Google+ PPQ: Wer hat es gesagt?

Dienstag, 31. August 2010

Wer hat es gesagt?

Unter den Tagesneuigkeiten fand er den verhängnisvollen Bericht über die Trust-Gesellschaft der Republik. Es interessierte ihn, die Zeitungen zu lesen, zu sehen, auf welche Art sie die Dinge vor die Augen des Publikums brachten. Alle berichteten, was sie berichten mussten - das heißt, jene Ereignisse, die öffentlich bekannt waren, doch hüteten sie sich wohl, die Ursache der Ereignisse zu verraten. Tagtäglich behaupteten sie in immer länger werdenden Artikeln, die Katastrophen des vorhergegangenen Tages seien die letzten gewesen, von nun an könne kein Blitz mehr niederfahren.

Doch es gab bei dem ganzen Problem einen Faktor, mit dem nur wenige gerechnet hatten: die ungeheuere Menge, von der das Geld stammte, mit dem dieses Spiel gespielt wurde, die Menschen, für die Dollars nicht nur Spielmarken, sondern etwas Lebenswichtiges waren.: Geschäftsleute, die am Samstag Nachmittag ihre Arbeiter bezahlen mussten, Arbeiter, die Nahrung und Wohnung brauchten, hilflose Witwen und Waisen, für die das Geld Sicherheit vor dem Hungertode bedeutete.

Als sie hörten, dass die Banken wackelten und von Kunden belagert wurden, nahmen sie an, die Gefahr sei tatsächlich vorhanden, der lange prophezeite Krach sei nun wirklich da.

In Horden überfluteten sie die Wall Street, das ganze Viertel war voll tödlich erschrockener Leute. "Jemand verlangte einen Dollar in bar", mit diesen Worten hatte ein Bankier die Lage bezeichnet. Wall Street machte seit Jahren seine Geschäfte mit Fetzen Papier, nun verlangte jemand einen wirklichen Dollar, und es stellte sich heraus, dass der Dollar verlegt worden sei und nicht gefunden werden könne.

Was jetzt geschah, glich einer ungeheueren Naturerschütterung, war etwas, das die Macht der Menschen verhöhnte und die Beschauer mit Angst und Schrecken erfüllte.

Kommentare:

panzerbummi hat gesagt…

Dos Passos.

Anonym hat gesagt…

müssen wir jetzt alle sterben, oder wie soll ich das deuten? falls nicht, ich hab rein zufällig und ohne witzfallera noch einen, aber wirklich nur einen, dollar bei mir im portemornee (weiss grad nicht wie das geschrieben wird).. dabei war ich bisher weder in den USA noch in der wall street, aber ich könnte ja mal bei street view kucken gehen..

wobei, da fällt mir ein das ich entfernte verwandte in kanada habe (vermutlich einwanderer die sie in einem ihrer letzten artikel ja ansprachen) und die haben mir, da kann ich mich noch gut dran erinnern, ein englischsprachiges weihnachtsbuch zukommen lassen.. allerdings auch eher über umwege, über meine damlige und auch heutige oma mütterlicher seits..

vieleicht kam der (also der dollar jetzt) ja auch auf diesem dubiosen wege hier zu uns in die zone, und jetzt fehlt er da in amerika und macht die wirtschaft kaputt..

seriennummer: D 00327930 B /series 1985

sollte sich die apokalypse damit noch abwenden lassen, sagen sie bitte bescheid..

Die Anmerkung hat gesagt…

Charles Dickens in "Battle of life", S. 284.

vakna hat gesagt…

Eigentlich egal wer es sagte oder schrieb, denn es hat sich bis heute nichts geändert, außer die Jahreszahl.

ppq hat gesagt…

okay, damit wissen wir, was zu schwer ist ;-)

soll ichs sagen? oder will noch jemand sich an der google versuchen?

wenigstens das jahr könntet ihr rausbekommen, oder? dickens war da schon tot, dos passos lebte schon

Die Anmerkung hat gesagt…

Aha. Dann war das Ernest Hemingway in "To have and have not", 1937, S. 75f.

Hätte mann ja auch gleich drauf kommen können, weil es um Knete geht.

ppq hat gesagt…

nein, uch knapp vorbei. naja, knapp. etwa als hättest du gesagt, der stalin hätte die olympiade 1984 nie boykottieren dürfen ;-))

Die Anmerkung hat gesagt…

Wenn ich den Einstein richtig verstanden habe, wer hat das aber schon, dann hängen Zeit und Raum sehr eng beieinander. Wenn ich das eine stauche, dann dehnt sich das andere. Oder umgedreht. Das ist wo dieser Zwilling weggebeamt wurde und jünger zurückkam als sein Zwilling je geworden ist.

Will heißen, der Hinweis mit 1984 und ungefähr Moskau und Stalin ist ganz gut, hilft aber bei der Präzisierung des gesuchten Autoren in keiner Weise, da er sich auf eine Parallelwelt bezieht, die mit der von mir gewählten in keinerlei Zusammenhang steht.

Als bindendes Element im Einsteinschen Sinne, also relativ nah dran an der Lösung, käme mir nur John Reed in den Sinn, der in beiden Welt zu schrieben wußte. Dann um 1917 und nicht in den USA, sondern auf dem Weg von Amerika nach Rußland, also auf Zwischenstation in Berlin vielleicht? Oder Paris?

Moskau fällt aus, dann wäre ja nach irgendeinem Kulakentext gefragt worden.

Eigentlich wollte ich nur fragen, ob die Zeit eher richtig ist oder der Ort des Autoren, also USA. Oder ob wir uns doch in eine Parallelwelt flüchten müssen und das alles mal von außen betrachten?

Dann käme am ehesten der Systemkritiker Solchenyzin mit seiner grandiosen Abrechnung der amerikanischen Dikatur in Frage: "Mein amerikanischen Jahre", gebraucht ab 5,39 €, Geschenkverpackung möglich.

ppq hat gesagt…

erstmal gebe ich zu, dass die aufgabe schwer ist. das zeigt ja die erstmalige stille all derer, die sonst immer schnell eine google rollen lassen und dann gleich alles wissen.

schön, hat also geklappt.

der hinweis war so gesehen auch keiner. ich wollte es nicht mehr verbocken. ihr seid oft so gut, dass man da vorsichtig sein muss. er war nur richtig im hinblick auf die zeit bzw. die zeitlichen abstände.

ehe ichs jetzt aufkläre, muss ich zugeben, dass ich selbst auch nicht drauf gekommen wäre, hätte ich das buch nicht gerade gelesen. selbst beim lesen bin ich ja auf die zeit nicht gekommen.

es handelt sich um den vergessenen klassiker "wall street" von upton sinclair, den man nicht mit sinclair lewis verwechseln sollte. sinclair hat dieses buch über die schönen und reichen in den usa, das sich liest, als spiele es in den end-20er jahren, anno 1907 geschrieben, über einen börsencrash und eine wirtschaftskrise, die seinerzeit die größten waren, seit der neanderthaler sich abgeschafft hatte. und, das ist wieder so witzig, von der wir heute trotzdem nicht mal mehr wissen, dass es sie gegeben hat.

ich muss es zugeben: ich liebe das.

und wette jetzt schon: der begriff deepwater horizon wird schon in zwei jahren eine jauchfrage sein, für die es mindestens 100000 euro gibt.