauen für Dadullah

Gerade begann man sich zu fragen, was eigentlich aus den eingekesselten Taliban-Truppen geworden ist, die vor zwei Wochen durch alle Kanäle vagabundierten und dann schlagartig nicht mehr zu sehen waren. Und siehe - schon kommt Nachricht aus dem gefürchteten Süden Afghanistans, wo sich nach im März wochenlang wiederholten Angaben von Mullah Dadullah, angeblich militärischer Führer der Taliban, etwa 10.000 Kämpfer zur großen "Frühjahrsoffensive" gegen die Ungläubigen bereithielten. Zuviel angekündigt, zu wenig Offensivgeist gezeigt: Die Frühjahrsoffensive wird langsam wohl in Sommeroffensive umbenannt und nun auch noch ohne Mullah Dadullah abgehalten werden müssen. Nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes ist Dadullah, einbeiniger Vertrauter von Bin Laden, in der Provinz Kandahar getötet worden. Über Tote nichts Schlechtes: Der Spiegel nennt den rabiaten Rauschebart, der erst kürzlich einen Journalisten und seinen Fahrer enthaupten ließ, in seinem nachrichtlichen Nachruf liebevoll "Militärchef der Rebellen". Naja, war ja nicht direkt ein Kollege, der da den Kopf verloren hat.

Samstag, 12. Mai 2007

Terroranschlag auf Ekel-Combo

Er singt mit einer Stimme wie gequetschte Eier, lässt sich gebrauchte Damen-Slips in den Arschausschnitt seiner Unterhose stecken und quengelt seinem Publikum unentwegt vor, dass er sich mehr Applaus gewünscht habe: Stumpen, Sänger der Berliner Combo Knorkator, ist nur knapp 1,60 Meter groß, gleicht den Längennachteil aber locker durch ein großes Maul aus. Auf der aktuell laufenden "nächsten Tour der Welt" lässt die auf allerlei Tabubrüche abonnierte Fünf-Mann-Kapelle wie immer kein Fettnäpfchen aus.

Zu brüllenden Metal-Riffs quietscht Stumpen Fäkalverse, Keyboarder Alf Ator präsentiert eine frischtätowierte Bierwampe, es riecht nach Schweiß und Rauch und das Publikum feiert jedes vom rundumtätowierten Sängerkörper fallende Kleidungsstück wie die langersehnte Rückkehr der Meisterschale in den Ruhrpott. Richtig lustig findet es die Gemeinde dann noch mal ganz zum Schluß. Jetzt mimen Ator und Stumpen in Pappkisten stehend die Zwillingstürme von New York, Gitarrist Buzz Dee schnallt sich ein Flugzeug auf den Kopf und spielt 9/11 nach. "Ich bin böse/so schrecklich böse", blökt es dazu, als sollte Brecht bestätigt werden, dessen "Maske des Bösen" reimt:

An meiner Wand hängt ein japanisches Holzwerk
Maske eines bösen Dämons, bemalt mit Goldlack.
Mitfühlend sehe ich
Die geschwollenen Stirnadern, andeutend
Wie anstrengend es ist, böse zu sein.

Freitag, 11. Mai 2007

Eine kleine Nachtmusik

200 shows in einem jahr - nicht schlecht. adam stephens und tyson vogel spielen als "two gallants" dabei angeblich aggressive, elektrisierende konzerte (das nächste am 15. mai in berlins postbahnhof). wer sich die beiden jungschen slacker so anschaut, mag das ebensowenig glauben wie der hörer der neuen ep "the scenery of farewell" (erschienen bei saddle creek, dem label von connor oberst). denn für das, was die beiden an akustischen perlen vereinen - fünf songs, knappe 30 minuten - würden bekanntere musiker wahlweise eine hand geben oder morden (wahrscheinlich mit der anderen). hier ist nichts neu, die fiedel schrammelt, das schlagzeug rumpumpelt, die gitarre klimpert vor sich hin. und doch ist alles anders. denn stephens und vogel erzeugen mit kargen mitteln eine innigkeit, wie sie dem rock'n'roll nicht häufig gelingt. hier gibt es den ersten song des mini-wunder-akustik-albums zu hören.

Belgierin bläst zum Sturm

Politik und Sex waren schon immer zwei Seiten derselben Medaille, und sei es nur, weil der Wähler sich die Mehrzahl seiner Politiker beim Sex weder vorstellen konnte noch wollte. In Belgien bekommt diese klassische Mischung jetzt eine ganz neue Note: Tania Derveaux ist Spitzenkandidatin der Protestbewegung NEE, die bei den Mitte Juni anstehenden Parlamentwahlen antritt. Als eine Art Partei für Nichtwähler hat NEE das Ziel, gewonnene Parlamentsitze nicht zu besetzen und so dafür zu sorgen, dass die übrigen Parteien weniger staatliche Mittel zur Verfügung gestellt bekommen.
Ähnliche Kampagnen gab es auch schon in anderen Ländern, keine allerdings hatte Erfolg. Dank Tania Derveaux könnte das hier jedoch anders sein, denn die bildschöne Brünette kontert das Versprechen ihrer politischen Konkurrenten, im Fall eines Wahlsieges jede Menge neue Stellen zu schaffen, jetzt mit dem Versprechen, interessierten Bewerbern in aller Welt 40.000 Blowjobs zu geben. "Anfangs haben wir die Kampagnen der anderen mit einem Nacktfoto von mir und dem parodistischen Versprechen gekontert, 400.000 Jobs zu schaffen", beschreibt Derveaux, "aber dann kamen hunderte E-Maisl, die fragten, ob wir nicht statt Jobs lieber Blowjobs geben könnten. Die Entscheidung sei ihr nicht schwergefallen. "Wenn uns das mehr Öffentlichkeit bringt, dann gern auch Blowjobs." 500 Tage lang werde sie nach dem Wahltag rund um die Welt reisen und täglich je 80 Bewerber befriedigen, die sich über die NEE-Homepage
angemeldet haben. Für die Blowjob-Partner sei der Service, so heißt es auf der Homepage, kostenlos, Reisekosten und andere Aufwendungen werden von NEE übernommen. Verboten werde es sein, Film- oder Fotoaufnahmen der "Performance" zu machen, die "von hoher Qualität" sein werden, aus Gründen der Effektivität aber nicht länger als fünf Minuten dauern könne. Bewerber müssen älter als 18 Jahre sein und Kondome benutzen, zudem behalte sich Tania das Recht vor, Bewerber aus hygienischen Gründen nicht zu bedienen. Für besonderes scheue Kandidaten, oder Männer, die verheiratet sind, ist auch eine Ausführung in Second Life möglich. Zur Blowjob-Anmeldung geht es hierkostenlosen Blowjob ordern

Steinmeier macht den Bullermann

Stühlerücken im SPD-Vorstand: Weil die Mehrzahl der Deutschen Parteibrummbär Kurt Beck auch nach mehr als einem Jahr im Amt noch immer für den Geschäftsführer der Becks-Brauerei hält, will der Konter-Charismat mit dem selbstbewussten "Fett-statt-fit"-Bauch seinen Partei-Vorstand zu einer wahlkampftauglichen Waffe verschlanken. Statt fünf unbekannter sollen nur noch drei bekannte Sozialdemokraten die Partei als Vize-Vorsitzende in die nächste Bundestagswahl führen. Hinten runter fällt dabei auch der bisherige Ost-Vertreter Jens Bullerjahn, Finanzminister in Sachsen-Anhalt und bisher Aushängeschild einer selbstbewussten Ost-SPD. Bullermann, wie ihn das politische Magdeburg unter der Hand nennt, muss Platz machen für den - vor allem durch die Kurnaz-Affäre und sein schönes weißes Haar bekannt gewordenen Außenminister Walter Steinmeier, der eigentlich Frank heißt. Der ist zwar tief im Westen geboren und aufgewachsen, hat zum Glück aber ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Brandenburg und geht damit nach der Logik der großen Politik berührungslos als echter Quoten-Ossi durch.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Dylan rocks!

unser liebstes pokerface bob dylan ist sicherlich kein besonders sympathischer zeitgenosse. sein musketier-bärtchen ist lächerlich, die konzerte changieren zwischen "schön, heute abend hier zu sein, wo auch immer das ist", "ich verhackstücke heute alles, was ihr liebt" und "warum tue ich mir das alles nur an". okay, seine letzte platte zeigt, dass er zu recht so eine art godfather ist. aber wirklich lieben kann man ihn eigentlich nicht. hin und wieder aber möchte man die knautschfresse einfach knuddeln. zum beispiel, wenn er sich mit jann wenner unterhält: “We seem to be hellbent on destruction,” [Jann] Wenner said during his interview with Rolling Stone’s idol-in-chief, Bob Dylan. “Do you worry about global warming?” To which Dylan replied: “Where’s the global warming? Its freezing in here.”

Pralinen im Depot

Der erste, größte und einzige Börsengang einer Firma aus Halle in diesem Jahr macht die Kleinanleger froh, zumindest so lange er nicht vollzogen ist. Heute verkündete die Halloren-Schokoladenfabrik, dass Privatanleger, die Aktien gezeichnet haben, morgen beim Gang auf das Parkett 80 Prozent der bestellten Stücke im Depot haben werden. Ausgegeben werden die Pralinen-Papiere zu sieben Euro, knapp oberhalb des unteren Endes der Zeichnungsspanne. Große Hoffnungen auf fantastische Gewinne aber dürfen sich die derzeit noch glücklichen Gewinner der Zuteilungs-Auslosung nicht machen: Wenn Privatanleger gut bedient werden, liegt das beinahe immer daran, dass Großanleger nicht so recht kaufen wollen. Morgen wird die Halloren-Aktie also vermutlich dort eröffnen, wo sie heute im vorbörslichen Handel steht: 7,20 zum Verkauf, 7,60 zum Kauf. Macht bei Tante Uschi, die 100 Stück wollte und nun wohl 80 bekommen hat, 16 Euro Gewinn. Minus Verkaufsgebühren.

Öffentlich-rechtliche Domina

Weil ARD und ZDF gern mehr Geld für ihre Internetangebote ausgeben möchten, haben die beiden Öffentlich-Rechtlichen jetzt eine Studie anfertigen lassen. Die sagt ganz überraschend und in völliger Übereinstimmung mit den Angaben des Branchenverbandes Bitkom, dass "in Deutschland mehr als 40 Millionen Menschen im Internet surfen". Damit habe sich die Zahl der Nutzer innerhalb von zehn Jahren von 6,5 auf 62,7 Prozent fast verzehnfacht. Zum ersten Mal sei jetzt die Gruppe der über 60-Jährigen (5,1 Millionen) stärker im Netz vertreten als die 14- bis 19-Jährigen (4,9 Millionen). Auch sei mit 57 Prozent die Mehrheit der Nutzer weiblich.

Die richtigen Schlüsse aus solchen Daten zu ziehen, gelang dann Helmut Reitze, dem Intendanten des Hessischen Rundfunks und stellvertretenden Vorsitzender der Medienkommission. Die traditionellen Medien, sagte der, würden noch lange dominant bleiben, denn das Wachstum beim Internet flache sich deutlich ab. Was naheliegt, weil neue Breitband-Anschlüsse meist in Wohnungen gelegt werden, in denen noch kein Breitband-Anschluss existiert.

Jedenfalls, das ist die klare Botschaft der öffentlich-rechtlichen Domina, brauchen ARD und ZDF mehr Geld, um mehr Internet zu machen. Schließlich besteht ihr Auftrag darin, die Grundversorgung mit Information zu sichern. Die ist gesichert? Im Internet? Ohne GEZ-Gebühr? Das steht nicht in der Studie.

240 Millionen-Förderung für die Stasi

Der Bundestag hat für ein zweijähriges Pilotprojekt zur elektronischen Rekonstruktion zerrissener Stasi-Akten 6,3 Millionen Euro freigegeben. Der Betrag reicht nach Angaben des dpa aus, rund 400 Säcke mit Akten zusammenzupuzzlen. Von insgesamt hinterlassenen 16.000 Säcken mit Aktenschnipseln wurden seit 1990 323 per Hand wieder zusammengesetzt, insgesamt sind also noch 15667 Säcke wider zusammenzubauen. Abzüglich der 400, die im Zuge des Pilotprojekts wiederhergestellt werden sollen, bleiben folglich noch 15.277, die ordentlich zusammenzusetzen nach den jetzt vom Bundestag beschlossenen Tarifen runde 240 Millionen Euro kosten wird. Sicher gut angelegtes Geld, weil danach endlich klar sein wird, wer warum in Magdeburg IHK-Chef bleiben muss.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Aldidichter bei der CDU

Die CDU sich für ihr neues Grundsatzprogramm Hilfe bei den Dichtern geholt, die normalerweise die Aldi-Prospekte betexten. Dort erschien kürzlich exklusiv der phantasieanregende Begriff der Vielzweckleiter, bei den Christdemokraten tauchen jetzt Vokabeln wie "Chancengesellschaft" und "Integrationsland" auf, die unübersehbar aus demselben Wortbaukasten stammen. Bleibt der SPD wohl nur, beim Aldi-Konkurrenten Lidl um Unterstützung zu bitten - der hat momentan einen "Duo-Lidschatten" im Angebot, mit dem man - das ist allerdings nur eine wage Vermutung - sowohl das rechte als auch das linke Auge anmalen kann.

Ballern auf Bush

Im richtigen Leben bekommen sie außer Eingekesselt-werden und Offensive-ankündigen nicht mehr viel zustande, deshalb weichen die wickelköpfigen Kämpfer der Al-Kaida jetzt offensichtlich in die virtuelle Welt aus. "Das Computerspiel für unsere kleinen Mujahidin", das die "Globale Islamische Medienfront" heute - witzigerweise auf die amerikanischen Server von archive.org - online gestellt hat, erlaubt das ungehemmte Ballern auf Bush und Blair, überzeugt aber grafisch nicht so recht. Mauerkanten sind pixelig, Bewegungen ruckeln. Zum Glück ist das Spiel, das nach Angaben von Gamepolitics technisch auf dem allen Ballerbrüdern bereits bekannten islamistischen Ego-Shooter "Quest for Saddam" basiert, wenigstens kostenlos. Dafür gibt es dann sechs Level mit schnuckligen Namen wie "Jihad Beginning", "America's Hell" und "Bush Hunted Like a Rat". Wird vermutlich der Spiele-Brüller auf den Zeltplätzen um Heiligendamm.

Briefe aus dem Jenseits

Die Deutsche Post macht dieser Tage mächtig mobil für ein neues Zustell-Zeitalter. Zwar werden die Briefkästen nach Einbruch der Dunkelheit demnächst nicht mehr geleert, dafür aber sollen Briefe bald auch sonntags zugestellt werden. Und alles wegen der Konkurrenz, die nicht schläft, sondern immer neue Attacken auf den gelben Riesen reitet.
Wohin das führt, sieht man in den USA: Dort hat Joshua Witter (im Bild) jetzt eine Art Post-Post für die Zeit nach dem Weltuntergang gegründet. Witter verspricht, ihm übergebene Briefe zuverlässig nach dem Jüngsten Tag zuzustellen.Der bekennende Atheist bezieht sich dabei auf die Weissagungen der Bibel, nach denen nur Menschen ins Himmelreich aufgenommen werden können, die ihre Sünden bereut und Jesus als Gottes Sohn angenommen haben. Er selbst, schwört Witter, habe das nicht getan und gedenke auch nicht, es zu tun. Das eröffne ihm überhaupt erst die Möglichkeit, seinen Service anzubieten: Mit seiner Post-Rapture-Post können alle, die vom Jüngsten Gericht mit dem ewigen Leben an der Seite Gottes belohnt wurden, ihren aus Sündengründen zurückgebliebenen Lieben nach ihrer eigenen Himmelfahrt postalisch Tipps geben, wie sie leben müssten, um bald nachkommen zu dürfen. Der Versand eines normalen Briefes, hier "Class I Message" genannt, ist in Anbetracht der möglichen Laufzeit von mehreren hundert Jahren mit nur 4,99 Dollar recht günstig, dafür erfolgt die Zustellung aber auch erst zwei bis sechs Wochen nach der Apokalypse. Schneller geht es mit der Class III Message, die für 799.99 Dollar die Bequemlichkeit eines Einschreibens mit der Schnelligkeit eines Telegramms verbindet: Unmittelbar nach dem Untergang der Welt klingelt der Post-Postbote, selbst wenn der Day After auf einen Sonntag fällt. Nun klar, warum die Deutsche Post nachziehen musste?

Fundsachen zum Ernährungsplan der Bundesregierung

oliver-luksic.blogspot.com: ". Der politisch-gesundheitlich korrekte Mensch der Zukunft ist wohl schlank, Nichtraucher, Antialkoholiker, Müsliesser und hat mindestens drei Kindern, die natürlich in der staatlichen Kindekrippe sein müssen. Dazu ist der Mensch der Zukunft Radfahrer und/oder Fußgänger, welcher dem individuellen Wohnen abschwört, in einem Energiesparhaus mit Ikea-Möbeln wohnt und weder Auto noch Billigflugreisen nutzt. Dieser Lebensstil muss endlich großzügig subventioniert werden!"

www.bissige-liberale.com: "Einigen Verbraucherinnenschützerinnen reicht das selbstverständlich nicht. Das von Frau Künast geforderte Werbeverbot für bestimmte Produkte wird wohl nicht ausreichen - wie wäre es gleich mit einem Verkaufs- und Verzehrverbot? Wer eine nicht geringe Menge Gummibärchen mit sich führt, kommt gleich vor ein Schnellgericht. Und wer Schnellgerichte zu sich nimmt, wird für zwei Tage eingelocht."
any questions?

Micky Maus hilft Palästina

disney hat seinen jahresgewinn laut aktueller bilanz von heute enorm gesteigert. ppq fand jetzt heraus, wie der entertainment-konzern diese unerwartete steigerung zustande brachte. eine seiner beliebtesten figuren - micky maus - wurde nämlich unter drogen gesetzt und pälästinensischen propagandisten als antisemitischer stichwortgeber zur indoktrination der bevölkerung zur verfügung gestellt. woraus vor allem eines folgt: wie immer sind die usa schuld. hier das verräterische video.

Wirbel um Wirbel

Es tropft tagtäglich aus dem Radio, schwappt aus der Tagesschau, hält das dpa am Leben und dient als immertaugliche Beschreibung des Unbeschreiblichen: Der Halbsatz "Wirbel um" hat eine beinahe beispiellose Karriere gemacht in Deutschland. Mitten zwischen seinen Brüdern "Streit um", "Skandal um" und "Debatte um" aufgewachsen, gilt "Wirbel um" heute als unumschränkter Star aller Schlagzeilen. "Wirbel um" ist die Umschreibung des Unsinnigen, ein vor Bewegungslust federnder Ausdruck der Dynamik des absoluten Stillstands. Wo es nichts zu sagen gibt, herrscht "Wirbel um", wo die Positionen unklar sind und sich Konflikte einer Erläuterung in drei kahlen Zeilen durch Komplexität entziehen, hilft "Wirbel um" die Fronten zu klären: Die Welt ist plötzlich wieder einfach, denn egal ob Scheingefecht oder Entscheidungsschlacht - "Wirbel um" passt immer, beeindruckt durch ganz konkrete Geschmeidigkeit und pfeift als verbaler Sturmangriff durch den luftleeren Raum folgenloser Debatten. Eine Gesellschaft, deren vertonte Herzschlagkurve sich anhören würde wie ein schnarchender Labrador, simuliert sich wenigstens verbal jugendliche Lebendigkeit zurück.

Am liebsten tut sie das mit dieser magischen Fügung, deren Kraft sich herumgesprochen hat, wie eine PPQ-Statistik verrät. Vor zehn Jahren, als "Wirbel um" noch ein laues Lüftchen war, griff die Heimatzeitung gerade 17 Mal in zwölf Monaten zu den unschlagbaren acht Buchstaben, die alles und nichts umranden können. Auch die überregionalen Leitmedien waren mit läppischen 19 Wirbel-Tagen im Grunde genommen auf "Wirbel um"-Diät.

Fünf Jahre und zwei gesprengte Türme später führte "Wirbel um" dann aber bereits 46 HZ-Beiträge in den Kampf am Kiosk. Auch die großen Medien hatten den Zug der Zeit erkannt: "Wirbel um" kündigte 107-mal heute längst schon wieder vergessene Konflikte um Irak-Krieg und Effenberg, Möllemann, Scharping und die Sojabohne an.

Schneller Vorlauf, vergangenes Jahr: 71 Mal rief die Trompete nun allein in der Region, und "Wirbel um" war zur Stelle, um aus wirbellosem Nachrichtenkaugummi einen knackigen Konflikt zu blasen. Deutschlandweit gesehen steht der Trend nicht weniger steil nach oben: 129 Schlagzeilen mit "Wirbel um" in einem Jahr gab es vorher noch nie.

Das Ende der Geschichte aber ist das noch lange nicht. 2007 steht der regionale Zähler nach vier Monaten schon auf 29, der überregionale bei 46. Alles deutet auf neue Rekorde, die bei über 110- bzw. über 220-mal "Wirbel um" liegen könnten.

1 + 1 = 3

manchmal prallen zwei sehr unterschiedliche wahrheiten aufeinander und geben im aufprall den blick auf eine nicht intendierte dritte wahrheit frei. zuerst liest der geneigte platschquatsch-nutzer folgendes: "Die Mehrheit der Bundesbürger hat einer Umfrage zufolge kein Vertrauen mehr in die staatlichen Sicherungssysteme. Zwei von drei Deutschen fühlten sich inzwischen durch den Sozialstaat weniger oder gar nicht geschützt." um es kurz zu machen: wir sind verloren, der staat kann nicht mehr auf uns aufpassen. einige minuten später läuft das über den ticker: "61 Prozent der Deutschen sprechen sich gegen den Vorschlag aus, einen gesetzlichen Feiertag zu streichen, um die staatlichen Rentenkassen zu stabilisieren." oder anders (1 + 1 = 3): der staat kann nicht auf uns aufpassen, wir werden aber auch einen dreck tun, ihm dabei zu helfen.

Dienstag, 8. Mai 2007

Halle rockt zurück

Zehnmal angekündigt, einmal wird´s nun offenbar sogar durchgeführt. Mit Megastars wie, ähm, Afrob, Madsen, The Film und Noah Show findet am 27. Juni auf der halleschen Peißnitz ein Konzert unter dem überraschend flockigen Motto "Laut gegen Nazis" statt. Die sechsstündige Veranstaltung richtet sich nach Angaben der Veranstalter "gegen den wachsenden Rechtsextremismus", von dem allerdings nach Angaben derselben Veranstalter in Halle keine Rede sein könne. "Wir machen das Konzert in Halle nicht, weil es hier besonders viele Rechte gibt" lässt die Messe GmbH wissen, die "die Idee für das Konzert in der Saalestadt" gehabt haben soll. Zwei Zeilen tiefer in derselben Pressemitteilung tritt die Messe diesem Eindruck dann allerdings entschieden entgegen, wie es das dpa nennen würde: "Wir sind einfach nur Wünschen aus der Stadt gefolgt", heißt es da. Schön für Konzertbesucher ist, dass es am Abend des Events nicht nur viel Musik von vielen kaum bekannten Bands geben wird, sondern auch "Gesprächsrunden vorgesehen" sind und "Opfer zu Wort kommen, ebenso wie Vertreter von Sportvereinen und Politiker." Alle Künstler treten ohne Gage auf, die Erlöse aus der Veranstaltung, deren Produktionskosten weit höher sein dürften als alle Künstlergagen zusammen, gehen an die Amadeu-Antonio-Stiftung, die mit dem Geld Initiativen in Halle und Sachsen-Anhalt finanzieren wird. Zuletzt förderte die Stiftung die "AG Antifaschismus-Antirassismus im StudentInnenrat der Martin-Luther-Universität" und deren "Aktion Noteingang", das "Antidiskriminierungsbüro Sachsen-Anhalt" und "ein Videoprojekt mit BewohnerInnen eines Flüchtlingsheims in der Nähe von Zerbst". Eintrittskarten gibt es noch nicht, Laut-Gegen-Nazis-Eierbecher kann man aber hier schonmal bestellen.

Klingel den Guru

Er wirkt fürwahr wunderlich, der Mann, der sich Maharishi Mahesh Yogi nennt. Putzige weißgoldene Gewänder schlabbern unter einem übergroßen Spitzbart, der Kopf ist kahl, der Nacken hingegen vollbehaart. Manesh Yogi ist der Gebieter über ein selbst erfundenes "Globales Land", das - anderslautende Interpretationen sind möglich - in jedermanns Herzen zu Hause ist. Oder so. Vorletztes Jahr weihte der Maharishi in Hannover eine "Hochschule für Unbesiegbare Verteidigung" ein, letztes Jahr offerierte der Beglücker, der eine Dependance in Sachsen-Anhalt betreibt, so genannte "Weltfriedenspapiere", bei denen eventuelle Käufer zwar ganz ähnlich wie bei den jüngst von der Landesregierung angebotenen Wetten auf die Zins-Entwicklung der Zukunft vorher nicht so richtig wissen, was hinterher finanziell hängenbleibt, bei denen aber, so spricht der Meister selbst, sichergestellt ist, dass mit ihrer Hilfe rechtbaldigst der komplette Weltfrieden hereinbricht. Samt Wolf und Schaf auf einer Weide kuschelnd.
Da es noch nicht ganz soweit ist, müssen Maharishi und die Seinen freilich unermüdlich weiterarbeiten. Und das "Mit dem Gesicht zum Volke", wie ein deutscher Dichter aus einer konkurrierenden Kirche vor vielen Jahren sang. Heute zum Beispiel gibt der Weltreichgründer im Internet eine "historische Pressekonferenz", auf der die letzten und allerletzten Fragen der Menschheit beantwortet werden, so sie denn per Mail über WorldPeace@Maharishi.net oder über die Yogi-Hotline 001-641-470-1344 Auge oder Ohr des Gesalbten erreichen. 17 Uhr MEZ geht´s los, wer´s verpaßt, hat erst kommende Woche wieder die Chance, sich erleuchten zu lassen. Dann aber sicher: Maharishi gibt sich jeden Mittwoch um dieselbe Zeit die Ehre. Und immer heißen seine Audienzen "historische Pressekonferenz".

Montag, 7. Mai 2007

Skepsis angebracht

Die amtlichste aller amtlichen Verkündigungsmaschinen lässt den Historiker Arnulf Baring anlässlich seines 75. Wiegenfestes hochleben. Und flicht ihm ein Kränzchen zur Party, das aufhorchen lässt: "Nach dem Mauerfall von 1989", dichtet das dpa, "äußert sich Baring zunehmend skeptisch über die deutschen Zukunftsperspektiven der Bundesrepublik."

Die "deutschen Zukunftsperspektiven der Bundesrepublik" also. Beurteilt er skeptisch. Der Arnulf. Ein Mann, der mehr weiß.

Dr. Temporio weiter tierisch erfolgreich

Als Dr. Temporio vor einigen Tagen mit seiner Super-Empfehlung rüberkam, mochten viele nicht glauben, dass das Geld immer noch auf der Straße liegt. Aber sie irrten. Seitdem das Massenmailing endete, ist der Börsenkurs von Temporios Empfehlung Tier-Spezi nämlich auf ein Zehntel zusammengefaltet worden, während der Doktor selbst nichts mehr von sich hören lässt. Heute bringt der .Eckladen mit Frankfurter Parkettnotierung es auf einen neuen Rekord: 80 Prozent Kursverlust. Wer mit 10.000 Euro eingestiegen war, hatte gestern zwar noch 5000, heute aber nur noch 1000 Euro. Den ganzen Rest hat natürlich der Doktor, denn der Doktor hat ein Händchen dafür, wann man verkaufen muss. Wir schauen zu, wie tief es noch geht

Nichts mehr wie es war

Eines Tages, ein Dientag im Jahr 2001 war es, erschien bei den Nachrichtensendern ein rotes Laufband über dem blauen, das bis dahin nimmermüd, aber einsam; eilig und doch zeitverzögert allerlei Börsenkurse in die Welt getickert hatte. Sechs Jahre später kreischt das Alarmrot heute bei n-tv: "EU meldet: Deutsches Staatsdefizit sinkt von 63,6 Prozent 2007 auf 63,6 Prozent 2008". Eine Mitteilung, der man minutenlang nachschmecken möchte. Zahlen, die sich selbst nicht, aber doch die ganze Welt verändern. Auf einem Laufband, das wir nicht mehr missen möchten.

Sonntag, 6. Mai 2007

++ Breaking News ++

der sieg gegen die afghanischen taliban ist zum greifen nahe. nach jahrelangen kämpfen entschloss sich bundesverteidigungsminister franz josef jung am wochenende, dem spuk ein ende zu machen. "wer nicht hören will, muss fühlen", mag sich der charismatische politiker gedacht haben. zu lange habe die koalition gezögert, wirklich massiv gegen die unsympathischen turban-träger vorzugehen. dies wolle er nun ändern. doch lesen sie selbst (o-ton platschquatschagentur): "Die Bundeswehr schickt kurzfristig sechs Soldaten zu einer Informationsreise in den umkämpften Süden Afghanistans." die mullahs zittern, doch das wird ihnen jetzt nichts mehr helfen.

Sexspielzeug für Islamisten

Der Bundestrojaner geht um - und mit ihm auch die Frage danach, was technisch eigentlich machbar ist. Das Fachmagazin heise.de glaubt an einiges, denn im Grunde sei es gar nicht schwer, einem Verdächtigen mittels eines Virus ein Spionageprogramm unterzujubeln. "Sie könnten dem Verdächtigen unter der tatsächlichen Adresse eines Freundes mit passender persönlicher Ansprache ein "geiles Spiel" oder einen zum Hobby passenden Bildschirmschoner unterjubeln", mutmaßen die Spezialisten. Jetzt müssen die Terrorbekämpfer in Pullach nur noch herausfinden, welche Art Hobby der typische islamistische Terrorbomber pflegt, welchen geilen Onlinespiele die meisten Al-Kaida-Kämpfer nicht widerstehen können und wie ein Bildschirmschoner heißen muss, den sich jeder Selbstmordattentäter zwanghaft auf den Rechner zieht. Wie wäre es mit "77 Jungfrauen, geil auf Steinigung"?

Samstag, 5. Mai 2007

Bundestrojaner mit Rechtschreibschwäche

Es gibt ihn wirklich, den Herbert Klein vom rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt. Aber dass der sicherlich sehr umtriebige Kriminaldirektor vom LKA Rheinland-Pfalz im Bild), Chefredakteur des Online-Portals kriminalpolizei.de, sich ausgerechnet am Wochenende per Mail an Deutschlands Internetgemeinde wendet, um zehntausenden mutmaßlichen Tauschbörsennutzern mit einer Mitteilung über erste Erfolge der Onlinedurchsuchung mittels Bundestrojaner einen Schrecken einzujagen, scheint doch relativ unwahrscheinlich. Dennoch hatten heute unzählige Empfänger Post von "Herbert Klein" im Briefkasten - und die ging so:

Sehr geehrter Internetnutzer,
im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung von sogenannten Tauschbörsen im Internet, wurde folgende IP-Adresse auf unserem System ermittelt.
IP: 81.118.197.116
Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel mittels den neuen Bundestrojaner sichergestellt.
Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten, da sich illegale Software, Filme und/oder Musikdateien auf Ihren System befinden. Durch die Nutzung sogenannter Tauschbörsen, stellen Sie diese auch anderen Nutzern zu Verfügung und verstoßen somit gegen §§ 249ff StGB.
Das vollständige Protokoll Ihrer Online-Durchsuchung finden Sie im Anhang dieser Email.
Die Strafanzeige und die Möglichkeit zur Stellungnahme wird Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.
Herbert Klein, Kriminaldirektor, LKA Rheinland-Pfalz
Am Sportfeld 9c, 55124 Mainz
Tel.: 06131 - 970738
Fax: 06131 - 970731
Mobil: 0171 - 7504699
Mail: Hcklein51@aol.com

Seltsam auf der Saale

Einst schwamm Schaum auf der Saale und nur Volltrunkene wagten sich von Zeit zu Zeit in die muffigen Fluten. Heute gilt der Fluß als sauber und dient denn auch gleich allerlei Volksfesten als Bühne. Wie dem Schlauchbootrennen, das in diesem Jahr zum 14 Mal stattfand.Locker umrahmt von singenden Kinderchören auf der anderen Flußseite, paddelten freiwillige Feuerwehrleute, halbprofessionelle Rudermannschaften und eifrige Studentencrews an der Ziegelwiese um die wette, jeweils angefeuert von den Schlauchbootbesatzungen, die gerade Paddelpause hatten. Denn Zuschauer hatten sich kaum zu dem seltsamen Event verirrt.

Ansturm auf geklaute Räder

Aller Jubeljahre quellen die Lager des Fundbüros über und die Behörde lädt zur Versteigerung der Drahtesel, die von irgendwem gefunden und abgegeben, aber von niemandem vermisst und abgeholt wurden. So zumindest lautet die offizielle Sprachregelung, inoffiziell ist natürlich klar, dass es sich bei den zum Teil ladenneuen Ladenhütern überwiegend um Räder handelt, die irgendwo von irgendwem geklaut und später einfach anderswo abgestellt worden sind. Die rechtmäßigen Besitzer belassen es meist bei einer formellen Diebstahlsanzeige, die Staatsanwaltschaft belässt es daraufhin immer bei einer rein formellen Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen "unbekannt", das mit traumwandlerischer Sicherheit nach zwei Monaten eingestellt wird, "weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte". Da die Versicherung zahlt, kommen viele Opfer von Fahrraddiebstählen gar nicht auf die Idee, im Fundbüro nach ihrem Rad zu suchen.
Außer an den Tagen, an denen - wie an diesem Samstag - versteigert wird. Während der Auktionator, malerisch auf einem Pickup platziert, die Gebote ausruft wie ein Rinder-Versteigerer im amerikanischen Mittelwesten, achten zwei bullige Schießhunde in unauffälligen Zivil peinlich darauf, dass kein Neugieriger den ausgestellten Rad-Hundertschaften vor dem erteilten Zuschlag nahekommt. "Zurück hinter die Absperrung", grollen die Ordnungshüter vom Ordnungsamt die Kundschaft an, ungeachtet der Tatsache, das nirgendwo eine Absperrung zu erkennen ist. Dem Schwung des im Handelsdeutsch "Abverkauf" genannten Geschäfts tut die eigensinnig ausgelebte Art der Kundenfreundlichkeit allerdings keinen Abbruch: Räder, die im Baumarkt für 159 Euro weggehen, bringen hier schnell mehr als 200. "Da fehlt nur die eine Pedale", strahlt der stolze Käufer, derweil er die quitschende Mühle vom Hof schiebt.

Freitag, 4. Mai 2007

Kaum noch Hoffnung für Google

Nun ist beinahe schon amtlich, was Experten hier bei PPQ seit Monaten vorhersagen: Google, Ebay und alle anderen, die ihr Geschäftsmodell an der brüchigen Idee vom weltweiten "Internet" festgemacht haben,sind demUntergang geweiht. Als ersten trifft es jetzt offenbar die einstmals wichtigste Internet-Suchmaschine Yahoo, auf die nach einem Bericht der New York Post der Softwareriese Microsoft mehr als ein Auge geworfen hat. Microsoft hatte Yahoo schon einmal übernehmen wollen, war damals aber abgeblitzt, weil der Chefetage der 30-Milliarden-Klitsche aus Mountain View ein Angebot von 50 Milliarden zu niedrig schien. Seitdem ist der Wert von Google, die Nummer 1 auf der Liste der aussterbenden Netzfirmen, um 333 Prozent auf jetzt 80 Milliarden Euro gestiegen, der von Yahoo um 10 Prozent auf 29 Miliarden gefallen. Zum Vergleich: Pro7 ist satte drei Milliarden wert, das Medienimperium Springer samt "Welt" und "Bild" und "Bams" und Fernsehbeteiligungen nebst Auslandsinvestitionen bringt es auf imposante 4,5 Milliarden und die ganze RTL-Gruppe wäre erst zu Preisen oberhalb von 13 Milliarden zu haben.

Monika mag Tiere

Monika Kuhlmay hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Aus ihrem kleinen Ebay-Shop für Tierhalter machte die 29-Jährige aus dem kleinen Örtchen Heede einen kleinen Internet-Tante-Emma-Laden für, ja, Tierhalter. Der verkauft Halsbänder, Kauknochen und Katzenbetten, vor allem aber Aktien von sich selbst. Seit Dezember ist die inzwischen in der Schweiz beheimatete Mini-Firma, die letztes Jahr einen Umsatz von 300.000 Euro gemacht haben will, an der Börse gelistet. Und seit einigen Tagen überschwemmt eine tierische Flut von Mails, die zum Kauf des Papiers auffordern, europaweit die Postfächer. Monika Kuhlmay, die sich mittlerweise "Präsidentin des Verwaltungsrates" nennt, schwört, dass ihr die Urheber der Werbewalze unbekannt seien. "Uns bleibt nur uns für die evtl. enstehenden Unannehmichkeiten zu Entschuldigen und um Ihr Verständnis zu bitten", schreibt sie, die es mit den Tieren hat, nicht so sehr mit der Rechtschreibung.

Volldeppen in Bangkok

"Der Menschheit bleiben nur noch acht Jahre, um eine Klimakatastrophe abzuwenden." so platschquatscht es aus thailand daher, wo der weltklimarat den dritten teil des vierten berichtes seiner wenig segensreichen tätigkeit vorgestellt hat. keine dieser traurigen gestalten weiß, wie das wetter am wochenende wird. aber dass die erde in genau acht jahren untergeht - da sind sie sich sicher.

Terrorismus ist machbar, Herr Nachbar

Bisher galt als Terrorist, wer Bomben legte, Flugzeuge entführte oder mit einer Maschinenpistole herumfuchtelte. Aus dem Vatikan kommt jetzt aber eine brandneue Terrorismusdefinition, die der Terrorbekämpfung hierzulande weiteren Auftrieb geben sollte. Nachdem ein Komiker auf einer Demonstration Kritik am Umgang des Heiligen Stuhls mit dem Thema Sterbehilfe geübt hatte, ließ das amtliche Vatikan-Blatt L'Osservatore Romano wissen: "Es ist Terrorismus, Angriffe gegen die Kirche zu starten. Es ist Terrorismus, blinde und unvernünftige Wut gegen den zu fördern, der immer im Namen der Liebe, der Liebe zum Leben und der Menschenliebe spricht. " Kritiker sind Zungenbomber, Komiker die Speerspitze des Terrorismus 2.0. Schäuble, übernehmen Sie!

Donnerstag, 3. Mai 2007

These und Antithese

hossa, manchmal erwischt es einen auch auf halles straßen besonders hart. beispielsweise, wenn der antichrist persönlich "halt" schreit, um einem mit gefährlichem zähnefletschen die apokalypse anzudrohen. ich konnte glücklicherweise entkommen, machte aber im letzten moment noch das foto als beweis.

Bringt mir den Kopf von Dr. Temporio

Es war ein Insidertipp, und er war todsicher: Kinder und Tiere, da kriechste nie ne Viere, sagten schon die Vorväter und bissen in die Wurst. Von Tier-Spezi oder manchmal auch Tier-Spesi schwor Dr. Temporio hier in unserem kleinen Anlegermagazin gestern noch exklusiv, dass das berühmte Netzwerkverkaufsprinzip jeden reich machen werde, der rechtzeitig zuschlage. Der Eisbär Knut, so versicherte der Börsenprofi, würde diese Aktie blind kaufen. Heute nun haben wir den Salat. Knut gehts gut, und das ganze Geld ist weg: Aus 10.000 Euro sind in einer Nacht 7.000 geworden. Und da geht noch mehr, keine Frage. Ab jetzt wirds aber jeden Tag einfacher - die nächsten 30 Prozent Verlust sind nur noch 2.100 Euro, die nächsten danach dann nicht mal mehr ganz 1.500. Für die 3.500, die dann noch übrig sind, kauft man aber am besten mal was ganz Seriöses. Halloren-Aktien etwa.