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Dienstag, 29. September 2009

Rekorde ohne Ränder

Wieder ein modernes Märchen, dass den Kontakt mit der Realität nicht lebendig übersteht. Jahrelang barmte eine fördermittelgetriebene Warn-Industrie, dass die Nicht-Teilnahme an Wahlen die Ränder stärke. Jede nicht abgegebene Stimme sei quasi eine Stimme für NPD, DVU und Co. und der wahre Demokrat deshalb stets gehalten, sein Votum in die Urne zu werfen. Sei es auch nur, um den "Radikalen" und "Extremisten" die Suppe zu versalzen.

Millionen haben das geglaubt. Sie sind falten gegangen, obwohl sie nicht von ihren Kreuzen überzeugt waren. Sie haben Stimmen abgegeben, die sie eigentlich lieber selbst behalten hätten. Aber der "Kampf gegen Rechts" (Angela Merkel) forderte die Einheitsfront der Demokraten, Jeder Wahlteilnehmer war ein Schlag gegen die demokratische Erfolge der Undemokraten.

Bis zu jenem Urnengang anno 2009, der mit neuen Rekordwertes bei der Wahlenthaltung aufzuwarten wusste. Und gleichzeitig nicht die besten, sondern die schlechtesten Wahlergebnisse für NPD, DVU undsoweiter brachte.

Bemerkenswert ist, dass keiner von denen, die vorher vor einer niedrigen Wahlbeteiligung und den damit automatisch einhergehenden höheren Stimmanteilen für die Rechte gewarnt hatte, jetzt die Öffentlichkeit sucht, um sein Erstaunen darüber mitzuteilen, dass das eine so gekommen, das andere aber ausgeblieben ist.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Dabei sollte man noch berücksichtigen, daß jede nicht abgegebene Stimme doppelt für die Rechten zählt*, wie der zukünftige Vizekanzler am Abend vor der Wahl warnend zeigefingerte.

Insofern ist dann doch was dran an dem Argument, denn wenn alle zur Wahl gegangen wären, gäbs jetzt keine Rechten mehr.

* Er hatte allerdings vergessen zu erwähnen, in welchem der vielen Gesetze diese Regelung enthalten ist.

Anonym hat gesagt…

ach pff.. nichtwählen stärkt jede partei gemäss ihrer stimmanteile.. sprich, grade die sieger.. ist ja auch logisch, jede enthaltung verhindert eine potenzielle gegenstimme gegen die mehrheit.(oder was heutzutage als mehrheit bezeichnet wird, ich mein: knapp mehr als die hälfte der stimmen von 72% der wahlberechtigten..könnter euch ja mal ausrechnen wie viele menschen unseres landes diese regierung wirklich repräsentiert)

ppq hat gesagt…

neenee, richtig ist, dass die demoskopen 1024 oder 2100 oder so leute befragen und mit deren hilfe ein ergebnis bekommen, das - diesmal - ungefähr zwischen 0,5 und zwei prozent neben dem lag, das alle produziert haben, die zur wahl gegangen sind.

die regierung wäre also jetzt mit einiger wahrscheinlichkeit immer dieselbe, wenn nicht 62 millionen, sondern nur - meinetwegen - 2100 oder 15000 oder auch 1,5 mio oder 10,8 millionen zur stimmabgabe aufgerufen gewesen wären.

will sagen: normalerweise macht eine stimme von 62 millionen den kohl nicht fett, ist sie, bei halber wahlbeteiligung, eine von 31 millionen, hat sie doppelt soviel, aber immer noch nichts zu sagen. selbst bei halber halber beteiligung müssten ja noch rund 800000 leute rechts wählen, damit die an die 5 %-hürde rankommen. das ist doch ein brocken, da shaben die ja diesmal nicht annähernd geschafft

Krakenblicks hat gesagt…

Fördermittelgetriebene Warnindustrie, mit Verlaub, sie klingen mal wieder wie die Junge Freiheit auf Speed.