Google+ PPQ: Sozialstunden im Anmarsch

Dienstag, 9. Juni 2009

Sozialstunden im Anmarsch

Siebzehn Polizisten verletzt, ein halbes Stadion zerschlagen, Werbebanden im Wert von einigen zehntausend Euro zerstört - mit immerhin elf Festnahmen unter rund 100 Gewalttätern, die das Saisonfinale in der Regionalliga Nord in Halle zum einem Festival der Hirntoten machten, hat die mit zwei Dutzend Beamten vertretene Polizei ganze Arbeit geleistet. Zudem konnten zwei weiteren Schlägern sogenannte "Platzverweise" erteilt werden, die sie daran hinderten, noch mehr Beamte zu verletzen.

Nun würden sogar noch "Anzeigen wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet", erklärte Ralf Karlstedt, der Pressesprecher des Polizeireviers Halle, auf dem der kleine Bürgerkrieg im Kurt-Wabbel-Stadion Chefsache ist. So konnten inzwischen alle Randalierer wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Laut Karlstedt gab es keine ausreichenden Haftgründe - Verdunklungsgefahr besteht nicht, weil die Betroffenen versprochen haben, sich nicht untereinander abzusprechen, Wiederholungsgefahr hat der Haftrichter durchweg verneint, weil die Saison beendet ist. Dank großzügiger Förderung durch die Sozialämter konnten alle mutmaßlichen Balkenwerfer auch einen festen Wohnsitz nachweisen.

Ganz ohne knallharte Konsequenzen werden die Ausschreitungen aber nicht bleiben: Die Justiz ist bereits dabei, die anstehenden Verfahren einzustellen, wenn die Täter sich bereit erklären, beim Schützenverein in Trotha bis zu elf Sozialstunden zu leisten. Dabei könnten sie, so das Angebot des Gerichts, gern auch beginnen, neue Terrorkampagnen für das kommende Spieljahr zu planen. Auf keinen Fall aber kämen die Täter darumherum, so ein Sprecher, dass ihnen mit ausgestrecktem Zeigefinger "mal so richtig gedroht" werde. "Wir wissen, dass das immer wirkt", hieß es.

Kommentare:

Friederich hat gesagt…

Ich weiß ja, Religionsfreiheit hat Verfassungsrang, aber ich bin trotzdem der Meinung, daß man Religionen, die zu physischer Gewalt neigen, verbieten müßte. Und ganz vorne dran den Fußball. Überhaupt, was sind denn das für Vorbilder, die diese Religion vermittelt? Kurt Wabbel: Ein KPD-Mann, der mit der SS zusammenarbeitet und jugendliche polnische Häftlinge mißbraucht? Super.

Gundermann hat gesagt…

an diesem mythos sollte man in halle, der stadt der bekloppten und bescheuerten, nicht herumwabbeln. da versteht die linke keinen spaß.

Friederich hat gesagt…

«… da versteht die linke keinen spaß.»

Ich ja auch nicht. Ich finde das ganz im Ernst Sch … äh … schlecht. Da war ja »Pittiplatsch, der liebe« ein besseres Vorbild als dieser Wabbel. Aber wem sag ich das. Mit Pitti kennt Ihr Euch ja aus.

ppq hat gesagt…

da das dingens nach dem umbau sowieso VNG-Arena heißen wird (oder Gasstadion, wer weiß), ist die diskussion darüber ja von der zeit überholt. ich tät ja dafür plädieren, immer alles so heißen zu lassen, wie es im original hieß, da macht man nie was falsch. der ärger fängt erst an, wenn - was in diktaturen ja gäbe ist und gang auch - jemand nach momentan als verdiensten geltenden lebensleistungen mit schulen, kasernen etc geehrt wird.

so wurde aus der mitteldeutschen kampfbahn die horst-wesel-kampfbahn und aus der das kurt-wabbel-stadion. was denn nun? demokratie-stadion? genscher-kampfbahn? namen verlieren irgendwann sowieso die bindung an ihren geber und heften sich an den nehmer - kein schwein weiß, wer philipp müller war, nur dass das ne straße ist, das weiß jeder. also ist irgendwann auch wurscht, ob phillip nun seine frau geschlagen oder seine hunde gemocht hat.

Friederich hat gesagt…

Mitteldeutsche Kampfbahn? Das ist ja genauso Autobahn wie Horst Wessel. Am Ende fragt noch jemand, wo denn Ostdeutschland sei, wenn Halle in Mitteldeutschland liegt. Wann wird eigentlich der MDR verboten?

Und was soll das heißen, daß kein Schwein wüßte, wer Philipp Müller war? Unser Großer Generalsekretär und damaliger FDJ-Vorsitzender Honecker hat doch 1952 gelobt, »daß die deutsche Jugend nicht eher rasten und ruhen [würde] bis der Mord an Philipp Müller durch den Sturz der verräterischen Adenauerclique gesühnt ist.« Und er (oder die deutsche Jugend) hat natürlich buchstäblich Wort gehalten: Das Kanzleramt wurde pünktlich von der FDJ übernommen. Insofern ist Frau Merkel die Rache Philipp Müllers an Adenauer. Oder an uns allen.

binladenhüter hat gesagt…

korrekt. aber wer war mülli?