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Freitag, 9. März 2012

Doku Deutschland: Wallpaper im Interregnum

Hallo, ja, Bundespräsidialamt?

Hier ist das Bundespräsidialamt. Abteilung Z. Wie kann ich Ihnen helfen?

Ähm, Abteilung Z, ich such' eigentlich jemanden, der mir eine Auskunft geben kann.

Worum geht es denn?

Ich weiß nicht, ob ich bei Ihnen, also ich meine, ob ich bei Ihnen wirklich richtig bin, ich meine Abteilung Z, das, ich weiß nicht.

Abteilung Z heißt Zentrale Angelegenheiten, eine von drei Abteilungen hier im Haus. Mein Name ist Ahstrahl, Bernd Ahstrahl, und ich arbeite hier in der Abteilung Z, Referat Z-3. Wir machen Informations- und Kommunikationstechnik, ja, und den Geheimschutzbeauftragten, den finden Sie auch bei uns.

Sehr nett, sehr nett, sehr nett. Aber nein, nein, ich habe nichts Geheimes. Eher im Gegenteil.

Gut, dann, gute Frau, heraus damit.

Es ist weil wir doch die Bilder abgenommen haben, überall, im ganzen Haus. Und nun wissen wir…

Verstehe, verstehe. Die Bilder von dem Herrn Wulff, die haben Sie heruntergenommen.

Genau so ist es. Es hat ja keiner was gesagt und im Radio kam auch nichts. Aber als wir dann im Schulverwaltungsamt gefragt haben, was ist denn jetzt mit den Bildern, was sollen wir denn den Schülerinnen und Schülern, also was sagen wir denen, wenn sie fragen, weil doch überall kam, dass der Herr Wulff, also dass er sein Amt, wie sagt man, zur Verfügung gestellt…

Verstehe schon, verstehe…

Hieß es nur, was, die hängen noch? So, als könnten wir wissen, dass man die abhängen muss!

Aber er war ja da schon nicht mehr im Amt.

Sichersicher. Aber wegen der Unschuldsvermutung dachten manche Kollegen, mehr Kolleginnen… Es gab da wirklich Sympathisanten bis zuletzt, da bin ich ehrlich.

Sie haben dann aber…

Wir haben dann gehandelt, glasklar. Das war ja den Schülerinnen und Schülern gegenüber kaum zu verantworten, dass da einer hängt, dessen Bild immer nur Fragen aufwirft.

Richtig, ich sage mal, das haben Sie ganz richtig entschieden.

Aber es nützt ja kaum.

Inwiefern, wenn ich fragen darf?

Weil es offenbar keine Seehofer-Bilder gibt.

Was wollen Sie denn mit Seehofer?

Wir haben gelesen, der Herr Seehofer ist jetzt erstmal der Herr Wulff. Und dann gehört natürlich das Bild von dem Herrn Seehofer dorthin, wo das Bild von dem Herrn Wulff war.

Das ist schon..., gut, da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen, aber formell, ja, formell haben Sie, völlig Recht, jawoll, völlig.

Die CSU in München will nicht helfen.

An die hätte ich Sie jetzt aber verwiesen.

Sinnlos, Entschuldigung. Dort läuft man wie vor eine Wand.

Ja, und, ähm, ich meine, wie kann ich jetzt, ich meine, helfen?

Ich hoffe doch, weil so wie jetzt geht es ja gar nicht. Statt eines Bildes ein Fleck, ganz hell wie damals nach Honecker, wissen Sie noch. Entschuldigung, ich weiß ja gar nicht, ob Sie das… Heller Fleck. Die Schülerinnen und Schüler fragen. Unangenehm ist das, weil die Kolleginnen und Kollegen auch nicht richtig reagieren können. In der Zeitung steht ja, der Herr Gauck macht es jetzt, aber Bilder hat man uns noch nicht geliefert.

Jajajaja, da fehlt ja auch noch die Wahl, nicht wahr?

Ja, natürlich, formell, formell. Was ich wissen wollte, war ja auch eigentlich nur, ob Sie bei Ihnen da, Sie sitzen doch an der Quelle, schon bekannt ist, wann die ersten Bilder kommen von dem Herrn Gauck, ob es da Termine gibt, wo man bestellen kann und so etwas.

Das ist eine interessante Frage. Aber ich fürchte, ich kann Ihnen da im Moment, wie soll ich sagen, nicht helfen.

Sie haben nichts da? Kein Bilder?

Keine Bilder.

Dann müssen wir mit den Flecken weitermachen.

Dann werden Sie mit den Flecken, ich fürchte ja, weitermachen müssen.

Das ist nicht schön, Herr...


Ahstrahl, Frau..., Ahstrahl. Da stimme ich Ihnen zu Frau… Ich muss allerdings, Sie fragten ja vorhin... Wissen Sie, in meiner Jugend, das war damals unter dem kommunistischen Regime, das wir im Herbst 1989 endlich stürzen konnten. Aber was ich sagen will, damals, ich erinnere mich ganz genau, gab es das Problem mit den Bildern auch immer mal wieder.

Sie sagen es , Sie sagen es, Herr Abstrahl.

Ahstrahl, Frau, Ahstrahl... Aber ich wollte Ihnen raten, machen Sie es wie unsere Lehrer damals! Ein Zeitungsbild, ordentlich gerahmt! Sie finden sicherlich etwas. Und für eine Übergangszeit wird das gehen. Besser als...

Besser als die Flecke! Wenn Sie das sagen! Warum sind wir nicht selbst darauf gekommen. Und für eine Übergangszeit wird das gehen, da haben Sie recht. Vielen Dank, Herr...

Aber gern, Frau... In der Abteilung Z mühen wir uns... Bürgernähe, das ist bei uns...

Sehr bürgernah, wirklich, sehr...

Ich danke! Grüßen Sie Ihre Schüler!

Das tue ich, das tue ich. Und das mit den Bildern machen wir sofort.

Tun Sie das, tun Sie das, kann ich nur raten. Und einen schönen Tag Ihnen allen!

Ihnen auch, Ihnen auch. Grüße von uns allen!



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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön abstrahiert, ähm, astrahlhiert. Und ob der Herr Gauck, das weiß man ja nun nicht, wo sich viele Bürgerwehr, verzeihung, Bürgerrechtskämpfer, die aber eigentlich alle das linke Projekt weiterführen wollten, sagen, der Gauck hat es nicht verdient, als Bürgerlinkskämpfer nun Präsident zu werden, wie der Her Thierse, der auch nur im Bundestag der Präsident war. Aber immerhin!

Anonym hat gesagt…

Die präsidentenlose, die schreckliche Zeit...Der Himmelskomiker Gauck hat sich inzwischen wohl voll erledigt, ofenkundig.
-Hildesvin-