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Dienstag, 29. September 2009

Verwesen mit Sigmar

Zwei Tage nach dem verheerendsten Wahlergebnis ihrer "146-jährigen" (Steinmeier) Parteigeschichte hat die SPD beschlossen, den Kampf um eine Rückkehr auf die politische Bühne aufzugeben. Nach einer heftigen Sitzung der "Parteigremien" (Franz Müntefering) scheint klar, wie die Reste der einstmals stolzen deutschen Sozialdemokratie verwertet werden sollen. Aus dem Rennen um die Nachfolge des legendären Wahlkämpfers Franz Müntefering ist dabei der im Fernsehduell mit Kanzlerin Angela Merkel noch so "überraschend souverän" (Der Spiegel) wirkende Walter Steinmeier. Steinmeier werde nun seinen zweiten Vornamen Frank wieder annehmen und unauffällig in die Wirtschaft gehen, wahrscheinlich als Double von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Als dessen Stellvertreter hatte Steinmeier früher schon erfolgreich gearbeitet.

Müntefering hingegen habe vor, sich wieder häufiger um seine junge Lebensgefährtin zu kümmern. Die sei in den letzten Wochen doch etwas zu kurz gekommen, hieß es aus mit der Materie vertrauten Kreisen. Später im Jahr stehe dann eine ausgedehnte Motorradtour mit Peter Struck an. Wohin es gehen solle, sei noch nicht klar. "Aber wir wollen auf jeden Fall nach vorn", sagte Müntefering.

Als Parteiverweser stehe mit Sigmar Gabriel, einem ehemaligen Lehrer und Ministerpräsidenten, ein äußerst erfolgreicher Verteiler von sozialdemokratischen Energiesparlampen bereit. Da Gabriel durch den Regierungswechsel seinen Job als Umweltminister verliere und seine Positionen als Pate des Eisbären "Knut" und Pop-Beauftragter der SPD eher schlecht bezahlt würden, müsse der zuletzt auf das doppelte Volumen angeschwollene Energiesparminister ohnehin irgendwo untergracht werden, sonst falle er binnen kurzem vom Fleisch. So spreche nichts gegen einen Wechsel an die Parteispitze, das entlaste auch die deutsche CO2-Bilanz.

Nachfolger von Hubertus Heil als Generalsekretärin der Partei werde Andrea Nahles, die nach Abschluss ihres 20 Jahre währenden Studiums ihr umfangreiches Wissen über „Walter Scotts Einfluss auf die Entwicklung des historischen Romans in Deutschland“ (Doktorarbeit) in die Arbeiten zur endgültigen Sanierung der Sozialdemokratie einbringen werde. Helfen könne dabei nach Ansicht vieler hessischer Genossen auch wieder die im Volk beliebte Andrea Ypsilanti, die nach neuen Erkenntnissen "immer einen guten Job" gemacht habe.

Ob Ypsilanti in vier Jahren aber wirklich als SPD-Kandidat zur Bundestagswahl nominiert werde, stehe aber noch nicht fest. Im Rennen seien auch noch Klaus Wowereit und "diese hübsche mecklenburgische Sozialmininisterin", die Anfang des Jahres kurzzeitig als Hoffnungsträgerin der SPD herumgereicht wurde. Man werde mit Hilfe des Internet-Riesen Google herausfinden, wie die Dame hieß und ob sie einen Platz im erneuerten SPD-Vorstand haben wolle, hieß es in Berlin.

Kommentare:

panzerbummi hat gesagt…

da melde ich mich doch gerne aus dem urlaub: präziser ist der zustand der spd seit sonntag nicht beschrieben worden.

derherold hat gesagt…

Das Problem ist sicherlich, daß man zahlreiche (Flächen-)Bundesländer verloren hat und ehem. MP´s in immerhin 11 Jahren Bundesregierung verbraten wurden (Eichel, Steinbrück, Clement BMin, Rau BuPräs-Darsteller, Platzeck, Beck Große Vorsitzende). Das ist derzeit nicht viel Vorzeigbares.

Nahles hat im Westen den Ruf der typischen Juso-Maus mit RichardIII-Anwandlung; ob Gabriel oder Wowereit so große (Partei-)Haustruppen haben, weiß ich nicht.

... obwohl: schon die Nominierung Steinmeiers zum Spitzenkandidaten war doch eine Verlegenheitslösung - im Vergleich dazu kam einem Scharping wie ein junger Polit-Gott vor. ;-)