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Montag, 17. September 2007

Alle Wetter wieder

Der Deutsche Wetterdienst sieht in höheren Temperaturen in Sachsen-Anhalt ein Indiz für den Klimawandel. In den vergangenen zwölf Monaten sei erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 eine mittlere Temperatur von 12,1 Grad gemessen worden, sagte der Meteorologe Jurik Müller. «Der Wert liegt drei Grad über der Norm.»
Extrem schlug der Januar mit Temperaturen von 5,9 Grad über der Norm zubuche. «An einigen Januartagen wurden Spitzenwerte von 13,2 bis 15,7 Grad gemessen», sagte Müller. Etliche Früchte reiften in deutlich kürzerer Zeit als früher. Zudem gebe es wegen der höheren Temperaturen längere Vegetationszeiten. «Hält der Trend an, kann in Zukunft wohl mehrmals im Jahr geerntet werden», sagte Müller. «Die Landwirtschaft wird sich umstellen und anpassen müssen. Der Temperaturanstieg macht neue Sorten und Züchtungen notwendig», sagte der Agrarmeteorologe. «Steigende Temperaturen werden künftig den Anbau von Wassermelonen, Auberginen, Gemüse- und Gewürzpaprika, Feigen, Kiwis und Oliven im großen Stil ermöglichen. Vorausgesetzt natürlich, dass sich nicht noch mehr Monate entscheiden, so nass und kalt zu werden wie der August, dem der Deutsche Wetterdienst nur unter Preisgabe aller Ernsthaftigkeit das Zeugnis "0,3 Grad zu warm" ausstellen konnte. Und die erste Hälfte des September, die Jurik Müller während der wissenschaftlichen Auswertung der Januardaten augenscheinlich verpaßt hat.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

da kommt doch das gerade recht:
Dirk Maxeiner
VON KREDITBLASEN UND KLIMABLASEN
Die Kreditkrise wirft als Nebeneffekt ein Licht auf die
Zuverlässigkeit von Computermodellen. Die Finanzmärkte sind ganz offensichtlich auch ein chaotisches System, das nicht so ohne weiteres vorausberechnet werden kann. Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute im Finanzteil: "Die nächsten Opfer der Finanzkrise. Computermodelle überfordert." Darin heißt es unter anderem: "Quantitative Hedge-Fonds versuchen, mit hauseigenen
Computermodellen zahlreiche Facetten der Finanzmärkte mit Hilfe eines mathematischen Modells abzubilden. Dabei bedienen sich die Modelle vergangener Daten und Zusammenhänge von Informationen,
Preisentwicklungen und Marktkorrelationen. Bei extremen Abweichungen vom Mittel bestimmter Preise geben diese Programme automatisch Kauf oder Verkaufsempfehlungen..." Derzeit seien aber leider irrationale
Reaktionen der quantitativen Computermodelle zu verzeichnen. Die
Führung von Lehmann Brothers warnt:" Es ist nicht nur, dass diese Modelle derzeit nicht funktionieren, sondern die Modelle verhalten sich genau in die entgegengesetzte Richtung." Ergebnis: Aktien mit
Verkaufssignal steigen, und Aktien mit Kaufsignal sinken. Anstatt sich
von den Computern irre machen zu lassen wird empfohlen "mit Ruhe und
Verstand" zu reagieren. Vielleicht sollte man diese Empfehlung auf die Klimadebatte übertragen. Auch da versucht man mit Hilfe von Computern die Reaktionen eines chaotischen Systems vorherzusagen. Wer
weiß, vielleicht gibt es auch eine Klima-Blase.