Google+ PPQ: Hunderte rechte Straftaten verschwunden

Donnerstag, 19. Juli 2007

Hunderte rechte Straftaten verschwunden

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Sachsen-Anhalt hat nach einem Bericht des Innenministeriums im Jahr 2006 einen neuen Höchststand erreicht. Bei den rechtsextremen Taten, die nach Angaben des Ministeriums etwa drei Viertel dieses Kriminalitätsbereiches ausmachen, errechnen die Ermittler einen Anstieg um zehn Prozent auf 1240 Delikte. Daraus wird in der medialen Präsentation natürlich sofort eine neue rechte Gefahr, so groß wie nie. Nach Ansicht des Sachsen-anhaltischen Innenministers Holger Hövelmann beginnt der Rechtsextremismus gar, die Alltagskultur zu durchdringen.

Erstaunlich scheint diese Bewertung nicht nur vor dem Hintergrund, dass wie gewöhnlich in der Art Statistik, die hier vorgeführt wird, keinerlei Angaben dazu gemacht werden, worauf sie die genannten Fallzahlen beziehen. Sind es eingegangene Strafanzeigen? Eröffnete Ermittlungsverfahren? Inklusive eingestellter? Oder eröffnete Strafverfahren? Oder gar ergangene Urteile?

Im April diesen Jahres, als der letzte alarmierende Bericht zum Thema vorgelegt wurde, sprachen die Staatsanwaltschaften im Lande für das Jahr 2006 übrigens noch von 1.567 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Begehung rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Straftaten - immerhin mehr als die jetzt genannte Zahl von 1.240 nicht genauer bezeichneter rechter Straftaten, die doch, so sagt es der Innenminister, "neuer Höchststand" sind. Da sind also in nicht einmal drei Monaten hunderte rechtsextremer Taten einfach so verschwunden. Nur wo sind die nun fehlenden Fälle hin? Wer hat sie aus der Statistik radiert? Und warum? Ist Sachsen-Anhalt nun sicherer geworden? Die Nazi-Gefahr kleiner? Rein rechnerisch?

Kommentare:

FABRICATED LUNACY hat gesagt…

ich haette dazu gestern was schreiben wollen, haette ich zeit und lust gehabt.

mir schien diese eine zahl im bericht aussagekraeftig: fuenf rechtsextremistisch motivierte straftaten pro hunderttausend einwohner.

da dachte ich: ohhhhh, ohhhhhhhhh, alarmierend. also echt. das sind in einer stadt wie dessau nicht mal vier pro jahr. da finde ich den alarmismus samt "durchdringt die alltagskultur" nun etwas... sommerschlussverkaufsmaessig.

binladenhüter hat gesagt…

es ist eine ölige trompete, die da gespielt wird. ich mag da nicht reinblasen. aber denkst du, irgenbdwo merkt irgendjemand, dass die zahlen nicht beide stimmen können?

FABRICATED LUNACY hat gesagt…

so weit hab ich gar nich mal gedacht. aber ja, 1200 durch fuenf, muesste sachsen anhalt 24 millionen einwohner haben.

wer weiss. vielleicht die touristen und deren daheimgebliebene familien eingerechnet.

FABRICATED LUNACY hat gesagt…

letzten endes gibts halt in sa ueberproportional viele trottel. das habe ich schon lange beobachtet, da braucht man hitler nich, um das zu erklaeren.

panzerbummi hat gesagt…

ach komm, der innenminister muss doch nicht gleichzeitig mathematiker sein :-)