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Dienstag, 12. März 2019

Beschlossen: Aus Gorch Fock wird erster EU-Flugzeugträger

Mit erneuerbaren Flettner-Segeln, gemischtrassiger Besatzung und neuem Namen: Das Segelschulschiff "Gorch Fock" soll zum symbolischen ersten EU-Flugzeugträger umgebaut werden.
Erst starb an Bord des Lustschiffes der deutschen Kriegsmarine eine junge Kadettin, dann wurde die Sanierung des traditionsreichen Segelschulschiffes "Gorch Fock" zu einem Millionengrab, das drohte, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihren Staatssekretär Peter Tauber mit in den Abgrund zu ziehen. Doch jetzt der Befreiungsschlag: Wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, haben von der Leyen, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen überraschenden Ausweg aus der Gorch-Fock-Krise gefunden.

Danach soll die aus dem Ruder gelaufene Instandsetzung des 1958 nach Plänen aus den 30er Jahren gebauten Schulschiffs nicht wie bisher geplant beendet, sondern zu einem sogenannten Großumbau erweitert werden. Nachdem die Kosten bisher bereits rasant von ursprünglich veranschlagten 9,6 auf inzwischen mehr als 130 Millionen Euro gestiegen waren, herrscht zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Einigkeit, dass eine Aufgabe der "Gorch Fock" Deutschlands Ruf in der Welt und bei den Verbündeten nachhaltig beschädigen könnte.

Symbolträchtiger Name "Konrad de Gaulle"


Deshalb soll die bisher erreichte Kostenexplosion in Höhe von 4,5 Elbphilharmonien - die "Gorch Fock" liegt damit etwa in der Größenordnung des legendären BER in Berlin - genutzt werden, um Frankreichs ums politische Überleben kämpfenden Präsidenten Emmanuel Macron noch vor der anstehenden EU-Wahl bei seinen Vorschlägen zum Umbau Europas entgegenzukommen. Macron hatte neben der Gründung zahlreicher neuer EU-Institutionen, einer Einführung eines europaweiten Mindestlohnes und der Start europaweiter Meinungsfreiheitsschutzmaßnahmen auch den Bau eines gemeinsamen EU-Flugzeugträgers gefordert, der den Namen "Konrad des Gaulle" tragen und als Symbol des bereits mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Weltfriedenskontinents Krisengebiete überall auf der Erde aufsuchen soll.

Eine Idee, die im politischen Berlin zuerst auf Ablehnung gestoßen war. Ein Umdenken bei Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte erst ein, nachdem die quicke neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Vorschlag gemacht hatte, die ohnehin im Trockendock liegende "Gorch Fock" zusammen mit Frankreich zu einem ersten gemeinsamen europäischen Flugzeugträger umzubauen.

Merkel sagte in Berlin nach einem Treffen mit dem CDU-Verteidigungsrat, zu dem neben Kramp-Karrenbauer auch Verteidigungsministerin von der Leyen gehört, dass Deutschland hier eine Chance sehe, neue Prioritäten in der Verteidigungspolitik zu setzen. Das werde auch das Verhältnis zum Nato-Partner USA verbessern, da Deutschland die geplanten Ausgaben für den Umbau der "Gorch Fock" in Höhe von sieben Milliarden Euro in Washinton auf sein Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsanstrengungen gegen Russland anrechnen lassen könne.

Streit um deutsche Segeltechnologie


Wichtig sei jetzt, mit den Franzosen schnell Einigkeit über die Antriebstechnologie des Aushängeschildes der künftigen Kanonenboot-Diplomatie der EU zu finden. Paris denkt bisher an einen nuklear angetriebenes Schiff, Deutschland allerdings ist aus dem Atom ausgestiegen und will konsequent auf Erneuerbare setzen. Dazu hat Kramp-Karrenbauer in ihrem Konzept für eine Weiterverwendung der "Gorch Fock" eine Ausrüstung mit Segeln vorgesehen. Die Firma SkySails aus Hamburg biete automatisierte Zugdrachen zur Energiegewinnung, die bereits auf Frachtschiffen erprobt worden sind.

Der "Gorch Fock" könne es so gelingen gilt es, das kostenlose Windenergiepotential zu nutzen, das die Natur spendet: Die umgebaute und runderneuerte "Gorch Fock" verfügte zu diesem Zweck über halbautomatisch ein- und ausfahrbare Zugdrachen am Bug des Schiffes, der ergänzt wird durch sogenannte Rotorsegel. Dabei handelt es sich um die nach Plänen des seinerzeit Reichsmarineamt beschäftigten Erfinders Anton Flettner, der 1924 Rotorsegel entwickelt hatte, die aus einem der Windströmung ausgesetzten rotierenden Zylinder bestehen. Durch den Magnus-Effekt aus Sog- und Staudruckkräften wäre der EU-Flugzeugträger "Gorch Fock" bei günstigem Wind in der Lage, bis nach Afrika und Asien zu zu fahren, weil er nicht nur die einfach Segelkraft nutzt, sondern darüber hinaus auch die weitaus größere und quer zur Anströmung gerichtete Ablenkungskraft.

Selbst Atlantikquerungen denkbar


Schon in den 20er Jahren hatte der mit dem Flettnerrotor ausgerüstete Kreuzer "Buckau" erfolgreich den Atlantik überquerte. Kurz darauf verbreitete sich aber der billige Diesel, der sich weltweit durchsetzte, weil Treibhausgase und Grenzwertüberschreitungen vielerorts kein Thema waren.

Das ist inzwischen anders, auch ein Grund, warum Merkel, Kramp-Karrenbauer und von der Leyen ein Zeichen setzen und den ersten EU-Flugzeugträger als Öko-Kreuzer auf die Reise schicken wollen. Rumpf und Takelage der "Gorch Fock" blieben nach einem Umbau erhalten, verschwänden jedoch von außen unsichtbar in der von modernster Tarnkappentechnologie geschützten Außenhaut aus einer eigens gehärteten Valiumlegierung. Klar sei, so heißt es in Berlin, dass der Prestigesegler mit einer gemischtnationalen Besatzung auf große Fahrt zu Krisengebieten etwa in Mali oder Afghanistan gehen werde. Deutschland aber macht sich Hoffnungen, dass der durch den verminderten Treibstoffverbrauch erreichte CO2-Ausstoß Deutschland gutgeschrieben wird.

"Dann", so Merkel, "könnten wir mit dem symbolischen Projekt des Baus eines gemeinsamen europäischen Flugzeugträgers beginnen". Das sei wichtig um der globalen Rolle der EU "als Sicherheits- und Friedensmacht Ausdruck zu verleihen".

Kommentare:

Gerry hat gesagt…

Grotesk. Kann da mal bitte jemand auf der Pressekonferenz nachhaken? In dem Zusammenhang auch Mali und Afghanistan erwähnen. Danke.

Frolleinwunder hat gesagt…

Von wegen Flugzeugträger! Das wird ein Abschiebe-Kreuzfahrtschiff! Jede Wette!

Michael N. hat gesagt…

Wie Hadmut Danisch festgestellt hat, ist so ein Flugzeugträger ein Zwitter, halb Gorch Fock und halb BER. Daraus mag man schließen, das bei der nächsten Sintflut vieles, nicht jedoch dieses Sicherheits- und Friedensboot, schwimmen wird.

Anonym hat gesagt…

Mögliche Taufnamen dieses Gerätes: Tirpitz, Anne Frank, Ernst Thälmann, Bismarck, Angela Merkel, Alfred Herrhausen ...

Anonym hat gesagt…

Einsatzgruppenversorger und Hospitalschiff Dr. Mengele und der neue Flugzeugträger Hermann Göring werden begleitet vom Flakkreuzer Meier .

oder so .

Flugzeugträger find ich aber echt gut jetzt . können auch paar mehr sein - ehrlich .

Anonym hat gesagt…

Endlich holt Deutschland auf.