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Donnerstag, 2. Januar 2020

Mit sozialistischem Gruß: Experimente an lebenden Menschen



Er ist wieder im Kommen, spätestens, seit SPD-Hoffnungsträger Kevin Kühnert seine Träume von seiner Rückkehr öffentlich machte und die wenig später von den Mitgliedern der ältesten deutschen Partei auf den Schild gehobene neue Parteichefin Saskia Esken betonte, er werde das nächste Mal aber nun richtig gemacht.

Der Sozialismus, ein Gesellschaftsexperiment an lebenden Menschen, das bei jedem einzelnen Versuch, es aus dem Labor ins Leben zu übertragen, millionenfache mörderische Folgen hatte, klopft an die Tür und möchte hereingelassen werden: Mehr Staat sei nötig, tönt es überall, mehr Steuern, mehr Ordnung, mehr Gemeinschaftlichkeit, geleitet von Verboten, Regeln und Vorschriften, gegen deren allumfassende Fürsorglichkeit selbst das, was DDR-Bürger erlebt haben, nur noch wirkt wie ein Pionierlagerappell.

Ein einig Klimaschützerkollektiv soll der Deutsche diesmal werden. Volk, Reich und Führer, historische Mission der Arbeiterklasse und Weltrevolution sind verschwunden. An ihre Stelle getreten ist eine Allmachtsfantasie von Regulierung und Wohlstandsproduktion durch Verteilung.

 Von grün über links bis SPD ist sich ein Milieu an verblüffend ähnlich sozialisierten Nachwuchskadern einig über das, was nötig ist: Enteignungen, Durchgreifen, Deckeln, Vermassen und Verstaatlichen. Denn wider jede Erfahrung ist das politische Führungspersonal bis weit in die CDU hinein inzwischen der Meinung, dass der Staat allemal der bessere Unternehmer ist und eine Gemeinschaf etwa von 28 Staaten wie Europa infolgedessen ein noch viel besserer sein muss.

Man macht wieder Pläne, die nicht die Bedingungen schaffen sollen zur freien Entfaltung der Persönlichkeit jedes Bürgers, sondern darauf gerichtet sind, dem von Politikern gelenkten VEB Staat mehr und mehr Aufgaben und damit mehr und mehr Macht zu verschaffen. Erstmal seit fast anderthalb Jahrzehnten ist nicht mehr die Rede von der Privatisierung staatlicher Unternehmen wie der Post, der Telekom oder Bahn, obwohl andere Länder zeigen, dass Briefzustellung, Internet und Verkehr durchaus besser laufen, wenn kein Ministerium den Unternehmer spielt. Stattdessen geht die Rede von der Verstaatlichung - und das in einem Land, in der der Beteiligungsbericht des Finanzministers 575 bundeseigene Firmen aufführt, darunter Flughafengesellschaften, die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH und die BWI Informationstechnik GmbH.

Der Sozialist ist, 30 Jahre nach dem Untergang seiner letzten Experimentalanordnung in Deutschland und selbst angesichts des dramatischen Scheiterns des ölgetriebenen, klimaschädlichen Versuchs in Venezuela (Film oben), ein sturer Beharrer. Er glaubt und er glaubt so fest, dass Fakten ihn keines anderen belehren können.

Wo immer Menschen beim Versuch versklavt wurden oder starben, den wahren Sozialismus zu errichten, ist allenfalls etwas im Detail falschgelaufen. Im Prinzip dagegen, so panzert sich der Sozialist seit 1917 gegen jeden Widerspruch, klappt das alles klasse, jedenfalls würde es, wenn Kühnert, Kipping, Esken und Borjans, Ernst, Mohammed Ali, Stegner, Baerbock, Habeck und Lauterbach endlich durchregieren könnten.






Kommentare:

Volker hat gesagt…

"Liebe Frau Gesine Lötzsch, Sie haben im Fachblatt für den jung gebliebenen Alt-Dogmatiker ´Junge Welt´ erklärt, dass der „Weg zum Kommunismus steinig“ werde, aber man müsse sich halt immer wieder aufmachen und ihn ausprobieren. Ich persönlich möchte Ihnen für diesen Weg alles erdenklich Gute wünschen, würde aber, wenn es sich einrichten ließe, diesmal gern nicht wieder mitmachen. Ich hatte (ungefragt) die Gelegenheit, beim ersten Versuch 25 Jahre meines Lebens mit von der Partie zu sein, und bitte darum, beim nächsten Mal aus familiären Gründen aussetzen zu dürfen. Es hat mir – aber das ist meine ganz private Meinung – nicht so viel Spaß gemacht, wie man uns versprochen hatte. Meine Skepsis bezüglich eines weiteren Versuches bitte ich daher zu entschuldigen."

Das hat Ralf Schuler vor neun Jahren geschrieben.
Passt heute mehr denn je - wenn man "Gesine Lötzsch" durch "Angela Merkel" ersetzt.

Anonym hat gesagt…

@ Volker: Vor gut zwanzig Jahren habe ich mich im Zorn von etlichen vormals Kumpels und Kumpelinen, einige fast ebenbürtige Zecher, getrennt. Nur nebenbei, unter anderen Meinungsverschiedenheiten, ging es um die doppelte Staatsbürgerschaft.
Bei Rotärxxen gleicht der Versuch, ein noch so klares Vernunftargument anzubringen, dem Versuch, einem Teichfrosch die vier Grundrechenarten beizubringen.