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Donnerstag, 23. Juni 2016

Elite Unelected: Scheiße-Schleudern für die Zweifler

Die EU im Röntgenbild: Im Inneren ein Skelett.
Seit dem Ende des Kalten Krieges wird der Westen geplant, designt und regiert wie jedes andere tausendjährige Reich. Die "politischen Rahmenbedingungen" (Merkel) sind gesetzt, das freie Spiel der gesellschaftlichen Kräfte ist für alle Zeiten eingehegt, Opposition existiert nur noch als systemimmanente Unruhe, die leise tickt, aber keine Zeiger mehr bewegen kann.

So war es gedacht, so sollte es für immer sein. Nur ein paar kleine Krisen ("Das kostet Deutschland keinen Cent - und Goldman Sachs verdient sogar noch daran") stören den Eindruck, in der letzten aller Welten zu leben, die mal so und mal, immer aber hervorragend regiert wird.

Es sind die Hetzer, Hasser und Zweifler, die die wenigen kleinen Geburtskrankheiten der fest verschworenen Völkergemeinschaft nutzen, um Zwietracht zu sähen. Womöglich wieder von Moskaus Trollen gelenkt und gesteuert, sind die von interessierter Seite lancierten Volksabstimmungen zum Brexit und über Donald Trump nach Ansicht von Radikalen, Extremen und Extremisten die letzte Gelegenheit, den langfristigen Plan zur Erreichung der CO2-losen, veganen, gendergerechten und grundeinkommensgestützen Gesellschaft der Zukunft zu sabotieren.

Sie nennen es die "letzte Chance, aus dem Käfig des Erwartbaren herauszukommen", also angebliche gesellschaftliche Alternativen jenseits dessen auszuprobieren, was derzeit geltenden Abkommen zufolge für die nächsten 1000 Jahre festgelegt ist. Kann es noch kleine Länder geben? Dürfen Nationalstaaten doch wieder nationale Politik machen? Lässt sich ein Konsens durch Verhandlungen von gewählten Politikern unterschiedlicher Staaten herstellen? Oder braucht es dazu zwingend eine EU - aus dem Englischen übersetzte "Elite Unelected"?

Joachim Gauck hat es kürzlich erst gesagt: "Die Eliten sind nicht das Problem, sondern die Bürger". Von denen weiß man nie. Und eigentlich nichts trotz all der Datensammlungen, Geheimdienste und Meinungsumfragen. Und so ist das Experiment ein Wagnis, es löst Angst aus bei denen, deren Geschäft es ist, Angst zu erzeugen, um Klicks zu generieren, die wiederum den Boden bereiten für Verbote, mit denen das gesellschaftliche Korsett fortwährend enger gezogen wird.

Grund genug, die große Prop-Maschine gegen beides gleichermaßen anschreiben zu lassen: Sowohl bei Donald Trump als auch beim Brexit gibt es in Deutschlands demokratischen Medien nur eine Ansicht, nur eine wahre Leere.

Trump, für dessen politische Angebote immerhin nahezu die Hälfte der US-Amerikaner empfänglich zu sein scheint, gilt als Teufel in Menschengestalt, ein irrer, gefährlicher Kerl, der alles zerstören wird, was wir uns mit Barack Obamas Hilfe und der selbstlosen Anleitung durch Martin Schulz mühsam aufgebaut haben. Und der Brexit, eine Idee, der nahezu die Hälfte der Briten Sympathien entgegenbringen, erscheint in deutscher Übersetzung als eine kollektive Harakiri-Tat, die droht, uns alle mit in den Abgrund zu ziehen.

Die Kampagne dagegen ist folglich geprägt vom selben Volkserziehungsstil, von derselben überbordende Feindlichkeit. Schimpfworte von "irre" bis "verrückt" ersetzen Fakten, Warnungen rücken an die Stelle sachlicher Erörterungen. Kurz: große Scheiße-Schleudern schießen auf alles, was sich außerhalb des genehmigten Meinungskorridors bewegt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gäbe es ein ernstzunehmendes Fach wie Publizistik und nicht eine esoterische KaderKita gleichen Namens, dann wäre dieser Text eines Tages ein Schlüsseltext zur Erklärung des Falls der Mauer zwischen Europa und dem Wahnsinn. Aber so ist er einfach nur witzig und wahr.

ppq hat gesagt…

"fall der mauer zwischen europa und dem wahnsinn". mensch, das gefällt mir