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Samstag, 19. März 2011

Schock für Sigmar

Schwerer Rückschlag für die deutsche Sozialdemokratie im Kampf um die Rückkehr zu den Fleischtöpfen im Kanzleramt: Nur vier Jahre nach der Übernahme einer Bärenpatenschaft über den kleinen Kuscheleisbären Knut durch den SPD-Popbeauftragten und -Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel ist der possierliche Knut plötzlich und unerwartet gestorben. Das Wappentier der SPD (groß, mächtig, unschlagbar) trieb nach Berichten der einzigen amtlichen deutschen Nachrichtenagentur dpa "leblos im Becken des Eisbärgeheges". Das der plötzliche Bärentod mitten im Landtagswahlkampf Fragen aufwerfe und auch die Auswirkungen auf den Klimawandel unklar seien, soll Knut nun obduziert werden.

"Ohne Eis kein Eisbär", hatte Sigmar Gabriel seinerzeit bei seiner Amtseinführung als Bärenpate einen engen Zusammenhang zwischen dem Schicksal des Zoobären und dem des arktischen Eises deutlich gemacht. Damals lebten nach Recherchen des später gescheiterten Umweltministers "noch schätzungsweise 20- bis 25.000 Eisbären in der Arktis" (Gabriel), nur knapp 15- bis 20000 mehr als 60 Jahre zuvor. "Sie sind vom Aussterben bedroht", prangerte Gabriel an, dass sich die Zahl der vom Aussterben bedrohten Bären damit in nur sechs Jahrzehnten quasi verfünffacht habe.

Vermutlich entspannt sich diese Situation durch den viel zu frühen Tod des Berliner Eisbären ein wenig, doch ungeklärt bleibt, wie mit den bisher für die Bärenpatenschaft aufgewendeten 11.900 Euro jährlich andere nutzbringende Projekte unterstützt werden können. Für diese Summe hatte das Weltklima in Gabriels Amtszeit mehrere Bilder des Ministers mit dem Bären erhalten, die die durchschnittliche Temperatur der Atmosphäre positiv beeinflussten. Kritiker hatten bemängelt, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten, weil die durchschnittliche Lebensdauer von Eisbären in menschlicher Obhut 45 Jahre betrage, so dass der Steuerzahler mehr als eine halbe Million Euro in Knut hätte investieren müssen. Man hoffe, hieß es jetzt in Kreisen der Sozialdemokratie, dass Zyniker, die so argumentiert hätten, durch den tragischen Tod des Tieres verstummen. Ob Sigmar Gabriel zur Beisetzung seines großen Freundes aus dem Tierreich eilen werde, hänge allerdings hauptsächlich vom Wahlkampfterminkalender des Wahl-Magdeburgers ab.

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