Google+ PPQ: Hitler: Gentest schürt Rassenhass

Sonntag, 29. August 2010

Hitler: Gentest schürt Rassenhass

Nach erneuten Provokationen mit kruden Juden-Thesen hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die weitere Eignung der früheren Boulevardzeitung Bild für eine Führungsposition im deutschen Journalismus in Frage gestellt. "Jede Provokation hat ihre Grenzen. Diese Grenze hat Bild mit dieser ebenso missverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten", kritisierte der CSU-Politiker.

Das Blatt hatte in einem Bericht über den früheren Führer und Reichskanzler und heutigen n-tv- und ZDF-Moderator Adolf Hitler die Theorie verbreitet, Hitler sei "genetisch mit Berbern und Juden verwandt gewesen". Unter Berufung auf einen obskuren "belgischen Journalisten" namens Jean-Paul Mulders behauptete ein Beitrag, dass Hitler "genetisch mit Nordafrikanern und Juden verwandt" und somit "kein reiner Arier" gewesen sei. Dabei berief sich die Zeitung prophetisch auf die wenige Tage später von dem umstrittenen Bundesbanker Thilo Sarrazin verbeitete ungeheuerlich fragwürdige These, der gesagt hatte, dass "alle Juden ein bestimmtes Gen teilen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden."

Nach Angaben der Bild von vergangener Woche beweisen die Ergebnisse von DNA-Analysen "der nur auf der väterlichen Linie vererbten E1b1b auf dem Y-Chromosom", dass Hitler aus Afrika gekommen sei. Die in seiner Familie gefundene "Haplogruppe" sei in Deutschland und Westeuropa wenig verbreitet, hingegen bei 25 Prozent der Griechen und Sizilianer und bei bis zu 80 Prozent der Nordafrikaner zu finden. "Am häufigsten", analysierte das Rassemagazin, finde man sie jedoch "bei Berbern und in Somalia, am zweithäufigsten bei aschkenasischen Juden".

Damit ist die Zeitschrift auch nach Ansicht von Außenminister Guido Westerwelle zu weit gegangen. "Wortmeldungen, die Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskussion nichts zu suchen", legte der FDP-Chef fest. Rasse-Experte Florian Rötzer, der kürzlich auf Telepolis noch die krude These verbreitet hatte,Hitler scheine "genetisch mit Berbern und Juden verwandt gewesen zu sein", hat es sich inzwischen schon anders überlegt. "Sarrazin bedient krude Rassenlehre", hat Rötzer inzwischen herausgefunden. Auch Stephan Kramer, Generalsekretär der Juden in Deutschland, ist in der neuen Nummer der Bild schlagartig empört: „Wer die Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn, den das Judentum nicht teilt.“ Wie hier in den Jewish Genetics: Abstracts and Summaries gar nicht zu übersehen ist.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

witzig.. und schlägt einen tollen bogen zu diesem thilotypen.. hast du ja vermutlich selbst schon gemacht, bin wieder mal über den ersten absatz nicht hinausgekommen.. spielt ja auch garkeine rolle, denn im grunde ist es mit dem lesen ja auch nur wie dem leben, da reagieren wir auf schlüssereize bzw. -worte im letzteren fall.. und vermutlich (soweit warst du sicherlich auch schon) fällt denen auch irgendwann mal auf das judentum abseits irgendwelcher rassenwahnideen halt auch nur ne bekloppte religion unter vielen ist.. und ob bei herrn hitler nun ausserirdische oder webdesigner in der ahnenreihe rumliegen.. wichtig is uffm platz!

das nächste mal werd ich dich auch wieder siezen, is unhöflicher!

Die Anmerkung hat gesagt…

Schöne Einleitung.

Deine thematische Abandlung zum post ist jedoch irgendwie auf der Strecke geblieben. Könntest du die nochmal schreiben? Wir wollen ja wissen, was du uns mitzuteilen hast.

ppq hat gesagt…

ich bin auch ratlos, was er sagen wollte

VolkerStramm hat gesagt…

Hitlers Vorfahren waren Analphabeten.

vakna hat gesagt…

Ich schätze, Anonym will folgendes sagen:

DAGEGEN!

nwr hat gesagt…

@stramm:
Wissenschaftler haben nun auch herausgefunden: Hitlers Vorfahren waren Zweibeiner.

@ppq
Das ist auch ganz putzig:

"Hannoversche Allgemeine Zeitung":
"Wenn die Behauptung von Sarrazin stimmt, dann wird mit einem Schlag einiges klar: Dass sich Menschen zu Glaubensgemeinschaften zusammenschließen, muss an einem gemeinsamen Gen liegen: Alle Christen teilen ein bestimmtes Gen, alle Anhänger des FC Bayern München teilen ein bestimmtes Gen, alle Ferraristi teilen ein bestimmtes Gen. Wenn der Christ vom Christentum abfällt, verliert er dann sein Gen, wie der Bayern-Fan, der plötzlich für Werder schwärmt? Man muss sich nur mal solche Fragen stellen, dann kommt die Frage, ob das, was Sarrazin da erzählt, nicht vielleicht doch spinnertes Zeug ist, von ganz alleine."

Da brüllt Theodor Herzl wie am Spieß: "Wir sind ein Volk, e i n Volk!"

ppq hat gesagt…

wir haben hier offenbar ein problem. sarrazin erzählt, was völlig unwidersprochen auch andere erzählen.

For more than a century, Jews and non-Jews alike have tried to define the relatedness of contemporary Jewish people. Previous genetic studies of blood group and serum markers suggested that Jewish groups had Middle Eastern origin with greater genetic similarity between paired Jewish populations. However, these and successor studies of monoallelic Y chromosomal and mitochondrial genetic markers did not resolve the issues of within and between-group Jewish genetic identity. Here, genome-wide analysis of seven Jewish groups (Iranian, Iraqi, Syrian, Italian, Turkish, Greek, and Ashkenazi) and comparison with non-Jewish groups demonstrated distinctive Jewish population clusters, each with shared Middle Eastern ancestry, proximity to contemporary Middle Eastern populations, and variable degrees of European and North African admixture. Two major groups were identified by principal component, phylogenetic, and identity by descent (IBD) analysis: Middle Eastern Jews and European/Syrian Jews. The IBD segment sharing and the proximity of European Jews to each other and to southern European populations suggested similar origins for European Jewry and refuted large-scale genetic contributions of Central and Eastern European and Slavic populations to the formation of Ashkenazi Jewry. Rapid decay of IBD in Ashkenazi Jewish genomes was consistent with a severe bottleneck followed by large expansion, such as occurred with the so-called demographic miracle of population expansion from 50,000 people at the beginning of the 15th century to 5,000,000 people at the beginning of the 19th century. Thus, this study demonstrates that European/Syrian and Middle Eastern Jews represent a series of geographical isolates or clusters woven together by shared IBD genetic threads.

Abraham's Children in the Genome Era: Major Jewish Diaspora Populations Comprise Distinct Genetic Clusters with Shared Middle Eastern Ancestry - da scheint es allerdings um wissenschaft zu gehen. ergebnis: 'The study supports the idea of a Jewish people linked by a shared genetic history. Yet the admixture with European people explains why so many European and Syrian Jews have blue eyes and blonde hair.'"

wobei das aufregungspotential offenbar nicht da ist, wenn NATURE das scheibt: Alla Katsnelson. Jews worldwide share genetic ties: But analysis also reveals close links to Palestinians and Italians." Nature.com (June 3, 2010)

VolkerStramm hat gesagt…

Ist ja richtig, PPQ.
Für uns einfache Handwerker hier das gleiche in Nazisprache

ppq hat gesagt…

verzeihung, volker, das sollte kein abgespreizter kleiner finger werden. ich wusste einfach nicht, dass darüber in deutschland berichtet worden war.

hatte die englische seite über umwege gefunden und deshalb verlinkt.

dank für die prompte übersetzungsnachhilfe .

hat es damals einen empörten aufschrei gegeben?

nwr hat gesagt…

@ppq
Das wurde nun auch gefunden, wir haben es gleich verwurstet:
http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2010/08/30/brunnenvergifter/

VolkerStramm hat gesagt…

das sollte kein abgespreizter kleiner finger werden
Tschuldigung, das wollte ich auch nicht sagen.
Habe in der Mittagspause schnell in die Tasten gehauen ... schnelle Arbeit, schlechte Arbeit.

Aber mal eine Frage an die Rechtsgelehrten:
Der heimliche Vaterschaftstest ist ja in Deutschland verboten. Weiß jemand wie das mit dem heimlichen Judentest ist. Ist der auch verboten?

Die Anmerkung hat gesagt…

@VolkerStramm

superedelgenial
das verwurste ich gleich