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Mittwoch, 8. Januar 2020

Wärmewende: Aufatmen über die Hitze

Wärmewende: Die aktuelle Heißzeit hilft Deutschland massiv, gefährliches Klimagas zu sparen.

Führende Klimawissenschaftler um den renommierten Diplom-Politologen Harald Haase verkündeten die frohe Botschaft bereits vor einem Monat, jetzt ist die Kunde von den klimawandelbedingt sinkenden CO2-Emissionen endlich auch bei den Leitmedien angekommen. Die "gute Nachricht für das Klima" (Spiegel), die eigentlich eine gute für eine zum Überleben entschlossene Menschheit ist: In Deutschland wurde 2019 weniger Kohlendioxid ausgestoßen als ursprünglich erwartet. Grund ist die zunehmende Erderwärmung, die im vergangenen Sommer in einer sogenannten Heißzeit gipfelte.

Infolgedessen wurde weniger geheizt, zudem sorgte die weitere Verlagerung von energieintensiven Produktionsprozessen nach China für eine geringere Nachfrage nach Kohlestrom - Deutschland, das seine Klimaziele bisher in 27 von 27 Jahren seit der ersten Klimakonferenz - dem sogenannten Erdgipfel von Rio de Janeiro - zuverlässig verfehlt hat, steht vor einem unverhofften Sensationscomeback als die vorbildliche Klimaschutznation, als die es sich selbst stets begriffen hat.

Für Klimaforscher Harald Haase, der sich seit Jahren mit den Auswirkungen des Weltklimas auf die politischen Biotope in Berlin befasst, keine Überraschung. "Dass der Klimawandel selbst eine scharfe Waffe im Kampf gegen den Klimawandel ist, haben wir bereits errechnet", sagt der Chef des Klimawatch-Institutes, das erst im Zuge des Braunkohleausstieg in einer aufgelassenen Grube in der Nähe des dunkeldeutschen Grimma angesiedelt worden war, um zukunftssichere Jobs für Braunkohlekumpel zu schaffen, die dort als Pförtner, Elektrokatzen-Fahrer und Zugehfrauen arbeiten.

Nachdem die Durchschnittstemperaturen in Deutschland, dem von der Erderhitzung am heftigtsen getroffenen Teil der Erdoberfläche,  im letzten Jahrzehnt um 1,5 Grad gestiegen waren, weil höhere Einkommen es immer mehr Menschen erlaubten, im Winter die Heizung hochzudrehen statt einen dicken Pullover und dicke Socken anzuziehen, bewirken heißere Außentemperaturen nun offenbar ein Umdenken: Pullover und dicke Socken werden ausgezogen, weniger geheizt werden muss trotzdem, so dass Weltklima direkt von jedem einzelnen Grad Temperaturerhöhung profitiert.

Klimafachmagazine wie der "Spiegel", die "Welt" oder die Süddeutsche Zeitung führen den großen Umschwung zwar überwiegend auf einen "Rückgang der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle" zurück, durch den "die Energiewende den Treibhausgasausstoß in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gedrückt" habe. Dass es die durchweg höheren Durchschnittstemperaturen im Lande erst ermöglichten, die Nachfrage nach Braun- und Steinkohlestrom zu senken und den nach klimafreundlichen Energieträgern wie Öl, Gas und Atomstrom im zweistelligen Bereich zu erhöhen, bleibt ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt deutscher Klimageschichte.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ergo sollten wir mehr CO2 produzieren, um den CO2-Verbrauch® wirklich nachhaltig zu senken. Ich bin sicher, dass die Regierung das mit einer maßgeschneiderten Steuer hinkriegt.

ppq hat gesagt…

das wäre der plan