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Freitag, 27. Juli 2018

Venezuela: Sozialismus aus der Gelddruckmaschine

Vor elf Jahren erzwang der damalige Revolutionsführer Hugo Chavez die Sonne unter den Willen einer sozialistischen Zeitumstellung, wenig später mussten kapitalistische Konzerne in Venezuela ihre Vermögenswerte herausgeben, der Staatsname wurde in "Bolivarische Republik" geändert und weil die Geldentwertung in der sozialistischen Volksrepublik mit knapp 30 Prozent die höchste in Lateinamerika war, strich die Staatsführung geschickt drei Nullen aus den Absolutbeträgen. Die Revolution marschierte, die deutsche Linke war begeistert, endlich ging ein Land daran, den wahren Sozialismus aufzubauen, an dessen Errichtung Lenin, Stalin, Mao, Castro und Honecker noch gescheitert waren.

Dass Planwirtschaft schon auf dem Papier wirkungsmächtiger als das wilde, herumexperimentierende und Verluste stets in Kauf nehmende kapitalistische Wirtschafssystem. Ein Jahrzehnt nach Chavez` Beschlüssen zum Primat der Politik zeigt sein Inflationsverbot ähnlich beeindruckende Erfolge wie die deutsche Mietpreisbremse: Venezuela steckt in der größten Wirtschaftskrise seiner Geschichte, nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) steuert das Land inzwischen auf eine Inflation von einer Million Prozent bis zum Ende dieses Jahres zu.

Chavez würde nun einfach sechs Nullen streichen und Preisverfall damit zweifellos umgehend und wirksam einhegen. Nachfolger Nicolás Maduro hat stattdessen die Armee seines Landes zur Wachsamkeit aufgerufen, nachdem bekannt geworden ist, dass US-Präsident Donald Trump einen Einmarsch nach Venezuela in Betracht gezogen haben soll, um die Inflation weiter anzuheizen.

Weil das Land mit den größten Ölreserven der Welt wegen der niedrigen Ölpreise in den vergangenen Jahren nicht in der Lage war, in seine verstaatlichte Förderindustrie zu investieren, sind die Fördermengen in Venezuela zuletzt beständig gesunken. Zusammen mit den niedrigeren Erlösen und den von der Regierung zur Beruhigung der Lage fortwährend ausgeweiteten sozialen Wohltaten ergibt sich eine Lage, in der Maduro sich kurzfristig nur mit Hilfe der Notenpresse an der Macht halten kann, die allerdings immer schneller laufen muss.

Langfristig wird das Ende dadurch immer nur schlimmer - die Ausweitung der ausgegebenen Geldmenge beschleunigt die Inflation, die Inflation lässt das Bruttoinlandsprodukts fallen, allein im Jahr 2018 voraussichtlich um 18 Prozent. Das wiederum erhöht das Haushaltsdefizit, verringert Investitionsspielräume, lässt die geförderten Ölmengen sinken und erfordert eine noch schnelle Ausweitung der Geldmenge.

Gestern hat Maduro nun reagiert - und diesmal fünf Nullen aus seiner Währung gestrichen. Zwei mehr als sein Vorgänger. Der Sozialismus wird immer stärker.

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Maduro, nicht Morales

ppq hat gesagt…

danke.

Die Anmerkung hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Vokuhila hat gesagt…

Tja, den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Geist noch Klugheit auf.

Sauer hat gesagt…

Maduro weiß, wie man den Nullen Herr wird. Könnten wir nicht auch die vielen auf Kosten der Allgemeinheit sich mästenden Nullen in Regierungen und Parlamenten streichen?

Vokuhila hat gesagt…

@Sauer

Diese diätprallen Mastviehnullen in Nadelstreifen werden vom Malocherpöbel doch emsig wiedergewählt, denn ohne ihre Obrigkeiten bzw. Hirten verirren diese Schildbürger-Schäfchen sich doch in der komplizierten großen weiten Welt.

Ohne Befehle aus ihrem jeweiligen Führerhauptquatier wissen diese Lemminge nicht mal, wie sie politsch korrekt kacken sollen, um bloß keine Wirrkopfmindertheit damit tödlich zu beleidigen. Just muss man ihnen wieder Vorschul-Verhaltenstipps für den Autobahn-Hitzestau auf Urlaubsreisen geben, weil sie sonst mitten im herzenswarmen Michelland dehydrieren und durchdrehen. Supernavi an Bord, das ihnen jede Wegsuche abnimmt, aber Sonnenschutz und Getränke vergessen ... so sind sie nun mal, unsere gutmenschlichen Dichter und Denker.

Dank der modernen Dashcamvideos bekommt man auch als Laie endlich einen Eindruck davon, was für Nacktaffen da oft am Steuer von 1-40 Tonnen beschleunigtem Metall sitzen und eine "besondere" Wahrnehmung der Realität zu haben scheinen, weil es so häufig so dämlich kracht.

Darum braucht es eben auch ganz dringend präzise Notdurft- und Mundstuhlgesetze, um interkulturelle Pissver ... sorry ... Missverständnisse bereits im noch darmträge nebulösen Vorfeld zu eliminieren und dadurch späteren Dünnschiss zu vereiteln.

Anonym hat gesagt…

Reichskernschattenwart Sepp Le Rouge : " der Scheißmond ist nirgendwo zu sehen ; das hat ein Nachspiel "