Google+ PPQ: Vorsicht im feuchtwarmen Feriensand

Freitag, 28. Mai 2010

Vorsicht im feuchtwarmen Feriensand

Die Haushalte klagen darüber, dass allenthalben der Gürtel enger geschnallt werden müsse. Die Bundesregierung hat kein Geld für Steuererleichterungen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen erheben Zusatzbeiträge, Versicherte der PKV klagen über Beitragsanpassungen, die Kollegen vom Bluthilde wiegen darob schwer die klugen Köpfe.

Doch Hilfe naht, in Riesenschritten, denn das Bundesgesundheitsministerium, so arbeiten die Blogger aus der Hilde-Benjamin-Stadt Bernburg messerschraf heraus, geht mit dem Geld der Beitragszahler äußerst verantwortungsoll um: Statt zu heilen, wird vorgesorgt, denn das ist bekanntlich immer billiger. Die unverzichtbare „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BzgA) mahnt deshalb in Radiospots, im Fernsehen, im Kino und auf Plakatwänden auf niveauvolle, tiefgründige und herrlich romantische Art und Weise, dass wir Menschen nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Evolutionstheorielehre nur zufällig aus dem Nichts erwachsene Abarten von Tieren sind. Auch im Urlaub…

Und gerade dort. Denn wo wird denn beispielsweise das gefährliche Aidsvirus lieber verteilt als im feuchtwarmem Feriensand? "Gleich 13 Plakatmotive wurden – der Vielfalt der Landschaften in diesem unserem Lande entsprechend - produziert" und verklebt, hat das Bluthilde-Kollektiv gezählt. Das mengenmäßige Verhältnis von Plakat zu AIDS-Infiziertem sei dabei gefühlt sogar noch 20 mal größer als jenes zwischen MLPD-Plakaten und MLPD-Wählern im letzten Bundestagswahlkampf.

Über die Kosten schweige sich die dazugehörige "Informationsseite" aus. Allerdings sei 2003 im Zusammenhang mit einer ähnlichen auf Erfolg programmierten Kampagne von einem – zwar nur einstelligen, aber immerhin – Millionenetat die Rede. Die Freude darüber, dass der Fluch des Aids-Virus durch die Papiermedizin demnächst endgültig "ausgemerzt" (Franz Müntefering) werden wird, ist groß in Bernburg, wo einst Hilde Benjamin Maßstäbe im Ausmerzen setzte.

Es lache einem das Herz, wenn man seinen Lohnzettel betrachte und sehen könne, zu welch Großem und Erhabenem man mit seinem Kassen-Beitrag beitrage. Bluthilde fordert: Mehr davon! und wir, seit der grandiosen AOK-Kampagne "Sachsen-Anhalt traut sich" , bei der PPQ-Mitarbeiter seinerzeit ein wertvolles und gesundheitserhaltendes Oberarmtäschchen zur Schlüsselaufbewahrung beim Joggen gewinnen konnten, bekennende Anhänger einer Einheitskasse mit Einheitspreisen und Einheitsleistungen, schließen uns begeistert vollinhaltlich an.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ha, die BzGA. Die ist schon seit langem meine Lieblingsbehörde.

VolkerStramm hat gesagt…

Aha. AIDS geben wir also keine Chance.
Aber vor Klimawandel, Nazis und Kapitalismus stecken wir den Kopf in den Ostseesand.
Schlimm, dass es 65 Jahre danach schon wieder so weit ist!