Google+ PPQ: Weinen mit Vienna

Samstag, 30. Juni 2007

Weinen mit Vienna

Zum ersten Mal in Europa, und gleich mißverstanden. Drei ihrer vier Auftritte auf dem alten Kontinent musste Vienna Teng in Jazzclubs absolvieren, wo sie sich, wie sie sagt, "etwas unwohl fühlte, weil ich für so etwas gar nicht qualifiziert bin". In Halle dann aber die Erlösung - mit dem Objekt 5 wartet ein intimer Saal, voll mit erfahrenem Rockpublikum, das sich der chinesischstämmigen Amerikanerin vom ersten Moment vorbehaltlos zu Füßen wirft. Mucksmäuschenstill staunend empfängt der Saal die Sirenengesänge der leicht verhuschten Sängerin, die ein wenig an Klavierkollegin Tori Amos, manchmal aber auch an Heather Nova erinnern. Um Liebe geht es, um das Getriebensein in der Gegenwart und die Verlorenheit in der Vergangenheit, und Vienna Teng, studierte Software-Ingenieurin, heult zum Ringelrein der Melodien herzergreifende Zeilen wie "Ich möchte nur Dein Hafen sein." So ungewöhnlich wie die Besetzung ihrer Band, die aus Hockertrommler, Geigerin und Cellistin besteht, ist der Zugabenteil, den die gerade aus Kalifornien nach New York umgezogene Elfe dem offensichtlich hingerissenen Publikum verabreicht: Zuerst eine samtpfötchenleise Version von Stings "Fields Of Gold", danach eine eigene Nummer, die alle mitsingen dürfen, und ganz zum Schluß etwas Chinesisches, a capella vorgetragen. "Das Lied habe ich von meinen Eltern gelernt", lächelt die nun gar nicht mehr so scheue Schöne, "und ich bitte alle Chinesen, die heute Abend hier sind, meinen amerikanischen Akzent zu entschuldigen."

Kommentare:

Gundermann hat gesagt…

klingt, als sei es etwas für mich. ich mag diese kleinen, schönen und etwas melancholischen frauen, die natalie merchants und heather novas dieser welt.

panzerbummi hat gesagt…

du überraschst mich :-)
ich wusst nicht, dass in dir auch ein melancholiker steckt.

Gundermann hat gesagt…

ach, man muss es nicht selbst sein, um es bei schönen damen zu mögen ...

panzerbummi hat gesagt…

right, very right

panzerbummi hat gesagt…

als ich ihren song auf der new voices-cd vom rolling stone hörte, war ich überzeugt, dass marc cohn die melodien schreibt. die lieder auf ihrer homepage belehrten mich eines anderen, besseren.