Google+ PPQ: 3. Weltkrieg: Irans extrem gefährliche Atomwaffen

Dienstag, 7. Januar 2020

3. Weltkrieg: Irans extrem gefährliche Atomwaffen



Sie nennt sich schlicht Laura-Sophie und bei Instagram und der chinesischen Spionageapp TikTok kommt sie auf zusammengerechnet drei Millionen Follower. Die sind aufgeschreckt, seit Laura-Sophie ihr "kleines Aufklärungsvideo" (Laura-Sophie) zu den neuesten Umtrieben des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ins Netz gestellt hat: Nicht einmal zwei Minuten braucht die Schülerin aus München, um drastisch zu verdeutlichen, wie schnell der neu aufgebrochene Konflikt Deutschland mit in den Abgrund eines Weltenbrandes reißen könnte, in dem demnächst "ganz viele Staaten kämpfen" könnten, wie das Mädchen im roten Pullover freundlich erläutert. "Dann ist es ein Riesenteil, das da kämpft", sagt die Weltbilderklärerin, "und das wär`nicht gut!"

Die "3 Weltkrieg erklärung", Rechtschreibung im Original, ermangelt aller sachlichen Zusammenhänge und entspricht damit genau dem Erzählmuster, das die Welt erobert hat, seit Greta Thunberg ihr erstes Interview gab. Irgendwas ist mit "einem der wichtigsten Männer des Iran", irgendwie kommen dann Deutschland und Frankreich dazu, weil die in der Nato sind. Und der Iran droht im Gegenzug natürlich mit seinen "extrem vielen Atomwaffen und gefährlichen Bomben", von denen außerhalb des Laura-Sophie-Kinderzimmers noch niemand auch nur ahnt, wie mörderisch sie sind. "Wenn davon eine hochgeht, dann sind wir in Deutschland auch futsch."

So sieht das aus, aus Sicht einer Generation, für die Bildungsversagen zu einer Art Grundtugend geworden zu sein scheint. Laura-Sophie ist keine fünf, neun oder elf Jahre alt, sondern immerhin 17. Und doch weiß sie offenbar weniger von der Welt, die sie umgibt, als der Server, auf dem ihre Filme auf Zuschauer*nnen (m/w/d) warten. Die große Stärke der Teenagerin beeindruckt umso mehr, denn sie weiß nicht einmal, dass sie nichts weiß, spricht es aber umso instruktiver aus.

Pippi Langstrumpfs "mach ich mir die Welt/wie sie mir gefällt" ist im Reich der Influencer und atemberaubend unwissenden Aufklärer zum Leitsatz geworden. Unsinn, ausgeplappert wie ein Schminktipp, erreicht Hunderttausende, unter denen ausreichend Masse sein wird, die jedes Wort des Vortrages, der in seiner stupenden Schlichtheit an die sinnentleerten Belehrungen in "Leichter Sprache" erinnern, mit denen öffentlich-rechtliche Sender und um Aufmerksamkeit buhlende Leitmedien gelegentlich Publikumsverachtung ausdrücken.

Seit dem Wahlkampfhit des Videoaktivisten Rezo, der sich stolz dazu bekennt, niemals Bücher, Magazine oder Zeitungen zu lesen, gehört auf Anhieb erkennbare Unkenntnis über den Gegenstand der eigenen Berichterstattung Handwerkszeug jedes Weltenwarners.Laura-Sophie ist in bester Gesellschaft, wenn sie nicht weiß, worüber sie spricht, schließlich hat gerade auch die neue SPD-Vorsitzende kein Geheimnis daraus gemacht, dass es ihr an den grundlegendsten Kenntnissen über Zahlen und Fakten fehlt, auf deren Basis sie dennoch weitreichende Forderungen zum Umbau der Gesellschaft ableitet.

Laura-Sophie, deren Hauptprofession das TikTok-Tanzen zu Bubble-Gum-Pop darstellt, passt in dieses Umfeld wie ein Nagel ins Holz: Geht alles seinen sozialistischen Gang, dürfte die Selfmade-Follower-Millionärin in Bälde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftauchen, eventuell ersteinmal beim GEZ-Youtube Funk, später aber womöglich als die nächste Anne Will, Anja Reschke oder Golineh Atai.

Oder sogar Heiko Maas.




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und schwupps, hat man bereits nach ZWEI Zugriffen den Film "aus urheberrechtlichen Gründen" gesperrt. Wegen der Inhalte von "Very US Network". Wenn man nach denen sucht, stößt man schnell auf eine Ansammlung von Flitzpiepen, die "als ambitionierte Kuppler Marken und Influencer zusammenführen wollen, dafür sorgen, dass sich beide Seiten wohlfühlen, und dass diese Liebe süße Früchte trägt. Wie in jeder erfüllten Beziehung sind Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit und klare Kommunikation die Grundpfeiler, für die VERY US einsteht."
HAHAHA! Die sind ja richtig witzig. Und schneiden jede Menge Geld aus Beuteln.

Anonym hat gesagt…

Manchmal habe ich mich gefragt, was aus den Doppelvornamen-Kindern von diesen komischen Heckscheibenaufklebern geworden ist. Sie landen da, wo ihre historischen Vorgänger auch gelandet sind: Sie finden bei den Schaustellern und Freakshows ihr Auskommen.