Google+ PPQ: Zu viele Informationen können die Propaganda gefährden

Dienstag, 30. Mai 2017

Zu viele Informationen können die Propaganda gefährden

Erinnern sich nicht mehr. Wissen nichts. Wollen auch gar nicht. Zu viele Informationen könnten die Propaganda gefährden, die gerade wie eine große, zentral orchestrierte Welle durchs Land rollt. Der böse Trump will das Klima nicht retten, wie es der gute Obama noch unterschrieben hatte. Was für ein Unmensch, ein Uneinsichtiger, ein Leugner, Feind der Armen, der Werte, des Westens, wie wir er sind.

Geschichte? Was soll schon Geschichte. Irritiert nur. Lenkt ab. Relativiert, was wir als absolut haben wollen. Das absolut Böse. Das absolut Dumme. Das absolut Selbstgerechte.

Als Barack Obama, laut „Tagesschau“ der komplette Gegenentwurf zu Donald Trump, am 20. Januar vor acht Jahren ins Amt kam, rechnete die ganze Welt damit, dass er eines ziemlich bald tun werde: Das Kyoto-Protokoll zur Minderung des CO2-Ausstoßes unterschreiben, das seine beiden Vorgänger Clinton und Bush immer wieder weit weggeschoben hatten. Obama hingegen hatte schließlich versprochen, ernst zu machen mit dem Klimaschutz. Doch als er dann Präsident war, befand er plötzlich, dass das Protokoll, 1997 beschlossen, doch ziemlich ehrgeizige und für die Industrie der USA viel zu teure Ziele gesetzt habe.

Obama, im Gedächtnis einer Generation halbwüchsiger „Spiegel“-Schreiber eine Art Messias auch für die Umwelt, blieb dabei. In acht Jahren seiner Präsidentschaft weigerte er sich, eine Unterschrift unter das Kyoto-Protokoll zu leisten oder die Ratifizierung anzuschieben. Deutsche Medien mochten ihren Lesern seinerzeit nicht zumuten, die beim verhassten Bush noch für verantwortungslos erklärte Weigerung im Falle des Nachfolgers als weise Maßnahme eines echten Weltenführers erklären zu müssen. Sie berichteten lieber über Obamas neuen Plan für ein ganz neues Abkommen, das viel besser für das Weltklima sein würde. Und vor allem: Erst irgendwann zu unterschreiben, wenn er selbst nicht mehr im Amt sein würde.

Das war öffentlichkeitswirksam. Das war Balsam für die in internationale Klimaabkommen verliebten deutschen Medien, die Kyoto und Kopenhagen, Bali, aber vor allem schließlich Paris predigten, als sei die Unterschrift unter einen Vertrag allein schon irgendetwas wert, wenn der nur unter Hauen und Stechen und gegenseitiger Beschwindelei zustandegekommen ist. Barack Obama, der sich acht Jahre lang weigerte, das Kyoto-Protokoll inkraftzusetzen, sieht in der Rückschau aus wie ein Klimaengel.

Denn zum Glück gewann dann Trump die Wahl, der über das Pariser Abkommen fast wortgleich sagt, was sein Vorgänger Obama zu dem von Kyoto sagte. „Ein schlechter Deal“ sei das, merkte er an, vielleicht sogar so schlecht, dass er ihn nicht annehmen, sondern kündigen werde. Gut für Geschichte, die zu erzählen ist: Kommt sie eines Tages, die Klimakatastrophe, werden nicht die, die ihre Verpflichtungen nicht eingehalten haben, schuld sein. Sondern Trump.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Free Kolja

https://twitter.com/hashtag/FreeKolja?src=hash



Adebar

Anonym hat gesagt…

Hier der richtige Tweet:

https://twitter.com/FreeKolja

Anonym hat gesagt…

“Thee’d better keep out of sight, with thy speechifying,” said Phineas; “they’re mean scamps.” ----- Aus: "Onkel Toms Hütte"

D.a.a.T. (Geusenname)