Google+ PPQ: Eine neue Lüge ist wie ein neues Leben

Montag, 17. August 2009

Eine neue Lüge ist wie ein neues Leben

Erst war es eine Dienstfahrt, dann ein Skandal, dann wurde es zur Privatfahrt und nun war das die allererste: Dienstwagenministerin Ulla Schmidt, Speerspitze der Volksgesundheit im Konsequenzteam des künftigen Kanzlerdarstellers Walter Steinmeier, hat lange nachgedacht und auf eine Anfrage der FDP nun eine ganze Palette an Begründungen dafür gebracht, warum sie in der Vergangenheit wann und wo und wie völlig zurecht einen Dienstwagen mit im Urlaub hatte.

Seit 2004 war die gepanzerte Dienst-Limousine immer mit vor Ort, wenn die Gesundheitsministerin klimafreundlich in Spanien urlaubte - für die Überführung der Limousine samt Fahrer von Berlin nach Alicante zahlte jeweils der Steuerzahler. Erst nachdem ihr das Auto in diesem Jahr bei einem dienstlichen Besuch bei der Hofmalerin des Gesundheitsministeriums in Alicante gestohlen wurde und die Wellen der Empörung über die 2500-Kilometer-Dienstfahrt hochschlugen, überlegte sich Ulla Schmidt eine neue Rechtsgrundlage für ihre Dienstwagenausflüge. In diesem Jahr rechnete sie die Fahrt erstmals als Privatfahrt ab.

Schon im Kindergarten lernt man eigentlich, dass der sich ins Unrecht setzt, der seine gerade geplatzte Lüge mittendrin mit einem schnellen "aber" in eine nue umtauschen will. In Deutschland aber klappt das: Die als "Tagesschau" regelmäßig wiederaufgeführte DDR-Nostalgiesendung "Aktuelle Kamera" war heute ermächtigt zu erklären, dass Ulla Schmidt im Urlaub viele Dienstfahrten gemacht habe, für jede einzelne eine handgeschnitzte Begründung vorweisen könne und die Dienstwagen-Affäre damit gar keine sei.

Kommentare:

Alfons Huber hat gesagt…

Die Ulla erklärt uns auf ihrer Homepage, daß sie im Einsatz gegen die Schweinegrippe in Spanien den Dienstwagen samt Chauffeur unbedingt braucht, weil man als Bundesministerin immer und überall für Volk und Vaterland kämpfen muß.

ppq hat gesagt…

aber das glaubt sie selbst nicht

Die Anmerkung hat gesagt…

Da die momentane Verordnungslage für die Nutzung von Staatskarossen eine schiere Menge an Begründungen vorhält, ist es auch wurscht, welche davon die Ulla gerade der Öffentlichkeit präsentiert. Sie stimmen immer und sind erlaubt.

Es steht jedoch immer noch meine Hypothenuse im Raum, unwidersprochen, daß es sich bei der ganzen Aktion in Wirklichkeit um einen Akt der Nächstenliebe handelt. In diesem Falle also um das Stück "Liebe deinen Chauffeur", dann siehst du auf Staatskosten die Welt.

Sprich, es hat sich schon immer um Privaturlaub mit nobler Staatskarosse gehandelt. Mit Chauffeuer. Und diesmal sogar mit Chauffeurs Sohnematz. Der muß ja auch mal in der Welt rumkommen.

Der Akt (der Nächstenliebe) wird uns in diesem Boulevardstück zwar nicht vorgeführt, dafür aber eine schnittiges Auto und eine schöne Landschaft.

ppq hat gesagt…

nachdem ich gelsen habe, dass sie den urlaub des chauffeurssohnes versteuert, also bezahlt, glaube ich auch an eine große liebesgeschichte. ich werde die dieser tage mal aufschreiben, rosamunde ppq