Google+ PPQ: Fünfzig Mann auf des toten Mannes Kiste

Samstag, 27. Dezember 2008

Fünfzig Mann auf des toten Mannes Kiste

Nach 14 Tagen Fahndung, fünf wunderhübschen Comicbildern und vier medial durchschlagend wirksamen Verhaftungen steht die polizeiliche Sonderkommission "Lebkuchenmesser", die den "Neonazi-Anschlag" (Focus) auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl aufklären soll, vor der erfolgreichen Auflösung. Das investigative Magazin Focus erfuhr
am zweiten Weihnachtsfeiertag exklusiv, was die Augsburger Allgemeine zu Heiligabend gemeldet hatte: Eine neue Ermittlungsgruppe des Bayerischen Landeskriminalamt soll den Fall, der eine neue Dimension rechtsradikaler Gewalt bedeutet hat, seitdem aber immer rätselhafte wird, noch einmal bei „Null“ beginnen. Diesmal solle "wirklich alle Richtungen" ermittelt werden, auch nicht-tätowierte Nazi und tätowierte Nicht-Nazis dürfen nicht mehr sicher sein, befragt zu werden.

Zuletzt hatten die derzeitigen Ermittler mit abgepausten Zeichnungen von Kandifdaten bei "DSDS" nach vier Männern und einer Frau gesucht, die sich wie weitere rund 7800 Menschn am Tattag in Mannichls Heimatort Fürstenzell aufgehalten haben sollen. Für Hinweise, um wen es sich dabei gehandelt haben könnte, ist inzwischen eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt worden.

Exakt dieselbe Summe war seinerzeit für Hinweise auf die vier Neo-Nazis in "NSDAP-Jacken ausgesetzt gewesen, die eienm jungen Mädchen im sächsischen Mittweida ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt hatten. Die junge Frau war anschließend mit einem Preis für Courage im Kampf gegen rechts ausgezeichnet und später verurteilt worden, weil sie die Nazis erfunden und das Hakenkreuz selbst angefertigt hatte. Glücklicher für alle Seiten hätte die Sache nicht ausgehen können: Die mutige Rebecca durfte ihren Preis auch nach dem Urteil behalten, weil sie mit ihrer Selbstverstümmelung auf die Nazi-feste Mittweida hatte aufmerksam machen wollen. Undweil es sich bei ihrer Tat um das auch unter diesen Umständen strafrechtlich relevante Zeigen verfassungsfeindlicher Kennzeichen handelt, konnte die Tat auch völlig zurecht feste Stütze der beständig mit steigenden Zahlen aufwartenden Statistik rechtsradikaler Straftaten in Sachsen bleiben.

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