Google+ PPQ: EU-Staaten bringen Verbot von Kapuzenjacken auf den Weg

Montag, 30. Dezember 2019

EU-Staaten bringen Verbot von Kapuzenjacken auf den Weg


Sie sehen schick aus, haben aber nur eine eingeschränkte Nützlichkeit für wenige Momente ihrer Existenz. Dennoch sind Kapuzenjacken allgemein beliebt – einer EU-weiten Untersuchung zufolge existieren allein in Europa mehr als fünf Milliarden Jacken mit Kapuzen. Daraus ergibt sich ein gewaltiges Ressourcenproblem. Doch nun bahnt sich in Europa eine radikale Wende an.

Nach dem das Aus für Plastikteller, Strohhalme und andere Kunststoff-Wegwerfprodukte in Europa rückt nun auch ein Verbot für Kapuzenjacken immer näher. Die EU-Staaten stimmten nochmals darüber ab, welche Möglichkeiten das Europaparlament hat, sich für ein Verbot oder doch weitgehende Nutzungsuntersagungen aussprechen zu können. Bis Ende des Jahres sollen nun die finalen Verhandlungen zwischen beiden Seiten und mit der neuen von-der-Leyen-Kommission abgeschlossen werden. Danach würden Jacken mit Kapuze nicht mehr zum Import in die Gemeinschaft zugelassen und es erginge auch ein europaweites Verkaufsverbot.

Kapuzen sind ein Umweltproblem


Hintergrund ist nach Angaben der EU-Kommission ein gewaltiges Umwelt- und Ressourcenproblem, das die schicken Kragenanhänge mit sich bringen, die besonders bei jugendlichen Hipstern so beliebt sind. Nach Berechnungen im Auftrag der Gemeinschaft entspricht die Baumwollmenge, die benötigt wurde, um den derzeit in der EU vorhandenen Bestand an sogenannten festen Kapuzen an Jacken unterschiedlichster Art anzubringen, einem Gewicht von zwischen 250.000 und 500.000 Tonnen. Ausgebreitet würde die Stoffmenge fast 1000 Saarländer oder aber 350 Millionen Fußballfelder bedecken.

Nach einer Studie von Wissenschaftlern des An-Institutes für Entropie der Bundeskulturstiftung aber wird diese Stoffmenge dauerhaft nur zu einem Zehntel genutzt – das sei im Durchschnitt der Anteil der Tragezeit einer Jacke, in der der Träger die Kapuze wegen Regen, starken Windes oder aus modischen Gründen wirklich aufgesetzt trage, so heißt es bei den Forschern, die dazu 12.234 Kapuzenjackenbesitzer befragt hatten.

Neun der zehn durchschnittlich in deutschen Kleiderschränken vorhandenen Jacken mit Kapuze seien im Durchschnitt unnötig mit einer Kapuze ausgestattet, sagt Forschungsleiter Hans Achtelbuscher. Getreu dem Vorhaben der EU, dass nur verboten wird, wofür es aus Sicht der Kommission bereits Alternativen gibt, ist an eine Lizensierung von Kapuzenjacken gedacht, die in Verbindung mit einer sogenannten Mützenregelung künftig die Herstellung unnötiger Kapuzen verhindert. „Eine einzige Mütze kann durch ihre höhere Flexibilität zu einem oder gar zu zwei Dutzend verschiedenen Jacken getragen werden“, sagt  Achtelbuscher. Damit werde das Weltklima, entlastet, es würden wichtige Ressourcen geschont und die Ozeane geschützt, in die heute auch viele Baumwoll- und andere Kleidungsreste gelangen.

Verbot  bringt große Umweltvorteile


Die EU-Kommission verspricht sich dadurch große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 220 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. Das wäre das Zehnfache dessen, was das Strohhalmverbot erreicht hat. Verbraucher, die künftig nur noch Jacken ohne Kapuze kaufen, die deshalb billiger würden, könnten bis zu 12,5 Milliarden Euro sparen. Die Kommission begründet den Vorstoß vor allem mit dem Schutz der Umwelt. Derzeit fielen allein in Deutschland jedes Jahr 750.000 Tonnen Textilmüll an - 1996 waren es noch 615.000 Tonnen. Etwa sieben Prozent dieses Mülls besteht aus Kapuzenjacken, der Anteil der Kapuzen summiert sich dabei auf etwa elf Prozent. das sind knapp 6.000 Tonnen Kapuzen, die jährlich in Deutschland entsorgt werden, für Europa liegt die Zahl bei weit über 30.000 Tonnen.



"Kapuzen-Müll verschmutzt unsere Flüsse, Strände und Ozeane. Daher wollen wir Kapuzenjacken, für die es mit einfachen, kombinierbaren Mützen gute Alternativen gibt, verbannen", heißt es nun sowohl im EU-Parlament und in der EU-Kommission. Die hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Hersteller von Kapuzenjacken weltweit zu verpflichten, abknöpfbare oder mit Reißverschluss trennbare Kapuzen anzubieten. Die EU-Staaten wollen nun noch darüber hinausgehen: Ein Komplettverbot soll nicht nur die Hersteller treffen, sondern auch Firmen, die betreffende Produkte importieren beziehungsweise verkaufen, so dass umweltschädliche Kapuzenjacken gar nicht mehr bis zum Verbraucher gelangen.

Bundesregierung begrüßt Kapuzen-Verbot in der EU

Deutsche Politiker begrüßten die Entwicklung. "Ich hoffe auf eine zügige Einigung, so dass wir das Paket noch in diesem Jahr beschließen und ab dem nächsten Jahr mit der Umsetzung in Deutschland starten können", hieß es im Bundesumweltministerium. Bei dem Kommissionsvorschlag handelt es sich um eine EU-Richtlinie, die Mitgliedstaaten haben dabei nach der finalen Einigung in der Regel zwei Jahre Zeit, die entsprechenden Vorgaben in nationales Recht umzusetzen, nicht aber die Möglichkeit, anderslautende Regelungen zu erlassen.



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das ist ja ein 7 Jahre alter Eintrag auf einer Art Schülerblog. Die Leute waren damals aber genauso abergläubisch wie heute:
„so war am 22.08.2012 der Welterschöpfungstag“

***
A propos Verbote.
Heute morgen auf der MDR-Kulturwelle: Irgendein Kulturrat wurde telefonisch nach seiner Meinung zum momentan in den Medien forcierten Böllerverbot gefragt. Er hielt die Böllerei für kulturell unbegründet, weil im 16. Jahrhundert auch keiner geböllert habe (war sein Ernst ohne Scheiß) und überhaupt.

Die Anmerkung hat gesagt…

>> die schicken Kragenanhänge mit sich bringen, die besonders bei jugendlichen Hipstern so beliebt sind

Bei den Umweltsäuen auch.

ppq hat gesagt…

quatsch. der dltext ist taufrisch.

Kuh Glucks Clan hat gesagt…

Die sollten erstmal den Modewahn der Weibchen verbieten, denn schöne Frauen sind auch ohne Klamotten schön und häßliche bleiben trotz teuerster Mode häßlich. Was dafür an Stoff vergeudet wird, kann sicherlich den gesamten Planeten bedecken.

Wir - also unsere Demokraturbonzen in Brüssel - jedoch wollen die Welt mal wieder mit Willkür-Peanuts retten.

Es lebe die kollektive Verblödung, denn sie macht alle gleich klug! Das sozialistische Einheitstrottelparadies steht schon direkt vor der Tür.

Anonym hat gesagt…

https://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/die-andere-wahrheit-uber-altkleider-in-10-thesen

Sagen wir, eine Quelle ist nicht taufrisch. Nach heutigem Kenntnisstand würde die Wäscheleine, auf die man die jährliche Altkleidermenge Deutschlands hängen könnte, bis zum Jupitermond gehen und die Wäscheleine hätten wir aus geborgten Zöpfen unserer Kinder und Kindeskinderkinder geflochten.

Luna hat gesagt…

@ Anonym

Wenn ich deinem Quellenpfad folge, lese ich unter Fakt 3 nur etwas vom irdischen, nichts jedoch von einem Jupitermond. Sind wir heute wieder besonders kreativ im erfinden von Größenwahn, weil die Realität nicht spektakulär genug wirkt?

Anonym hat gesagt…

... bis zum Jupitermond gehen ...

Bolschewikiblödia gibt die Anzahl der Monde des Jupiter mit neunundsiebzig an.
Aber typisch für diese Zeit der Flachgeister. Anderes Beispiel: Der Mensch hat genau eine Bandscheibe, und wenn man ein Aua am Buckel unten hat, ist diese dran schuld.

Der Turnvater Jahn wollte übrigens, daß jeder Stand nur seine eigene Kluft in Alltags- und Feiertagsversion trägt, und nichts anderes sonst. (Außerdem wollte er Womanizer, früher Schürzenjäger genannt, von Staats wegen kapaunen lassen ...)