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Sonntag, 18. August 2013

Angelas Fischerhütte: Wenn der Wahlkampf spannend wird

"Wird der Wahlkampf plötzlich spannend", fragt die "Bild" ganz furchtsam, während der "Focus"-Chefredakteur die Antwort schon zu kennen glaubt. Aber nein, soweit ist es noch nicht. Noch hat ein Wahlkampf, bei allem, was dagegen spricht, noch nicht einmal begonnen. Noch ist Sommergähnen, Drohnenjagd, NSA-Geschwindel, Langeweile.

Denn den Startschuss gibt stets die Chefin selbst, Angela Allmächtig, Retterin Europas und Alptraum der deutschen Sozialdemokratie, startete ihren ersten Wahlkampf vor 23 Jahren in Lobbe, einem Örtchen auf Rügen und setzte sich dort in eine halbzerfallene, noch fast volkseigene Fischerhütte. Interessant beleuchtet scharte sie mehrere kernige Fischersleut´ um sich und demonstrierte intensivst Volksverbundenheit. Mit so großem Erfolg, dass sie 2009 zurückkehrte, in dieselben Gesichter schaute und dieselben Augen ähnlich konsterniert zurückblickten. Merkel wurde wieder gewählt, der einzige Unterschied war: Die Fischerhütte direkt am Strand war von der Dorfjugend halb bemalt worden, die Autos davor waren etwas größer, die Fische im Netz etwas kleiner geworden.

Gern würde Angela Merkel, deren Wahlkreis Rügen ist, auch 2013 wieder von hier aus durchstarten in ihre dritte oder vierte Amtszeit, nur die Älteren wissen ja noch, seit wann diese Frau Kanzlerin ist. Aber ach Gott, die Fischerhütte ist leer, ein Lager für Langnese-Kühlschränke. "Der letzte von uns", erzählt Ex-Fischer Eberhard Heuer, "hat 1998 aufgehört". Schuld ist die EU, denn durch deren Fangquoten, erzählen die kernigen Fischersleut´, habe niemand mehr von der Fischerei leben können. Sämtliche zwei Millionen Fischgaststätten auf Rügen mussten auf Atlantik-Lachs umstellen, der vor dem Braten zwei Tage in Boddenwasser gelaugt wird, damit die Urlaubsgäste nichts merken. Tun sie auch nicht.

Die meisten bemerken nicht einmal den historischen Ort auf dem "Landesschutzdeich", der so viel erzählt über ein Vierteljahrhundert Deutschland.

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