Google+ PPQ: 3. Weltkrieg: Deutschland, ein Trauerspiel

Mittwoch, 8. Januar 2020

3. Weltkrieg: Deutschland, ein Trauerspiel



Das war er also schon, der Dritte Weltkrieg, vor dem öffentlich-rechtliche wie private Kommentatoren so eindringlich gewarnt hatten. Der Iran ließ seine Bürger trauermarschieren und beklagte anschließend 50 Todesopfer, immerhin 49 mehr als das eine, das den Anlass der Vorstellung geliefert hatte. Demonstrativ schoß das Mullah-Regime dann noch ein paar Raketen auf US-Stüttzpunkte im Irak ab, allem Anschein nach nicht, ohne die Anwohner der Grundstücke vorher gewarnt zu haben. Die Ajatollahs beweisen ihrem Volk so, dass sie ganz harte Hunde sind. Den USA aber signalisierten sie, dass es nun auch gut ist mit der Eskalation.

Maas mahnt zur Mäßigung


Keine Nachricht ging in Brüssel ein, keine auch in Berlin, wo Heiko Maas mit todesverachtendem Mut nicht müde wird, beide Seiten zur Mäßigung aufzurufen. Mit seinen ebenfalls nicht in die Konfliktlösung einbezogenen Kollegen aus Frankreich, Italien und Großbritannien versammelte sich der Sozialdemokrat zu einem Sondertreffen, das neben der offenen Iran-Frage auch das Libyen-Problem besprechen sollte: Darf der türkische Diktator Erdogan Truppen dort hinschicken? Gar "Söldner" (DPA)? Und wenn nicht, was tun? Wie kann die "Zentralregierung in Tripoli" (Spiegel) gerettet werden, ohne dass irgendwer mehr tun muss als mahnende Worte sprechen?

Aus einigem Abstand betrachtet erscheinen sowohl die Aktivitätsbemühungen der europäischen Außenpolitiker wie auch die hochdramatische Berichterstattung darüber wie eine Simulation. Können nichts machen, haben mit nichts zu tun, sind spätestens seit der Weigerung Donald Trumps, vor außenpolitischen Schritten Rücksprache mit denen zu halten, die ihn "wahnsinnig", "irre" und "Hassprediger" genannt hatten, vollkommen aus dem Spiel.

Stehen aber auf der Bühne wie immer, im viel zu engen Anzug, mit viel zu großen Worten im Mund. Und äußern Sorgen vor einem "Flächenbrand" wie Heiko Maas. Oder sie beteuern, die Sicherheitslage fest im Griff zu haben, weil die "Aktionen nicht ganz unvorhergesehen" gekommen seien und "jetzt alles getan werden muss, um die Spirale nicht weiter nach oben zu drehen zu lassen", wie Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unübertroffen direkt formuliert.

Hilferuf nach Teheran


Der Appell aus dem Fernsehstudio in Berlin geht nach Teheran, ein aufrüttelnder Hilferuf, dessen weltpolitisches Gewicht an ein anderes großes Fernsehereignis erinnert, das Lage, Rolle und Bedeutung Deutschlands erst vor wenigen Tagen wie unter dem Brennglas gezeigt hatte. Die bemerkenswert unromantische Hollywood-Ballade "Shallow", im Film "A Star Is Born" von Lady Gaga und Bradley Cooperintoniert, fiel dabei in die Hände der deutschen Schlagerkönigin Helene Fischer und ihres denkmalhaft versteinerten Kollegen Roland Kaiser, denen es vor laufenden Kameras gelang, das eigentlich unkaputtbare Stück Weltschmerz mit Hilfe von Textfehlern, Intonationsbrüchen und dem Eingeständnis der Unfähigkeit, in der Tonhöhe des Originals zu singen, zu einem Schenkelklopfer typisch deutscher Kompositionskunst Marke "Ein Stern" oder "Ich bin ein Döner" zu machen.

Sie 1,50 Meter groß wie Heiko Maas, angetan mit der alten Kunstlederhose von Helen Schneider und einem Bustier aus "Burlesque", das im ZDF wohl als "frech" bezeichnet werden würde. Er auf einem Stuhl, in einem Anzug aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg und die Cooper-Stimme grummelnd als habe er mit Rammsteins Till Lindemann geübt. "Ich finde es mega", schreibt eine Zuschauerin dazu, "Roland Kaiser ist mega", ergänzt ein Zuschauer. Beide würden, vor die Wahl gestellt, welches Elektroauto sie wählen, zweifellos den nach dem Vorbild des Renault Clio von 1996 designten VW ID3 jederzeit lieber nehmen als einen Tesla und sich vor einem Angreifer lieber von der Bundeswehr als von einer richtigen Armee beschützen lassen.

Kommentare:

Frolleinwunder hat gesagt…

Selbst wenn man eure Übertreibungen aus dem Artikel herausoperiert, bleibt vons Janze nur ein Eindruck von Fremdscham, der zum Heulen ist. Manchmal deucht mir, dass eine Dunkelflaute mit angehängtem weiträumigen Stromausfall nicht nur schlechte Seiten hat. Man muss dieses Elend dann nicht auch noch mitbekommen.

Anonym hat gesagt…

Die Tonart ist die gleiche. Bei olle Roland klingt es nur etwas angestrengter, aber bei seiner allgemeinen Form, alle Achtung.

Zu den EU-Schwanlutschern ist freilich alles gesagt.

ppq hat gesagt…

welche verdammten übertreibungen bitte?

ppq hat gesagt…

bei kaiser stimmt zumindest der text, soweit ich beim einmaligen absolvieren der musikalischen hinrichtung feststellen konnte. sie, DIE fischer, singt hingegen, was ihr einfällt