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Sonntag, 10. Februar 2013

Adolf für alle

Er hat den Ruf der Deutschen in der Welt ruiniert, die Karriere des großen Volksschauspielers Bruno Ganz torpediert und dem "Spiegel"-Erben Jakob Augstein den Vorwurf beschert, ein Antisemit zu sein - dennoch aber gelingt es dem gebürtigen Österreicher Adolf Hitler seit seiner Tätigkeit als Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt in Braunschweig immer wieder, auf dem Felde der Unterhaltungskunst auf sich aufmerksam zu machen.

Diesmal ist es ein Film, zur Abwechslung wieder ein Zeichentrickfilm, mit dem der frühere Führer und Reichskanzler und heute als Fernsehmoderator dienende Erfinder des Hitlerbärtchens alte Fans zu begeistern und neue Freunde zu gewinnen hofft. In bunten Farben tarnt sich das braune Gedankengut, flippig wird auf den "Untergang" angespielt und die eine oder andere Untat Hitlers mit flottem Strich verharmlost. "Sei dabei!", fordern die Produzenten ganz unumwunden und meinen dabei sicher nicht nur die durch das drohende Verbot der NPD verunsicherte Bodenpersonal des braunen Potentaten.

"Adolf - Der Film", schon im Namen angelehnt an die harmlosen Zelluloid-Scherze des ewigen Ostfrieden Otto Waalkes, ist eine Einstiegsdroge für die Augen, ein kunterbunter Schlund, der droht, die demokratisch oft noch nicht ausreichend gestählte Jugend des Landes in den braunen Sumpf zu ziehen. Vor Monaten noch hatte Adolf Hitler angekündigt, nach mehr als 80 Jahren in leitenden Positionen endlich in den Ruhestand gehen zu wollen. Nun aber ist er schon wieder da. Und wieder ist das vierte, fünfte oder sogar sechste Reich nah.

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