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Freitag, 21. September 2012

Doku Deutschland: Gesprächskreis Projektverhinderung

Im Gedenken an den Wachtelkönig, der die orthodoxe Bauweise der Bundesautobahn 26 verhinderte und dafür Lärmschutzwände, Flüsterasphalt und Tempolimit brachte. Im Gedenken an den Feldhamster, der ein Zwei-Milliarden-Kraftwerk-Projekt von RWE ins Wanken brachte, lange bevor es eine Energiewende gab. Und in Erinnerung an die Kleine Hufeisennase, die durch den Bau der Dresdner Waldschlösschen-Brücke ausgerottet wurde. Ein Text aus dem kuscheligen Jahr 2007, als die Welt noch in Ordnung war, weil Deutschland keinerlei Probleme hatte, und sich so ausgiebig um die Welt der Insekten, Vögel, Fledermäuse und Käfer kümmern konnte.

Seitdem ist vieles anders geworden, Finanzprobleme haben die drängenden Sorgen der Kleintierwelt aus den Schlagzeilen verdrängt. Immer mehr Touristen drängen nach Dresden, den Todesort der Hufeisennase - 319.196 kamen, als die Stadt noch Unesco-Welterbe war, 355.362 strömten herbei, als sie den Status verloren hatte.

Ein Gedächtnisgespräch:

Ralle: Beim Steppensumpfhuhn, wenn das keine Feier wert ist!

Hufi: Ach, nicht der Rede wert!

Ralle: Quatsch nicht, Alter! Ganz großes Tennis! Ne Brücke, und auch
noch im Alleinflug.

Kricker: Und das Medienecho!

(Gelächter)

Juchti: Sind die Dresdner ganz schön aus dem Echo-Lot!

(Gelächter)

Ralle: Sind so deprimiert, dass sie sich total hängen lassen!

(Gelächter)

Hufi: Nichts gegen deine DaimlerChrysler-Aktion, 2001: "Anlagen-Bau
für Transporter gestoppt". Ein Klassiker.

Kricker: Hat der Schrempp gestaunt wie ein Auto.

(Gelächter)

Ralle: Sind die gar nicht drauf abgefahren.

(Gelächter)

Juchti: Oder die BMW-Ansiedlung in Leipzig: voll ausgebremst.

Hufi: Haben die BMW beinahe umbenannt: Baun mer woanders.

(Gelächter)

Ralle: Aber die Frankreich-Sache, 99: auch nicht schlecht.

Hufi: Haben sogar die Bauern protestiert, weil die Flurbereinigung
gestoppt wurde.

Kricker: Haben die sich richtig vom Acker gemacht.

(Gelächter)

Juchti: Mit Zornes-Furchen im Gesicht.

(Gelächter)

Ralle: Quasi ohne Umfeld.

(Gelächter)

Hufi: Na, wir sehn uns in Dresden.

Ralle: Machen frei, nehmen 'nen Brückentag.

(Gelächter)

Juchti: Machen einen auf Uno.

Ralle: Bauen? Uno momento!

(Gelächter)

Hufi: Bis denne, bleibt sauber, Leute! Und denkt an 2010: Stuttgarter Bahnhof!

(Gelächter)



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Kommentare:

Oels hat gesagt…

Nicht zu vergessen die ebenfalls vom Aussterben bedrohte NPD. Seit ihrem Einzug in die Landesparlamente von Sachsen und MV eilt die Tourismusbranche dort von Rekord zu Rekord.

Sax hat gesagt…

Bin heute gerade die Bautzner Str. an der Waldschlößchenbrücke langgefahren, da standen die Touris an der Pfunds-Molkerei (dem Kachelladen) schlange, wie zu DDR-Zeiten die Leute bei Bananen oder Westplatten. Die Touristen lassen sich ja durch garnichts mehr abschrecken.

Anonym hat gesagt…

Den absoluten Höhepunkt haben sich in dieser Woche die Grünen geleistet, als sie Kostensteigerungen der besagten Brücke kritisierten, die sie und ihre Verbündeten selbst maßgeblich verursacht haben.

Es gab z. B. einen ganz trivialen Planungsfehler: Man hatte vergessen, ein paar Quadratmeter Ufer und Uferschlamm bei den Umweltbehörden für das Einschwimmen der Brücke anzumelden. Das ist eine temporäre Aktion, von der man schon bald nichts mehr sieht und der Uferschlamm ist kilometerweit gleich (ökologisch wertlos). Umweltverbände und Grüne haben aufgrund dieser Banalität das Vorhaben massiv verzögert. Natürlich haben die langwierigen Umweltprüfungen letztlich ergeben, dass keine kostbare Natur in Gefahr ist, wenn man einen Brückenbogen einschwimmt. Das war jedem klar denkenden Menschen auch schon vorher klar.

Und es gibt jetzt für einige hunderttausend Euro ein »Fledermausleitsystem« aus Büschen und Hecken — damit die Tierchen nicht gegen die Brücke prallen. Dem Vernehmen nach sollen Fledermäuse sogar manchmal unter Brücken abhängen, aber vor dieser Brücke müssen sie von Staats wegen durch eine komplette nutzlose Anpflanzung geschützt werden. Das müsste man eigentlich mal den mehr als 6.000 Fledermäusen erzählen, die jedes Jahr an Windkraft-Anlagen verrecken.

ppq hat gesagt…

Fledermausumlenkung. unwort des jahres

Kurt hat gesagt…

Aber ungerecht und rassistisch sind die Tierschützer schon. Der chinesische Laubholzbockkäfer z.B. wird gnadenlos bekämpft.

Der Kampf gegen gruppenbezogene Lebewesenfeindlichkeit geht weiter!

Zorgnax hat gesagt…

Die Ostfledermäuse sind halt noch nicht so entwickelt und können nur unbewegliche Ziele treffen. Im Westen dagegen wird sogar die Ausrüstung von Autobahnen mit Fledermausleitsystemen gefordert, weil die Tiere sonst kamikazemäßig gegen den nächsten LKW fliegen würden.