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Dienstag, 27. April 2010

Klimawandel benachteiligt Osten

Kalt ist das neue warm und der wirtschaftlich auch 20 Jahre nach dem Mauerfall benachteiligte Osten Deutschlands bleibt auch in Sachen Erderwärmung das Armenhaus der Nation. Das hat der Deutsche Wetterdienst in seinem Klimareports 2009 festgelegt. Danach werden die Sommer hierzulande immer trockener, die Winter dagegen immer milder und regenreicher, zuweilen fällt der Regen auch anhaltend als Schnee und es werde bitterkalt. Das sei ein Zeichen dafür, wie der Klimawandel voranschreitet. Insgesamt sei das vergangene Jahrzehnt auch weltweit das wärmste seit Beginn der Messungen vor 130 Jahren gewesen. Wie sich das Jahr im Vergleich der letzten 20.000 Jahre geschlagen habe, könne man derzeit allerdings noch nicht sagen.

Fest steht jedoch, dass der wohlhabende Westen übermäßig von der Erwärmung profitiere, erläuterte Gerhard Müller-Westermeier vom Bereich Klimaanalyse. So seien die Temperaturen etwa im Saarland seit 1881 um knapp 1,4 Grad gestiegen, in Mecklenburg-Vorpommern aber nur um 0,6 Grad. Auch von der Deutschland zur Verfügung gestellten Feuchtigkeit, die als Regen falle, nehme sich das Gebiet der alten Bundesrepublik im Jahresdurchschnitt einen ungleich größeren Anteil als auf die ehemaligen neuen Länder im Bereich der früheren Ex-DDR entfalle. West-Länder wie das kleine Bremen hätten sich bis zu 17 Prozent mehr Regen organisiert, in den ostdeutschen Ländern habe es hingegen durchweg nur einstellige Zuwächse gegeben, prangerte Müller-Westermeier an. Krasses Beispiel: Während die ohnehin mit höherem Lohnniveau, höheren Mieten und einem höheren Lebensstandard gesegneten Länder westlich der ehemaligen Grenze immer feuchter werden, ging die Regenmenge in Sachsen sogar um vier Prozent zurück.

Die ostdeutschen Ministerpräsidenten planen jetzt einen eigenen Klimagipfel, auf dem Maßanahmen beschlossen werden sollen, um die innerdeutsche Klimaspaltung zu überwinden. Es gehe darum, blühende Landschaften beiderseits von Todesstreifen und Mauer zu schaffen, hieß es bei der Landesregierung in Magdeburg, die derzeit mit einer Landesgartenschau im beschaulichen Aschersleben Aufsehen erregt. Dazu gehöre eine faire Teilhabe der ehemaligen Bürger der Ex-DDR an den deutschen Regen- und Wärmemengen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Unglaublich, daß die Genossen diesen Punkt der Ungleichbehandlung immer noch nicht aufgenommen haben. Nicht nur niedrigere Löhne, bei geringeren Preisen, nein, jetzt ist es auch noch vergleichsweise kälter als in den reicheren Bundesländern.

Warum gibt es dazu noch keine Montagsdemo? Oder öffentliche Hungerstreiks, bis auch Sassnitz auf dasselbe Klima wie Düsseldorf verweisen kann? Stattdessen jagen sie als Rechte verkleidete Antifas.

ppq hat gesagt…

gleiche lebensbedingungen sind uns versprochen worden. und nun kriegen wir nicht mal soviel regen ab wie das saarland, das eigentlich ja zu frankreich gehört. ich fordere eine enquete-kommission des bundestages und radikale wetterreformen. ein klimasoli? denkbar!

VolkerStramm hat gesagt…

Gleich kümmert sich die Spidla-Tunte um den Skandal.