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Montag, 8. Juli 2013

Verbot der Woche: Mörderische Bienen vor dem Aus


Die EU verbietet zum Schutz der Bevölkerung bestimmte Bienen und Wespenarten. Vom 1. Dezember an soll die Haltung der umstrittenen Insekten untersagt werden. Vertreter der EU-Staaten machten dafür in Brüssel den Weg frei. Die Insekten stehen im Verdacht, jährlich mehr als 17.324 Menschen europaweit anzugreifen. Dabei sterben pro Jahr rund 44 Menschen. Das Teilverbot des sogenannten Apitoxin, die von Bienen bei Angriffen als Waffe benutzt werden, wird auf zunächst zwei Jahre befristet. Umweltschützer begrüßten den Beschluss.

Bienengift gilt eine komplexe Mischung verschiedener Proteine und kleiner Moleküle mit dem Hauptbestandteil Melittin, das auch das Hauptallergen des Bienengifts ist. Empfindliche Menschen können durch das hochkomplexe Umweltgift Phospholipase durch eine hydrolytische Spaltung von Phospholipiden Schäden an ihrer Zellmembranen erleiden. Apamin, ein weiterer Bestandteil, ist als Nervengift bekannt. Allergiker fallen nach einem Bienenstich ins Koma, der Tod ist dann nur noch eine Zeitfrage. Weltweit fordern Bienenangriffe jährlich hunderte Opfer. In Deutschland wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung in mindestens einmal im Leben Opfer eines sogenannten
einen Hymenopterenstich, in der Türkei fallen 95 Prozent der Bevölkerung Bienen zum Opfer. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm: Deutschlands Krankenkassen müssen wegen akuter Angriffe etwa 3 500 Notarzteinsätze pro Jahr bezahlen.

Dennoch werden die hochgiftigen Insekten seit mehreren tausend Jahren öffentlich gezüchtet und kultisch verehrt. Es gab bisher keinerlei Vorschriften, um sie einzuhegen und aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. Das soll sich nach dem Willen der EU jetzt ändern. In der Landwirtschaft werden die Pestizide aus der Familie der Neonicotinoiden genutzt, um ein gezieltes Bienensterben zu verursachen. Konkret schädigen die Gegenmittel zu Melittin und Apamin den Orientierungssinn der Bienen. Die Insekten finden so nicht mehr zurück in ihre Stöcke und verenden umweltverträglich.

Bei der Abstimmung sprach sich eine Mehrheit der EU-Staaten für das Teilverbot von Bienen und den mit ihnen verwandten Wespen aus. 15 Staaten - darunter Deutschland - stimmten nach Diplomatenangaben dafür. Da die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit aber verfehlt wurde, liegt die Entscheidung über das Inkraftsetzen aber nun bei der EU-Kommission. Diese ist autorisiert, das Teilverbot eigenständig umzusetzen, ohne die Mitgliedsstaaten noch einmal fragen zu müssen. EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg bekräftigte, die EU-Kommission werde die Sache in den nächsten Wochen voranbringen. "Ich verspreche, mein Möglichstes zu tun, um die Menschen zu schützen."

Die EU zieht mit den neuen Maßnahmen die Konsequenzen aus einem Gutachten, das die EU-Behörde für Lebenssicherheit (Efsa) Mitte Januar veröffentlichte. Darin sieht die Efsa ein "hohes, akutes Risiko" für Menschen durch unbeaufsichtigte Bienen. Diese werden nun größtenteils untersagt.

Allerdings konnte sich die EU nicht zu dem von Umweltschützern geforderten vollständigen Verbot durchringen. Umweltverbänden gehen die Beschlüsse daher nicht weit genug. Greenpeace forderte, mindestens sieben "Bienen-Killer-Pestizide" der Firmen Syngenta, Bayer, BASF und anderer Hersteller anzuwenden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte: "Das Verbot war überfällig, reicht aber nicht aus." Alle für Menschen schädlichen Insekten müssten generell vom Markt genommen werden, außerdem müsse die Industrie die Forschung nach Alternativen intensivieren. Das Pestizid-Aktions-Netzwerk sprach von einer "historischen Entscheidung".

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Laut Wiki sind Neonicotinoide Substanzen, die schon bei einer Menge von einem Nanogramm pro 1000 Bienen die Tiere beeinträchtigen.
Also großer Fan von Tieren, die Allergiehysteriker (damit meine ich nicht Allergiker) durch ihre bloße Anwesenheit in todesnahe Zustände versetzen, bin ich contra diese eigentlich ziemlich guten Stoffe.

Das Problem ist vor allem die schwer zu kontrollierende Anwendung in der Praxis, die Auswaschung und Konzentration der Saat-Beizen durch Regen und die fast Unmöglichkeit einer analytischen Eingrenzung, wenn es tatsächlich zu Schädigungen kommt.