Google+ PPQ: Teurer Spaß: Deutschlands elektrisches Erfolgsgeheimnis

Donnerstag, 14. November 2019

Teurer Spaß: Deutschlands elektrisches Erfolgsgeheimnis



Es ist der Webshop des erfolgreichsten Elektroautoherstellers der Welt, der auf besonders einprägsame Weise zeigt, wo Deutschland beim Umbau der Mobilität steht und weshalb Tesla-Chef Elon Musk der wankenden, schwankenden Bundesregierung jetzt einfach das Geschenk einer eigenen Gigafactory für Deutschland machen musste. Wer es sehen will, muss allerdings schnell sein: Kaum ist tesla.com aufgerufen, sucht die Seite nämlich nach dem Standort des Nutzers.

Hat sie ihn dann gefunden, geschieht ein Wunder, wenigstens, wenn ein User aus Deutschland vor dem Rechner sitzt: Wie von Geisterhandsteigt der Preis eines Tesla-Grundmodells um mehr als 45 Prozent. Was eben noch 31.000 Dollar kosten sollte, ist nun mit 44.000 Euro ausgepreist. Selbst die neue, tolle E-Autoprämie eingerechnet, aus der sich der Bundesfinanzminister eine zweistellige Milliardensumme an zusätzlichen Steuereinnahmen erhofft, bleibt das Traumauto der Elektrorevolution hierzulande ein Viertel teurer als in den USA.

Nun sind Löhne und Gehälter in Deutschland nicht etwa um ein Viertel höher als in den Vereinigten Staaten, sondern ganz im Gegenteil ein Viertel niedriger.  Amerikaner, bei allem, was aus deutschen Medien dagegenspricht, verdienen - umgerechnet - rund 53.000 Euro im Jahr, Deutsche nur 39.000. Ein Durchschnittsamerikaner verdient sich also im Jahr rein rechnerisch 1,7 Tesla-Autos. Ein Deutscher nur 0,9 - er muss nach Silvester noch anderthalb Monate weiterarbeiten, um das Fahrzeug zu bezahlen, das als Beispiel dafür gilt, wie schick und elegant die elektrische Zukunft sein wird.

Nicht in Deutschland, wenn es nach  den Kosten geht, die auf elektromobile Umsteiger in Deutschland auch nach der vergleichsweise teuren Anschaffung eines Tesla  zukommen. Auch der Betrieb des formschönen Elektromobils schlägt hierzulande nach absehbaren dem Ende der Kostenlos-Kultur bei Tesla ungleich härter ins Kontor als in den USA: Der Strompreis in Deutschland liegt dank zahlreicher staatlicher Steueraufschläge zur Finanzierung des geplanten Energieausstiegesderzeit im Durchschnitt beim 2,5-fachen des durchschnittlichen Strompreises in den USA.

Fast sicher scheint damit, dass die Autonation Deutschland sich alle Voraussetzungen geschaffen hat, um schnell voranzukommen beim Ziel, irgendwann einmal eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zählen zu können. Nachdem elf Jahre - 2008 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee das Ziel ausgerufen - dazu nicht ganz reichten,  soll jetzt in den zwei Jahren bis 2022 ein elektrischer Ruck durchs Land gehen. 83.000 E-Autos sind schon zugelassen,  917.000 fehlen noch bis zum Ziel. In jedem einzelnen der 25 Monate bis zur Endabrechnung müssten jeweils rund 36.000 neue E-Autos zugelassen werden. Das entspricht einer knappen Verzehnfachung der aktuellen Zulassungszahlen und klingt damit abslout realistisch.

Alle Zeichen stehen auf Grün: Die "Nationale Plattform Elektromobilität" (NPE) mit der die Bundesregierung sich im Jahr 2010 ein Beratungsgremium aus Spitzenvertretern der Industrie (10 Mitglieder), Politik (6), Wissenschaft (3), Verbänden (3) und Gewerkschaften (1) geschaffen hatte, das unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel daranging, "Deutschland bis 2020 zum Leitmarkt und zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen" (Merkel), hat seine Internetseite www.nationale-plattform-elektromobilitaet.de/ inzwischen dauerhaft abgeschaltet.

Vermutlich um Strom zu sparen.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

Dat is Standard.

Die USA sind ein Billig-Autoland.

Anonym hat gesagt…

PPQ zweifelt am Erfolg der Elektromobilisierung? Die zuständigen Stellen wurden informiert. Schalten Sie ihr Mobilgerät nicht aus, besonders wenn Sie ihre Wohnung verlassen.

Nun trat Adolf Hitler an das Rednerpult und hielt eine seiner Reden, in denen er sich höhnisch über all jene erhob, die ihm mit Bedenken, Schwierigkeiten, Problemen und Zweifeln kamen.
https://www.welt.de/wirtschaft/article116502228/Der-VW-Kaefer-und-seine-Geburt-in-der-Dunkelheit.html

Ähnlich der völkerrechtlichen Beurteilung jüdischer Gebiete durch EU-Verbraucherrecht haben wir auch hier Vorbilder in unserer glorreichen Vergangenheit. Die Elektro-Mobilisierung der Arbeiter (und heute auch der Nichtarbeiter) ist eine historische Vision, gar eine "historische Mission" (Honecker). Das Vorbild muss Wolfsburg heißen. Den Preis von 990 Reichsmark für einen Volkselektrowagen können wir leicht "schaffen" (Merkel), wenn man ein wenig mit dem Kaufkraft-Äquivalent jongliert, oder, wenn es nicht passt, es einfach passend lügt.

Die Anmerkung hat gesagt…

Was macht E-Auto fahren so irre geil, Daniel Abt?

BILD weiß die Antwort, PPQ noch nicht.

Anonym hat gesagt…

Hallo,

wenn Du in Euro umrechnest und dann nochmals die MwSt. drauf bist Du bei knapp 41.000 Euro. Die US Preise sind nämlich ohne Steuern.

Mit Überführung, erweiterter Gewährleistung gegenüber US usw. ist der Mehrpreis dann völlig gerechtfertigt.

Also rein rechnerisch.

Beste Grüße

ppq hat gesagt…

@vorredner: darum geht es doch. was meinst du, warum die dinger in norwegen (25% Ust.) billiger sind als in D (19%)? https://www.steuerratschlag.eu/2018/01/kaeufer-von-elektroautos-zahlen-in-norwegen-keine-25-prozent-mehrwertsteuer/

Anonym hat gesagt…

"@vorredner: darum geht es doch. was meinst du, warum die dinger in norwegen (25% Ust.) billiger sind als in D (19%)? https://www.steuerratschlag.eu/2018/01/kaeufer-von-elektroautos-zahlen-in-norwegen-keine-25-prozent-mehrwertsteuer/"

Keine Ahnung. Das hat jedenfalls nichts mit Deinem Artikel zu tun. Die Preise auf der Tesla Webseite sind "rechnerisch korrekt" bezogen auf die jeweilige Landeswährung und die fiskalischen und marktwirtschaftlichen Bedingungen.

Deine Story zum Thema US-Lohn vs Schland-Lohn ist übrigens auch non sequitur. US hat enorme Krankheitskosten, enorme Schul- und Studiengebühren, enorme Grundsteuern im Vergleich zu D und, und, und.

Der Mittelstand wird dort genau so ausgeblutet, wie andernorts.

ppq hat gesagt…

das ist aber nun wirklich quatsch. es geht doch gerade um die bedingungen.

ein finanzminister, der die E-mobilität fördern wollte, würde den norwegischen weg gehen und die Ust. aussetzen. keine anträge, keine förderung, keine bürokratie.

fertig. die preise wären dann eben dort, wo sie anderenorts sind.

dein versuch, die us-löhne runterzuschreiben, geht aber gleich gar nicht. wenn ein automechinker in den USA 53.000 brutto hat und seine deutscher kollege 33.000, dann kann der in den usa natürlich eine ganze menge krankenkosten schultern und selbst studienkosten bezahlen. https://www.glassdoor.de/Geh%C3%A4lter/san-francisco-mechanic-gehalt-SRCH_IL.0,13_IM759_KO14,22.htm?countryRedirect=true

dass die gehälter dort höher sind, erklärt ja daraus, dass das BIP pro kopf eben auch höher ist. nur luxembnurg und irland (bei beiden ahnt man den grund) liegen in der EU vor den USA.

was das melken betriffft, klick mal bitte auf apple.com und guck dir die preise der dinger in euro und in dollar an. like Tesla! falls du nun denkst, der euro ist sicher etwa 20 prozent weniger wert als der euro- ist er nicht. im grunde ist er 10 prozent teurer. woraus sich ergibt, dass jobs erben die applekäufer in D aber sowas von hübsch abmelken. und nein, es sind nicht die 19 % umsatzsteuer.

Lieb und Teuer hat gesagt…

Von einem Volk, dem man jeden Herbst erneut die Sommer-Winter-Zeitumstellung erklären und dass man alle Jahre wieder vor rutschigen Straßen im Winter warnen muss, sollte man keine allzu klugen Innovationen erwarten. Diese Typen agieren nämlich eher wie Schildbürger: Erst vergessen sie beim Neubau ihres schicken Rat(los)hauses die Fenster, und dann versuchen sie zur inneren Erleuchtung die Sonnenenergie in Säcken und Kisten rein zu tragen. Kein Wunder also, wenn es nicht nur in den amtlichen Oberstübchen ziemlich unterbelichtet bleibt.

Viel mehr ist zum aktuellen Geisteszustand in Schland nicht zu sagen.

Allerdings könnte so ein moderner Heilsbringer-Tesla bei der aktuell noch recht frostigen Klimaerwärmung ein gemütliches Lagerfeuer darstellen, das nur durch Versenken in einem Wassercontainer zu löschen ist. Von der brutalen Kindersklaverei, die die Grundelemente für unseren Saubermannwahn aus der Erde kratzen muss, mal ganz zu schweigen. Davon jedoch will der Weltretterpiefke nichts wissen. Könnte ihn ja beunruhigen und seinen klinisch reinen E-Mobile-Genuss stören.

Was für ein verdrecktes Scheinheilskötervolk.