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Mittwoch, 29. Juni 2016

Sandy Schulze: Warum ich aus Großbritannien weggezogen bin

Sandy Schulze wollte eigentlich in England bleiben, hat aber nach dem Brexit die Koffer gepackt, um ins sichere Sachsen zu ziehen.
Sandy Schulze ist süße 27, geboren in Treuenbrietzen als Sohn eines Postbeamten und einer Verkäuferin. Aus Brandenburg ging die hübsche junge Frau schon mit 14 nach Großbritannien, um dort ein Austauschjahr zu absolvieren. Weil es ihr so gefiel und sie mit Bob, genannt Jimbo, einen fröhlichen jungen Engländer kennengelernt hatte, blieb sie danach als Au Pair im Land, jobbte dann an einer Tankstelle, studierte Internationale Wirtschaftsstudien am privaten Stembex-College in Devorshire und begann schließlich als Busfahrerin im beschaulichen Hemel Hempstead zu arbeiten.

Schulze fühlte sich stets als deutsche Engländerin, noch besser, sagt sie, als lupenreine Europäerin. Ein Gefühl, dass sie in den vergangenen Tagen verloren hat.z

Für PPQ beschreibt sie ihren Blick auf das neuen, nationalistische Großbritannien der menschenfeindlichen Brexiter.

Watford, Anfang der 2000er Jahre: Ich war gerade aufs Gymnasium gekommen, Deutschland gewann eine Fußballmeisterschaft und meine Nachbarn feierten Adolf Hitler. Meine Nachbarn, das waren Engländer wie alle hier in England. Und sie hatten viel Spaß als verkleidete Nazis. selbst ein Prinz machte mit, in Uniform.

Weil sie aber Briten waren und keine echten Nazis, schauten wir alle zu, gespannt, aber nicht nervös. Sie tranken unfassbare Mengen Bier und riefen Sieg Heil mit komischem Akzent. Wenn 50 Männer gemeinsam singen, kann man das sehr weit hören. Manchmal kletterte ich auf das Vordach unseres Hauses, ich drückte mich an die Hauswand und beobachtete sie.

Meine Gasteltern, eine nettes Paar mit Uni-Hintergrund, rief die Polizei. Sie meinten, das könnten sie dem Au Pair aus Deutschland doch nicht zumuten. Aber die Polizei sagte, man wisse schon Bescheid. Man könne aber nichts machen - man habe nicht genug Leute, sich um Sachen zu kümmern, die nicht verboten seien. Meine Gasteltern schrieben dem Ordnungsamt - der Ordnungsamtsleiter rief zurück und sagte: Das sind nur Dumme-Jungs-Streiche und er habe Wichtigeres zu tun.

Aber es waren nicht nur Dumme-Jungs-Streiche, wie sich 20 Jahre später zeigte, als eine Mehrheit der Briten für einen Austritt aus der EU, für eine Rückkehr zu Rassismus, Nationalismus, Nazismus und Fremdenfeindlichkeit stimmte. Das hätte man damals schon wissen können. Heute muss man es wissen - das Ergebnis der Brexit-Abstimmung spricht Bände.

Ich bin damals trotz der schlimmen Erlebnisse in Großbritannien geblieben, um eine multikulturelle, weltoffene Gesellschaft mitaufzubauen. Nazis, Hetzer, Europafeinde und Verteidiger von Linksverkehr und Pfund gab es hier schon immer. Das wussten alle außer den Leuten in Brüssel und Berlin. Aber was musste geschehen, dass sie die Überhand gewinnen? Was haben wir - ich und die anderen, die sich für die Guten hielten - falsch gemacht?

Nun sind wir aufgewacht in einem Land, in dem wir nie sein wollten. Linksverkehr, Pfundnoten, mieses Essen, dickes Bier - das alles lässt sich ertragen, ja, über die Jahre habe ich all diese absonderlichen Eigenheiten sogar in mein weltoffenes Heimatgefühl integriert. Aber nun, ohne EU-Mitgliedschaft?

Nein, ich werde nicht warten, bis die neue nationalistische Regierung uns Ausländer interniert und deportiert, bis sie uns unsere Häuser wegnehmen und unsere Kinder. Wir haben den Möbelwagen bestellt. Noch sind wir Unionsbürger, noch können wir gehen.

Sachsen soll auch schön sein.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

"Linksverkehr, Pfundnoten, mieses Essen, dickes Bier - das alles lässt sich ertragen, ..."

Um es zu ergänzen:
... besch...eidene Zentralheizung in den Wohnungen, perverse Fish&Chips-Buden, Bovril, absurde MixedPickles_Saucen, fünftklassige Restaurants und proletarische PopMusik !!!

P.S. Restaurants: Ich danke den in Westdeutschland eingewanderten Jugos für ihre Balkan-Grills. Dafür gäbe es in UK mindestens 2 Sterne. Danke, danke, danke !

ppq hat gesagt…

soweit ich das richtig verstanden habe, will sandy jetzt in sachsen eine fish&chips-bude eröffnen. sie spekuliert auf die vielen briten, die jetzt ins exil gehen werden. wir bleiben natürlich dran und berichten über sandys abenteuer in sachsen

fatalist hat gesagt…

Als Sohn geboren? Interessant. Bleibt dran!

eulenfurz hat gesagt…

"Diejenigen, die wirklich Demokratiearbeit in Sachsen leisten, die sich seit jeher gegen Rechts engagierten, die sind nicht nur regelmäßig Opfer realer Gewalt geworden - und mussten sich dafür auch noch öffentlich auslachen lassen, sie waren auch stets in prekären Arbeitsverhältnissen angestellt, mit Einjahresverträgen und mieser Bezahlung,wenn nicht gar ehrenamtlich."

... hätten ja auch etwas Ordentliches lernen können. Wieso sollen Steuerzahler ein Heer überschüssiger Gesellschaftswissenschaftler hoch bezahlen, die als Taxifahrer oder Putzfrauen bedeutend nachgefragter wären? Sowas reguliert normalerweise der Arbeitsmarkt!

"Und wer jetzt sagt, na, dann zieh doch weg: Jep, das mach ich auch. Und es werden und haben mir schon viele gleichgetan. Es ist keine Genugtuung dabei, das zu Schreiben."

Der ist Journalist und beherrscht noch nicht einmal rudimentäre Kenntnisse der Rechtschreibung. Armer Tropf, wer weiß, warum der wirklich wegziehen will (wohin eigentlich, wer braucht im nichtgutmenschlichen Ausland so einen?). Klingt alles so, als wenn ihn keiner mag und er allen anderen die Schuld dafür gibt.

ppq hat gesagt…

hats doch einer bemerkt. glückwunsch ;-)

ppq hat gesagt…

vielleicht geht er ja nach england? sandys wohnung wäre jetzt frei und die zahl der bekämpfenswerten straftaten steigt dort offenbar explosionsartig

derherold hat gesagt…

http://i2.dailyrecord.co.uk/incoming/article1740584.ece/BINARY/Sandy%20Jardine%20lines-up%20for%20Rangers%20in%20the%201978-79%20season%20.jpg

derherold hat gesagt…

"... hätten ja auch etwas Ordentliches lernen können."

Jetzt mal ohne Flachs. Bei Krautreport_Gesellmann frage ich mich, ob fachärztliche Hilfe vonnöten sein könnte. Das meine ich wirklich ernst.

Kurt hat gesagt…

"sie waren auch stets in prekären Arbeitsverhältnissen angestellt, mit Einjahresverträgen und mieser Bezahlung, wenn nicht gar ehrenamtlich." Damit sind eindeutig die Call-Center-Mitarbeiter gemeint. Und die Zeitarbeiter. Diese Branchen boomen in Sachsen noch mehr als die Abteilung "Kampf gegen Rechts" der deutschen Helferindustrie. Und der Herr Dschurnalist zieht natürlich nicht aus wirtschaftlichen Gründen weg. Nein. Als gutverdienender Festangestellter der Lokalredaktion der "Freien Presse" hätte er es natürlich nicht nötig, weg zu ziehen. Was'n Idiot.

Kurt hat gesagt…

Das hat nichts mit geistiger Verwirrtheit zu tun. Dieser Artikel ist ein typischer Vertreter der gigantischen Desinformationskampagne, die im ersten Quartal 2016 über die Bundesbürger hereinbrach. In dieser Kampagne wurde Sachsen im denkbar schlechtesten Licht dargestellt, um zu verhindern, dass die Leute bemerken, dass man auch ohne die Hegemonie der kulturalistischen Linken ein gutes Leben führen kann.
Dieser Artikel reiht sich nahtlos in die Phalanx der anderen klassenkämpferischen Artikel ein. Die "ZEIT" z.B. hatte ein paar besonders hübsche Gewaltfantasien veröffentlicht, wo von "Bundeszwang" und "revolutionärer Gewalt" geschrieben wurde. Das alles, um die Sachsen zurück in die sozialistische Volksgemeinschaft zu holen.
Außerdem geht es um inzwischen 100 Millionen Euro Steuergelder, die im "Kampf gegen Rechts" ausgegeben werden können. Also wird dafür gesorgt, dass es auch für 100 Mio Euro "Rechte" zum Bekämpfen gibt.

ppq hat gesagt…

es muss doch aber immer ein feindbild her. gruppen definieren sich doch nicht darüber, wer dazugehört. sondern darüber, wer nicht dazugehört. dichtet man dem sachsen alles an, was man selbst nicht mag, kann jeder, der kein sachse ist, sagen, siehe, ich bin gut. derzeit wird das nun mit dem briten gemacht, sofern er engländer oder waliser, weiß, weniger gebildet, älter und ärmer ist.