Google+ PPQ: Rechtsextreme Kinderschänder

Dienstag, 26. Januar 2010

Rechtsextreme Kinderschänder

Auch der mitteldeutsche Gebührenfunk legt "in Zeiten knapper Kassen" (Wolfgang Böhmer) zunehmend Wert auf qualitativ hochwertigen Enthüllungsjournlaismus. Aktuell konnte ein vielköpfiges Reporterteam herausfinden, dass "in einigen Fußballclubs Sachsen-Anhalts Rechtsextremisten aktiv sind oder waren" (dpa). Der MDR bekam seine exklusiven Informationen direkt vom Landes-Verfassungsschutz, der durch jahrelange Überwachung hatte nachweisen können, dass in einem Kreisklasse-Verein in Dessau-Roßlau "Rechtsextremisten teils als Spieler dem runden Leder nachjagen, teils auch als sogenannte Fans am Spielfeldrand Aufstellung nehmen.

Nach Angaben von Hilmar Steffen, einem von überaus zahlreichen Referatsleitern beim Verfassungsschutz, gelang es einem Rechtsextremisten sogar, sich an die jüngsten Mitspieler heranzuschleichen, um sie über den Umweg vermeintlichen Trainings mit dem Ball allesamt zu Rechtsaußen zu machen. Der betreffende Radikalist sei, so die aufrüttelnd aktuelle Meldung, bis 2008 im Bereich der G-Jugend beim ehemaligen DDR-Armeesportklub Vorwärts Dessau als Übungsleiter tätig gewesen, hatte also die direkte Möglichkeit, vier- bis sechsjährige Talente mit den menschenverachtenden Ideologien der Hitler, Goebbels, Göring und wie die meistgezeigten Figuren im deutschen Fernsehen sonst noch heißen zu infizieren. Später sei der Mann trotz oder wegen seiner Trainertätigkeit wegen "Gewalttätigkeiten" (MD) vom Jugendschöffengericht Dessau-Roßlau zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Einen weiteren Brennpunkt der Unterwanderung in Fußballstiefeln macht der MDR in Laucha (Burgenlandkreis) aus. Auch dort gebe es "Probleme mit Rechten im Fußball", heißt es neblig. Ein Lutz B. aus Laucha sitze für die NPD nicht nur im Stadtrat und Kreistag, was an sich schon ungeheuerlich scheint. Sondern er trainiere außerdem noch ungestört eine Fußballnachwuchsmannschaft. Nach in einer Minute aufwendig beschafften PPQ-Informationen, die dem MDR-Praktikantenteam nicht zur Verfügung standen, weil das Archiv kaputt war, handelt es sich bei dem Delinquenten um den bereits einmal vergeblich vom Landesverwaltungsamt strikt verbotenen Schornsteinfegermeister Lutz Battke, der trotz seiner rechten Gesinnung auch vor Gericht darauf bestanden hatte, dass seine Parteimitgliedschaft ihn nicht hindere, Essen und Rauchabzüge vorschriftsmäßig zu reinigen.

Zum Glück hat die Bundesregierung inzwischen klar gemacht, dass sie die junge Generation nicht so einfach in die Hände der radikalen und/oder extremistischen rechten Rattenfänger fallen lassen will. Mit runden 24 Millionen Euro unterstützt die Große Rettungskoalition auch im laufenden Jahr wieder Initiativen von Akteuren und zivilgesellschaftlich Engagierten. Nach dem Vorbild der Lösegelder für Taliban, mit denen Bundesaußenminister Guido Westerwelle Taliban-Clans belohnen will, die sich ganz, teilweise oder zumindest auf dem Papier vom Terror lossagen, sollen jetzt Mittel freigemacht werden, um rechtsradikale Trainer vom Ball zu trennen. Rechte G-Jugendtrainer, die ihren Platz auf der Bank räumen, sollen danach rund 2500 Euro erhalten, als besonders gefährlich geltende A-Jugendtrainer dürfen sich auf bis zu 5000 Euro freuen, müssen dafür aber nach dem Abschied aus der rechten Fußballszene Mitglied in einem bürgerschaftlichen Verein gegen rechte Gewalt werden.

Kommentare:

DSDS 2010 hat gesagt…

Beeinflussung von Kindern ist doch egal in welche Richtung schwer zu verhindern oder nachzuvollziehen. Sicherlich bin ich gegen Nazis, aber wer schützt deren Kinder vor den eigenen Eltern. Kontrolle und Verfolgung ist gut und richtig ... man sollte nur nie vergessen das sie auch Grenzen hat.

Friederich hat gesagt…

Siehe zum Thema auch Broder.

Anonym hat gesagt…

Daß der Staat die Kinder vor der ungebührlichen Entziehung vorm Einfluß des Staates durch ihre Eltern schützen muss, ist doch schon lange gelebte Praxis. Wer soll denn überhaupt die Eltern denunzieren, wenn es die Kinder nicht tun?